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Rostock Nach Komplettumbau: Rostocker Steakhouse „Old Western“ ist völlig „new“
Mecklenburg Rostock Nach Komplettumbau: Rostocker Steakhouse „Old Western“ ist völlig „new“
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09:57 12.08.2019
Gesine und Borwin Wegener haben ihr Restaurant "Old Western" in Rostock nach einem radikalen Um- und Neubau wieder für Gäste geöffnet. Quelle: Klaus Amberger
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Rostock

Vor fünf Jahren reifte die Idee, vor drei Jahren begannen die Planungen, elf Wochen wurde alles auf den Kopf gestellt – nun sitzen Gesine und Borwin Wegener in ihrem komplett neuen „Old Western“. Das nicht nur in Rostock bekannte alte Restaurant in der Langen Straße gleich neben der Marienkirche gibt es nicht mehr. Es hat sich gehäutet und ist nun ein Neubau, der seit gut einer Woche wieder Gäste empfängt. Schick, licht, modern. Geblieben ist die Ausrichtung: kalifornische Küche – „Steaks, Salads, Ribs and more...“

Wie viel Schweiß in dem frischen Haus mit den zwei Etagen steckt, ist nur zu erahnen. „Wir haben den alten Bau total bis auf die Grundmauern entkernt“, sagt Borwin Wegener (57). „Es war eine aufreibende Zeit, ein kontrolliertes Chaos.“ Das Wort Ausnahmezustand fällt.

Restaurantfläche fast verdoppelt

Zum Glück habe man mit Firmen zusammenarbeiten können, die man schon lange kannte, die eine Top-Leistung abgeliefert hätten. „Es war unser vierter, größter, aber auch letzter Umbau“, sagt der Chef. Gesine Wegener (52) schaut ihren Mann von der Seite lächelnd an und meint: „Aber die Wochen haben uns noch mehr zusammengeschweißt.“ In diesem Jahr begehen sie ihre Silberhochzeit.

Das Restaurant „Old Western“ in der Rostock der Langen Straße. Deren Häuser spiegeln sich in der Glasfassade. Quelle: Klaus Amberger

Zu den Zahlen: Zwei Millionen Euro wurden investiert, die Restaurantfläche von 600 auf 1000 Quadratmeter nahezu verdoppelt, knapp 200 Plätze stehen nun zur Verfügung, zwei Küchen wurden installiert, die auf dem neuesten technologischen Stand sind. 55 Mitarbeiter aus gut 20 Nationen bilden das Rückgrat des Hauses. „Wir sind es seit Jahrzehnten gewohnt mit international gemixten Mannschaften zu arbeiten“, sagt Gesine Wegener. „Vor allem für unsere Mitarbeiter wollten wir bessere Arbeitsbedingungen schaffen.“

Auch Gregor Gysi speiste hier

Kennengelernt haben sich die Wegeners 1993, als beide im damals neuen „Blockhouse“ beschäftigt waren. Er war seit 1990 beim „Blockhouse“ in Berlin angestellt und baute Rostock auf. Später verhalf er als Betriebsleiter dem „Borwin“ am Stadthafen auf die Beine. Auch die „Kogge“ in der Wokrenter Straße gehörte eine Weile zu den Wegeners. Dazu kam 1996 das ursprüngliche „Old Western“ am Burgwall – ein Traum von Gesine Wegener. „Ich habe von einem rustikalen Restaurant geträumt, das an einen amerikanischen Saloon erinnert“, berichtet sie. 2001 zog das Restaurant in die Lange Straße.

Restaurant "Old Western". Im Hintergrund die Marienkirche Quelle: Klaus Amberger

Der Politiker Gregor Gysi aß schon hier („Er mag es gern scharf.“), der ehemalige Boxer Axel Schulz, Ministerpräsidenten. „Wir achten nicht so darauf, ob jemand ein Promi ist oder nicht – uns sind alle Gäste gleich lieb“, sagt Gesine Wegener. Schön sei, dass teilweise bereits die dritte Generation von Stammgästen vorbeischauen –Großeltern, Eltern, Enkel.

Doch, ein Familienleben haben die Wegeners. Und eine erwachsene Tochter. Die Eltern spielen Golf und reisen gern. Sie sind USA-Fans. „Unser Spare-Ribs-Rezept haben wir zum Beispiel mit dem Chefkoch des Hotels ,San Francis’ in San Francisco zusammen entwickelt“, erzählt Borwin Wegener.

Leidenschaft für Rostock

Oliver Schmidt, Hoteldirektor des „The Grand“ in Ahrenshoop, kennt die Wegeners seit Jahren. So wie die beiden gern nach Ahrenshoop fahren, kommt Schmidt gern ins „Old Western“. „Weil es dort – neben Gesine und Borwin Wegener – einen super Service gibt und weil das Fleisch eine tolle Qualität hat“, sagt der The-Grand-Chef. Er werde sich auf jeden Fall bei seinem nächsten Besuch die vielen Neuerungen zeigen lassen und wünsche dem gesamten Team viel Erfolg.

Ist irgendetwas geblieben vom alten Haus? „Ja, links und rechts des Eingangs stehen noch unsere alten Tische.“ Und hat der Bau die Wegeners verändert? „Nein, meine Frau gibt immer noch 120 Prozent Gas –sie ist das Herz des Unternehmens.“ „Nein“, sagt auch Frau Wegener. „Mein Mann hat seinen Kampfgeist, seine Energie noch lange nicht verloren.“ Das ist schnell beim Thema Rostock zu spüren. Leidenschaftlich plädiert er dafür, dass die Stadt Projekte unternehmerisch angeht, um nicht auf halber Strecke liegen zu bleiben. Auf der Mittelmole in Warnemünde wünscht er sich ein architektonisches Wahrzeichen, ein Statement einer Stadt, „die sich toll entwickelt hat“.

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