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Rostock Olympia 2032 in MV? Warnemünde hofft auf Segelwettbewerbe
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Olympia 2032 in MV?: Warnemünde hofft auf Segelwettbewerbe

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06:36 14.02.2020
Das Segelrevier in der Ostsee vor Warnemünde gilt als eines der besten überhaupt. Im Bild die Teilnehmer der J/22-Weltmeisterschaft während der Warnemünder Woche 2019. Quelle: Pepe Hartmann
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Warnemünde

Beim vierten Anlauf soll es nun endlich klappen: Warnemünde macht sich Hoffnungen auf die olympischen Segelwettbewerbe 2032. „Rostock ist bereit, Gastgeber für die Sportler aus aller Welt zu werden“, sagte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen am Donnerstag der OZ. „Die Hansestadt ist prädestiniert für so ein Sportereignis. Wir haben das beste Segelrevier und die touristische Infrastruktur.“

Am Mittwoch hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Region Rhein-Ruhr zum Favoriten für eine deutsche Bewerbung für die Spiele 2032 gekürt. Ein Austragungsort für die Segelwettkämpfe steht jedoch noch nicht fest. Zuvor hatte sich Warnemünde schon erfolglos als Ausrichter für 2000, 2012 und 2024/28 beworben.

Kommentar: Olympia in Warnemünde? Na klar!

Brückenschlag zwischen Ost und West

Madsen, der zur Zeit in seiner dänischen Heimat ist, will nach seiner Rückkehr mit allen Verantwortlichen in Rostock sprechen und dann die Bewerber an Rhein und Ruhr zu einem Besuch einladen. „Dann können wir ihnen zeigen, dass Warnemünde sehr gut als Partner geeignet ist.“ Eine solche Zusammenarbeit wäre auch ein schöner Brückenschlag zwischen Ost und West, meint Madsen, dessen erste Station in Deutschland 1992 die Ruhrgebietsmetropole Essen war.

Bildergalerie: Wassersportler lieben Warnemünde

Bilder der Wassersportler in Warnemünde: Das Revier im Ostseebad bietet tolle Bedingungen.

Begeisterung auch bei den jungen Seglern in MV, die 2032 vor der eigenen Haustür an Olympia teilnehmen könnten: „Vor Warnemünde zu segeln, macht hammermäßig Spaß“, sagte 470er-Seglerin Birte Winkel aus Schwerin. „In Kiel ist zwar der Olympiastützpunkt, aber dort segelt man in einer Bucht, während es hier Wind und Wellen gibt. Dafür machen wir das Ganze doch.“ Die 22-jährige Junioren-Vizewelt- und Europameisterin wäre 2032 gerne noch dabei: „Olympische Spiele im eigenen Land sind etwas ganz Besonderes, da gibt man noch mehr als sonst.“

„Wir haben erfolgversprechende Talente“

Auch der Vorsitzende der Sportjugend im Landessportbund (LSB) MV, Stefan Sternberg, sagt: „Ich fände einen neuen Anlauf von Warnemünde super. Die Kinder, die dieses Jahr Olympia in Tokio im Fernsehen schauen, könnten in zwölf Jahren Olympia vor der eigenen Haustür erleben. Und wir haben einige erfolgversprechende Talente.“ Er habe selbst letztes Jahr in Tokio die Vorbereitungen auf die Spiele erlebt: „Der Gedanke des Miteinanders und der Völkerverständigung ist einfach inspirierend“, so Sternberg, der auch Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim ist.

Der Geschäftsführer des LSB, Torsten Haverland, stimmt mit ein: „Das wäre für MV und den Segelsport eine tolle Sache. Wir sollten so bald wie möglich mit dem Team Rhein-Ruhr ins Gespräch kommen und unseren Hut in den Ring werfen.“ Die Vorteile von Warnemünde seien die großen Hotelkapazitäten und die gute Segel-Infrastruktur. „Wie sich die übrigen Rahmenbedingungen bis 2032 entwickeln, müssen wir noch sehen, aber alle Probleme sind lösbar.“ Die Schweriner Sportministerin Stefanie Drese (SPD) bremst dagegen: „„Ich halte es zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht, weiterführende Überlegungen zu Olympia 2032 anzustellen. Es gibt ein gesetztes Verfahren, das noch weitere Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Thema wird erst in den nächsten Monaten wichtig

Bodo Bartmann, Vorsitzender des Segler-Verbandes MV, ist dagegen schon Feuer und Flamme für Olympia: „Natürlich müssen wir uns bewerben. Wir hätten es schon letztes Mal werden müssen, aber die Evaluierungskommission war sehr Kiel-lastig.“ 2015 hatte die sich für Kiel statt für Warnemünde als Partner von Hamburg für die damals noch geplante Bewerbung für 2024 oder 2028 entschieden. Bei der Bewerbung für 2012 war Warnemünde zwar gemeinsam mit Leipzig Kandidat, die Spiele gingen aber nach London.

Für 2032 ist jedoch noch alles offen. Im Sportstättenkonzept der Bewerbergruppe fehlen zwei Sportstätten: das Leichtathletikstadion und das Segelrevier. „Es gibt für das Segeln keine Favoriten“, betont Kai Meesters, Sprecher von Rhein Ruhr City 2032 (RRC 2032). „Das Thema wird in den nächsten Monaten auf die Agenda kommen. Wir werden uns alle Standorte, die in Frage kommen, anschauen.“ Entscheidend sei neben der sportlichen Eignung, dass die Wettbewerbe dort „nachhaltig, ökologisch und ökonomisch sinnvoll“ ausgetragen werden können.

Besonderheit spricht für Warnemünde

Sollte es für 2032 tatsächlich eine deutsche Bewerbung geben, was vermutlich im Dezember entschieden wird, dürfte es einen Wettstreit zwischen Kiel und Warnemünde um die Segelwettbewerbe geben, da die Rhein/Ruhr-Region selbst über keine geeigneten Reviere verfügt. Für die gescheiterte Hamburger Olympia-Bewerbung 2024/2028 hatte Kiel im Jahr 2015 den Vorzug erhalten. Bei den Bewerbungen für 2000 und 2012 war Warnemünde zwar mit Berlin und dann Leipzig im Rennen, die Spiele gingen aber nach Sydney und London.

Für Rostocks OB Madsen spricht noch eine Besonderheit dafür, dass es diesmal mit Warnemünde klappen könnte, denn Rostock hat eine besondere Beziehung zur Zahl 7: Die Stadt hatte früher sieben Stadttore, sieben Brücken, sieben zentrale Straßen und bis heute sieben Türme auf dem Rathaus: „Die Quersumme von 2032 ist 7 – passt also zu Rostock.“

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