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Rostock „Orgel-Marathon“ in der Uni-Kirche Rostock
Mecklenburg Rostock „Orgel-Marathon“ in der Uni-Kirche Rostock
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16:18 30.08.2019
Thomas Koenig, Universitätsorganist und Universitätsmusikdirektor in Rostock, an der Orgel in der Uni-Kirche Quelle: Klaus Amberger
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Rostock

Aus einem Marathon werden nun zwei 5000-Meter-Läufe. So formuliert es der Rostocker Universitätsmusikdirektor und -organist Thomas Koenig. Am Sonnabend und am Sonntag wird er mit zwei Kollegen auf der Schuke-Orgel der Uni-Kirche jeweils zwei Stunden spielen.

Eigentlich sollte es, wie gesagt, ein Konzert-Marathon im Rahmen eines Orgel-Symposiums werden. „Dazu wollte ich alle Universitätsorganisten Deutschlands einladen“, berichtet der 62-Jährige. „Doch als ich für die Organisation recherchierte, war ich selbst erstaunt, dass es mit mir bundesweit nur drei hauptamtliche Uni-Organisten gibt.“ Einen in Leipzig, einen in Weimar, einen an der Warnow. Daneben gibt es noch zwei ehrenamtliche. Immerhin kann sowohl das Symposium (im geradezu familiären Kreis) als auch der (gekürzte) Marathon stattfinden. Am Samstag von 16 bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Für den Sonntag hat Koenig noch eine Gesprächsrunde mit dem Publikum im Anschluss an das Konzert geplant: Nebenan im Kapitelsaal des Klosters zum Heiligen Kreuz wird dann auch über die Zukunft der Orgelmusik diskutiert. Eventuell erzählt Musiker Koenig am Rande etwas über seine Zeit mit dem weltbekannten Dirigenten und Komponisten („West Side Story“) Leonard Bernstein (1918–1990).

„Ich habe die Organisten Daniel Beilschmidt aus Leipzig und Dr. Wieland Meinhold aus Weimar noch nie getroffen – umso mehr freue ich mich auf sie und die Konzerte“, sagt Koenig, der seit 25 Jahren in der Hansestadt wirkt und aus Witten an der Ruhr stammt. „Jeder Organist bringt sein eigenes Programm mit – so gibt es ein breites Feld: Etwas Barockes ist dabei, etwas Romantisches, etwas Modernes.“ Er selbst ist gespannt auf die Interpretationen der Mitspieler auf der „puristischen Orgel“ der Uni-Kirche. Puristisch deshalb, weil das Instrument klar strukturiert, der Prospekt betont sachlich gestaltet ist. Anders etwa als der barocke Prospekt in der nicht weit entfernten Marienkirche.

Interesse an Orgelmusik in Rostock konstant

Doch gibt es überhaupt noch Interesse für Orgelmusik? „Die Orgelgemeinde ist nicht mehr so groß wie vor 30 Jahren“, stellt der Fachmann fest. Das könne unter anderem mit dem schwindenden Interesse an der Kirche als Institution zusammenhängen. Und die Orgel werde oft zu Unrecht als Instrument der Kirche wahrgenommen. Koenig konzipiert pro Jahr rund fünf Programme, spielt zu den Feiertagen wie Karfreitag. Silvester sitzen jedes Jahr 250 Zuhörer in seinem Konzert – mehr finden in der Uni-Kirche keinen Platz. „Ich bin froh, dass ich stets mit einer stabilen Anzahl von Zuhörern rechnen kann“, sagt er.

Seit gut 700 Jahren gibt es Orgelmusik, Rostock feierte gerade seinen 800. Geburtstag, die Uni derzeit ihren 600. – „eine gute Gelegenheit, die Reputation der Orgelmusik wieder anzuheben“, so der Musikdirektor der Uni, der übrigens auch die amerikanische Bandlegende „Crosby, Stills, Nash & Young“ schätzt. Doch zu seinen favorisierten Komponisten zählen Johannes Brahms (1833–1897), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), Johann Sebastian Bach (1685–1750) oder Olivier Messiaen (1908–1992).

Spektrum einer Orgel ist ihre Besonderheit

Dass die Orgel auch Königin der Instrumente genannt wird, ist vielen geläufig. Doch was macht sie so besonders? „Der Umfang der Orgel ist einzigartig: Vom tiefsten, kaum wahrnehmbaren Ton bis zum höchsten reicht ihr Spektrum.“ Der gesamte Kirchenraum sei ihr Klangkörper, das Gemäuer nehme die Töne auf und gebe sie unterschiedlich verklingend wieder ab. „Der Klang einer Orgel ist niemals hektisch“, schwärmt Koenig.

Aber es gibt noch eine Besonderheit, die aber eher die Organisten betrifft: Sie ziehen fürs Spiel andere Schuhe an. Saubere, damit die Pedale nicht schmutzig werden. Glatte, damit sie mit den Füßen ungehindert über die Pedale gleiten können.

Wo und wann?

Wann?

Samstag 16 bis 18 Uhr

Sonntag 14 bis 16 Uhr mit anschließender Gesprächsrunde

Wo?

Universitätskirche Rostock

Klosterhof 7

Der Eintritt ist frei.

1965 wurde die Orgel in der Uni-Kirche (Klosterkirche) von der Orgelbaufirma Alexander Schuke aus Potsdam erbaut. Die längste Orgelpfeife ist gut fünf Meter lang, die kürzeste 0,5 Zentimeter. Schuke galt als einer der renommiertesten Orgelbauer in der DDR.

Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der Flügelaltar stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Von Klaus Amberger

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