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Rostock Trasse soll durch Rostocker Heide führen
Mecklenburg Rostock Trasse soll durch Rostocker Heide führen
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19:00 02.05.2019
Jörg Harmuth, Leiter des Forstamtes Wiethagen, zeigt auf die Vorplanung zur Ortsumgehung Mönchhagen/Rövershagen. Quelle: Doris Deutsch
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Rövershagen

Die Baustelle auf der L22 mit Vollsperrung der Bäderstraße zwischen Nienhagen und dem Kreisverkehr zeigt es: Noch mehr Fahrzeuge auf der ohnehin schon stark frequentierten Bundesstraße 105. „Noch mehr Verkehr quält sich durch den Ort“, klagt Mönchhagens Bürgermeister Karl-Friedrich Peters. „Eine Umgehung muss endlich kommen.“ „Aber nicht durch die Rostocker Heide“, sperrt sich Forstamtsleiter Hörg Harmuth.

Verankert im Bundesverkehrswegeplan

Seit 2016 ist eine solche Straße im Bundesverkehrswegeplan (BVWP). Bis 2030 soll die Ortsumgehung Mönchhagen/Rövershagen für rund 35 Millionen Euro umgesetzt sein. „Aufgrund der topographischen Lage und der Ausdehnungen der Ortschaften Mönchhagen und Rövershagen bietet sich nur eine südöstliche Umgehung mit einer zweifachen Kreuzung der Bahnstrecke RostockStralsund an“, heißt es im BVWP. Neben der Verkehrsentlastung für die Orte soll vor allem eine zügigere Anbindung der touristischen Gebiete Fischland-Darß-Zingst an die Autobahn 19 erreicht werden.

Untersuchungsraum mitten durch den Wald

Erste Entwürfe liegen nun vor. Forstamtsleiter Harmuth schaut auf den Ausdruck und schüttelt ungläubig den Kopf. Die geplante Trasse soll Höhe Schwarzenpfost durch die Rostocker Heide führen. „Durch eines der letzten geschlossenen Waldgebiete“, sagt Harmuth. Die Streckenführung kenne er schon. „Aber nun wurde der Suchraum weit weg von der eigentlichen Trasse mitten in den Wald verlegt“, erklärt Harmuth. „Was soll das? Das ist Verschwendung von Steuergeldern, denn hier wird es niemals eine Genehmigung geben“, empört sich Harmuth.

Kein städtischer Wald für neue Straße

Auch Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus, zuständig für den Stadtwald Rostocker Heide, wurden erste Untersuchungsräume für eine Ortsumgehung zugesendet. „Eine Trasse westlich und nördlich von Rövershagen, durch die Rostocker Heide, lehne ich grundsätzlich ab“, betont Matthäus. „Es wird kein städtischer Wald für eine neue Straße gefällt.“

Rövershäger uneinig über Trasse

Rövershagens Bürgermeisterin Verena Schöne ist überrascht. Sie hat wie ihre Amtskollegen der angrenzenden Gemeinden eine Einladung zum Gespräch am 15. Mai im Amt Rostocker Heide erhalten. Hier will das Straßenbauamt Schwerin über das Projekt informieren. Vorplanungen kennt Schöne trotz Nachfrage in Schwerin nicht. Die Gemeinde ist gespalten in ihrer Meinung zur Ortsumgehung. „Die Anwohner an der B 105 wünschen sich natürlich eine Entlastung“, sagt Schöne, andere seien dagegen, „weil diese Trasse die Gemeinde zum dritten und vierten Mal zerschneidet“.

Straßenbauamt: Alle Varianten im Blick

Dr. René Firgt, Leiter der Projektgruppe Großprojekte im zuständigen Straßenbauamt Schwerin, erklärt, dass es keine Vorplanungen gebe. Derzeit werde der Untersuchungsraum für die Planung einer Ortsumgehung geklärt. „Dabei müssen wir alle erdenklichen Varianten im Blick haben“, betont Firgt, ansonsten könne das Baurecht gefährdet werden. Es liege nun das Ergebnis einer „faunistischen Planungsraumanalyse“ vor, das noch vor den Sommerferien mit allen Trägern öffentlicher Belange endgültig abgestimmt werden soll.

Schöne: Optimierung der B105 sinnvoll

Bürgermeisterin Schöne kritisiert, dass schon vor drei Jahren Kosten von 35 Millionen Euro veranschlagt wurden, ohne den Trassenverlauf überhaupt zu kennen. Die Bürgermeisterin ist skeptisch und kein unbedingter Befürworter der Umgehung. „Für mich ist auch eine Optimierung der B 105 vorstellbar“, betont Schöne. Ihr Vorschlag, mit den Eigentümern von vielleicht sieben betroffenen Häusern in Rövershagen und drei in Mönchhagen zu sprechen, ihnen vernünftige Entschädigungen für ein neues Haus zu zahlen. „Das wäre die wirtschaftlich sinnvollere Lösung“, ist Schöne überzeugt, die auch einen großzügig angelegten Kreisverkehr für vernünftig hält.

Harmuth für mehr Kreisverkehre

Hier setzt auch der Förster an: Kreisverkehre und intelligente Ampellösungen auf der B 105 könnten die Staus minimieren. Bisher gebe es auf der Strecke von Bentwisch bis Gelbensande nicht einen Kreisverkehr, dafür gleich mehrere Ampeln, die den Verkehr aufhalten, bemerkt Harmuth. Auch er hinterfragt die Notwendigkeit dieser Umgehung. „Die führt kurz hinter Rövershagen wieder auf die B 105, der Stau in Richtung Darß wird also nur verlagert“, ist Harmuth überzeugt. „Und für diese ökologisch widersinnige Variante wird unnötig viel Fläche verbraucht, Natur zerstört.“

Die punktuellen Maßnahmen an der bestehenden B 105 könnten aktuell teilweise Verbesserungen ergeben und würden deshalb vom Straßenbauamt Stralsund umgesetzt, heißt es aus Schwerin. „Eine langfristige Lösung, insbesondere vom dem Hintergrund wachsender Verkehrsmengen ist jedoch nur durch die Ortsumgehung möglich“, stellt Projektgruppenleiter Firgt klar.

Keine Aussage zum Trassenverlauf

Erweiterung des Suchraums für eine weitere Trassenvariante? Forstamtsleiter Harmuth wiegelt ab: „Der Südrand der Rostocker Heide ist uraltes Waldgebiet, FFH-Gebiet, Landschaftsschutzgebiet, Ruheforst. Eine Trasse mittendurch hat keine Chance“, so Harmuth. „Dagegen gehe ich auch als Förster auf die Straße“, kündigt er schon mal an. Firgt erklärt dazu, dass der Raum möglichst umfassend abgegriffen werden müsse. „Das heißt aber noch nicht, dass eine Variante westlich der B 105 zum Tragen kommt.“ Es könne jetzt zu Beginn der Planung „nicht verlässlich gesagt werden, wo die künftige Ortsumgehung tatsächlich verläuft“.

Verkehr zum Darß minimieren

Sowohl das Forstamt als auch Bürgermeister verweisen auf das eigentliche Problem: Zu viel Autoverkehr zu und in den Tourismusregionen. Der touristische Vorteil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sei die Ruhe, die Natur. „Wenn wir die Region mit Touristen vollstopfen und alle Autos unbegrenzt rauflassen, haben wir nichts gekonnt“, warnt Verena Schöne. „Der Verkehr muss alternativ sinnvoll minimiert werden“, stimmt Harmuth zu. Es würden immer mehr Touristen angelockt – „aber nicht um jeden Preis und in Massen“, mahnt er an.

Doris Deutsch

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