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Mecklenburg Rostock

Ospa-Stiftung fördert digitale Bildung

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20:15 09.12.2020
Können auch digital: DIZ-Koordinator Martin Setzkorn (links) und Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt bei der digitalen Preisverleihung des Wettbewerbs "Digitalisierung Schulen".
Können auch digital: DIZ-Koordinator Martin Setzkorn (links) und Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt bei der digitalen Preisverleihung des Wettbewerbs "Digitalisierung Schulen". Quelle: L. Kenzler
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Südstadt

Dass das Thema Digitalisierung in den Schulen so schnell Fahrt aufnehmen würde, hätte auch Vorstandsmitglied der Rostocker OstseeSparkasse (Ospa) Karsten Pannwitt nicht gedacht. Die Idee für den Wettbewerb „Digitalisierung Schulen“ der Ospa-Stiftung entstand nämlich eigentlich schon vor der Corona-Pandemie – und ist heute verpflichtendes Thema. Ein Grund mehr für die Ospa-Stiftung, in die digitale Schulbildung zu investieren. Seit 1997 fördert die Stiftung soziale, kulturelle, sportliche und gemeinnützige Projekte. In ihrem diesjährigen Wettbewerb „Digitalisierung Schulen“ haben die Initiatoren aufgerufen, mediale Projekte, Bedarfe und Ideen einzureichen. Am Mittwoch bekamen fünf Gewinner aus Rostock und dem Landkreis die Zusage für die Umsetzung ihrer Ideen. Gefördert werden Roboter-Sets, Tablets und Lizenzen.

„Schuldbildung muss digital funktionieren“

Digitalisierung ist ein Thema, das für Karsten Pannwitt omnipräsent ist. Nicht nur als Vorstand erreiche ihn der digitale Wandel täglich, auch als Vorsitzender der Ospa-Stiftung ist Innovationskraft gefragt. Die Stiftung hat sich im September 2020 mit einem Aufruf gezielt an Schüler und Lehrer gewandt. 20 Einreichungen sind beim Wettbewerb zusammengekommen. „Schuldbildung muss in diesen Zeiten digital funktionieren. Dafür braucht es technische Möglichkeiten, aber auch eine sinnvolle Einbindung in den Unterricht“, so Pannwitt. Technische Hardware sei eine Grundvoraussetzung, sie ausprobieren zu können und gute Ideen zu entwickeln aber auch. Mit einem Gesamtvolumen von 62.500 Euro für alle 20 Anträge will die Ospa-Stiftung die Digitalisierung an den Schulen unterstützen. Auch nach der Förderung werden die Projekte noch begleitet. „Es geht uns um schnelle Hilfe, die Schulen brauchen die Ausstattung jetzt. Anträge beim Bund dauern oft bedeutend länger“, weiß Pannwitt.

Traumhaft digital

Einer der fünf Gewinner ist der Schulverein der Heinrich Schliemann Schule Neubukow. Der Verein formulierte einen Traum. Es ist der Traum eines Schülers, der ein Referat halten soll. Er betritt das Klassenzimmer, sein Tablet verbindet sich sogleich mit dem Smart TV, interaktive Folien ploppen auf, Mitschüler nehmen mit ihren Tablets an einer Umfrage teil. Die Technik läuft – referieren macht Spaß. Der Wecker klingelt. Der Junge wacht auf. Er muss ein Referat halten. Sein beklebtes Poster passt nicht in den Schulranzen, Bilder fehlen, Mitschüler hören weg. Der Schüler ist deprimiert.

„Dass digitale Medien im Klassenzimmer kein Traum bleiben müssen, möchten wir zeigen“, betont Jana Mentz von der Ospa-Stiftung. Der Schulverein bekommt Tablets für die Schüler. Referate sollen digital funktionieren. Das Güstrower Gymnasium soll technische Ausstattung für ein digitales Klassenzimmer erhalten und Medienprojekte wie Podcasts realisieren können. Der Förderverein der Paul Friedrich Scheel Schule gewinnt eine Adobe Schullizenz für Programme. Die Musikschule Carl Orff soll in Zukunft digitalen Klavierunterricht auch technisch einwandfrei umsetzen können. Anliegen aller Einreichungen ist, das Lernen zu verbessern, Bildung digital anzureichern und das Interesse einer Generation zu wecken, die ohnehin mit Tablets, Smartphones und Live-Chats aufwächst.

Digitales Klassenzimmer im DIZ

Wie wichtig das ist, weiß auch Dr. Martin Setzkorn vom Digitalen Innovationszentrum Rostock (DIZ). Im neuen „Digitalen Klassenzimmer“ sollen künftig Formate und Inhalte ausprobiert werden. „Klassen können einen ganzen Tag hier verbringen und sich austoben“, so Setzkorn. Digitale Bildung brauche Pioniere und praktikable Ideen. Dazu führe nur das Ausprobieren, man müsse sich schon mit den Dingen auseinandersetzen und einmal fühlen, wie Schule hinter dem Bildschirm und mit digitalen Hilfen ist. Die Videoübertragung der Ospa-Stiftung fand im DIZ statt. Künftig sollen hier noch mehr Menschen die Möglichkeit nutzen können, auf Distanz miteinander zu kommunizieren.

Die Ospa-Stiftung

Seit 1997 engagiert sich die Ospa-Stiftung für gemeinnützige Zwecke in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport sowie in der Kinder- und Jugendförderung. Die Stiftung setzt sich auch für die Region und eine lebens- und liebenswerte Heimat ein.

„Wir wollen insbesondere die hier lebenden Menschen fördern und bieten deshalb immer wieder die Möglichkeit, eigene Projekte, Vereine oder Aktionen in unsere Förderung einzubringen“, schreibt die Stiftung. Dabei achte man vor allem auf Nachhaltigkeit der Projekte und eine möglichst große Reichweite und Strahlkraft der Förderungen.

Von Lea-Marie Kenzler