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Rostock Pfau inspiziert Grundstücke
Mecklenburg Rostock Pfau inspiziert Grundstücke
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17:59 29.07.2019
Tierischer Besuch in Papendorf: Einwohner fotografieren einen Pfau, der seit zwei Wochen die Grundstücke inspiziert. Quelle: Tino Strempel
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Papendorf

Tierischer Besuch in Papendorf. Ein großer bunter Vogel erregt gerade viel Aufmerksamkeit im Ort. Seit zwei Wochen ist hier ein Pfau unterwegs. Er inspiziert die Grundstücke, wagt sich zutraulich in Gärten und übernachtet auf Hausdächern. Der blaue Pfau mit Schleppe und Federkrone ist ein beliebtes Fotomotiv.

Auf der Terrasse von Heidrun und Tino Strempel ist der Vogel aus der Familie der Fasanenartigen bereits Stammgast. Er flattert auf den Gartentisch und bestaunt sein Spiegelbild in der Glastür. Ein eitler Pfau? „Er hofft vielleicht eher auf einen Artgenossen“, sagt Heidrun Strempel augenzwinkernd.

Weder Zoo noch Tierheim vermisst Vogel

Niemand weiß, wie und woher der exotische Vogel ins Dorf gekommen ist. Weder der Zoo noch das Tierheim vermisst den Pfau. „Und sie fühlen sich auch nicht zuständig“, musste Peter Laurat erfahren, der wie andere besorgte Papendorfer auch herumtelefonierte, um das Zuhause des ungewöhnlichen gefiederten Gastes auszumachen.

Zoo-Kurator: Dieser Pfau ist ein Hahn

„Gerade weil sie wunderschön, relativ anspruchslos und standorttreu sind, zählen Pfauen zu den ältesten Ziervögeln überhaupt“, erklärt Markus Klamt vom Zoologischen Garten Rostock. Der auch für Vögel zuständige Kurator vermutet, dass das Tier von einem Privathalter stammen könnte. „Ob er ausgesetzt wurde, sich ein neues Revier suchen wollte oder sich bei einem neugierigen Streifzug verlaufen hat, kann man nicht sicher sagen.“ Auf alle Fälle handle es sich um einen jungen männlichen Pfau. „Der blaue Hals und die kurzen Sporen an den Beinen sind deutliche Kennzeichen dafür“, sagt Klamt.

Im Rostocker Zoo leben derzeit drei Männchen und zwei Weibchen, von denen eines zurzeit fünf Küken führt. Die Pfauen bewegen sich frei im Gelände, die Flügel wurden nicht beschnitten. „Pfauen sind Kulturfolger und sehr standorttreue Tiere“, erläutert Klamt. „Haben sie ihr Revier erst mal anerkannt und für gut befunden, dann bleiben sie auch dort.“

Pfauen mögen Gras, Insekten, Früchte

Der Papendorfer Pfau scheint sich auf jeden Fall wohlzufühlen in der Nähe des am Bach gelegenen Bruches. Das Futterangebot einiger Anwohner hat der stolze Vogel nicht angenommen. „Ein paar Körner Hühnerfutter hat er gepickt“, erzählt Heidrun Strempel, sei dann aber wieder zur Selbstversorgung übergegangen. „Von Gras und Beeren hat er sich ernährt“, haben Strempels beobachtet. Auch bei Familie Schneeberg hat der Pfau anstandshalber an den hingeworfenen Salatblättern geknabbert. „Aber dann ist er dankend weiterstolziert“, sagt Ronny Schneeberg.

Sicher schlafen auf Baum oder Dach

Der Experte vom Zoo berichtet, dass sich Pfauen hauptsächlich von Gras, Insekten, Sämereien und Früchten ernähren. „Will man den Pfau zum Bleiben überreden, kann man ihm Geflügel- und Taubenfutter oder als Leckerli ein paar Insekten, wie Mehlwürmer und Grillen, anbieten“, rät Klamt. Einen Unterstand brauche der Vogel nicht. „Bäume zum nächtlichen Aufbaumen reichen aus“, sagt der Kurator. Denn abends würden die Vögel zum Schlafen auf einen Baum fliegen, um vor Fressfeinden geschützt zu sein.

Ansonsten würden gerade Hähne mit ihrem langen und schweren Gefieder nicht sonderlich weit fliegen. „Sie bevorzugen den Gang zu Fuß“, informiert Klamt. Geflogen werde nur zur Flucht und zum Schlafengehen, auf den in der Regel immer selben Baum oder wie hier im Dorf aufs Hausdach.

Zutraulich stolziert ein Pfau seit etwa zwei Wochen durch Papendorf bei Rostock. Anwohner fotografieren den Exoten auf ihren Grundstücken, Terrassen und Hausdächern.

Enten und Schafe lehnen „Gandhi“ ab

Peter Laurat hat den Neu-Papendorfer „Gandhi“ getauft. Wohl als Anspielung auf die ursprünglich in Indien und Sri Lanka beheimateten Tiere. Die Hühnervögel werden heute weltweit auch als Haustiere gehalten. Das Freundschaftsangebot des Papendorfer Pfaus an hiesige tierische Zwei- und Vierbeiner stieß allerdings auf wenig Gegenliebe. „Unsere irdischen Haustiere – Enten und Schafe – haben ihn als Migranten abgelehnt“, erzählt Tino Strempel schmunzelnd. Dafür hat er den Zweibeinern auf der Terrasse zum Dank schon mal sein beeindruckendes Federrad gezeigt.

Pfauen können 20 Jahre alt werden

Bei Familie Grabe war der imposante Vogel nur zwei Tage zu Gast. „Der kennt vielleicht das Sprichwort vom Fisch und dem Besuch nach drei Tagen“, sagt Reinhard Grabe, der den Gast im Garten aber in aller Ruhe filmen konnte. Seine Schlafplätze findet der Pfau auf Hausdächern. „Und morgens macht er ganz schön Alarm“, hat Ronny Schneeberg festgestellt.

Pfauen können gut 20 Jahre alt werden. „In einigen Berichten liest man auch maximal 30 Jahre“, sagt Kurator Klamt. Doch das sei die Ausnahme. Mit den hiesigen Temperaturen kämen die Vögel gut klar. Auch im Winter. „Da müsste allerdings zugefüttert werden“, empfiehlt der Fachmann. Noch hat Papendorf kein eigenes Wappen, aber mit dem Pfau nun möglicherweise ein neues Wappentier.

Doris Deutsch

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