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Rostock Piranhas enttäuschen zum Play-offs-Auftakt
Mecklenburg Rostock Piranhas enttäuschen zum Play-offs-Auftakt
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06:22 23.02.2015
Sergej Hatkevitch.
Sergej Hatkevitch. Quelle: Jan Gehrmann
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Rostock

Minutenlang saß Tobias John nach Ende des zweiten Drittels einsam auf der Wechselbank. In sich gekehrt starrte er ins Leere.  Der Torhüter der Rostock Piranhas war tiefenttäuscht und ratlos. Selbst aufmunternde Worte und ein Schulterklaps seines Trainers Sergej Hatkevitch konnten den 31-Jährigen nicht trösten. Er hatte zu diesem Zeitpunkt schon sechs Gegentreffer hinnehmen müssen. Am Ende unterlagen die Ostseestädter im ersten Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga Nord am Freitagabend dem Hamburger SV mit 4:8 (1:4, 1:2, 2:2).

„Heute sage ich besser nichts“, meinte John kurz nach Spiel-Ende. Für ein Interview stand er nicht zur Verfügung, zu groß waren Enttäuschung und Wut. Zu Beginn des Schlussabschnitts erlöste Hatkevitch seine Nummer eins, stellte fortan Florian Neumann (23) ins Tor. Doch auch hinter dem zweiten Schlussmann schlug der Puck nach nur zwölf Sekunden zum ersten Mal ein. „Unsere Torhüter wurden oft im Stich gelassen, waren arme Säue“, ärgerte sich Hatkevitch.

Die Rostocker liefen vor 834 Fans in der Schillingallee von Beginn an hinterher, gerieten schon nach 19 Sekunden in Rückstand. „Da waren wir noch nicht da. Das erste Tor darf so nicht fallen“, sagte REC-Kapitän Jens Stramkowski selbstkritisch. Dann redete sich der 35-Jährige in Rage. „Dem Schiedsrichter gehört die Lizenz entzogen. Es war nicht das erste Mal, dass er viele nicht nachvollziehbare Strafen gegen uns verhängt hat. Das war ziemlich einseitig“, schimpfte Stramkowski.

Neun Strafen (insgesamt 41 Strafminuten) sprach der Unparteiische Mario Linnek (Berlin) gegen Rostock aus. Hamburg spielte nur zwölf Minuten mit weniger als fünf Feldspielern und einem Torwart. „Zur Schiedsrichter-Leistung sage ich lieber nichts“, biss sich REC-Coach Hatkevitch auf die Zunge.

Dem Trainer sah aber auch, dass seine Schützlinge gegen selbstbewusste, aggressiv spielende Gäste oft einen Schritt zu spät kamen. Darüber hinaus leisteten sich die Hausherren zahlreiche Puckverluste im eigenen Drittel. Hamburg schaltete blitzschnell um und nutzte die Rostocker Fehler, um den Vorsprung zu erhöhen, 2:0 (12.) und 3:0 (14.). Auf den Anschlusstreffer durch Paul Stratmann (40.) antworteten die Gäste durch Ex-Piranhas David Vycichlo prompt mit dem 4:1 (40.).

„Einige Spieler haben mich enttäuscht. Das sind Play-offs: Da muss man mit Herz spielen, 110 Prozent geben. Das haben wir nicht getan. Hamburg hat verdient gewonnen, war kämpferisch besser“, analysierte Coach Hatkevitch. Der 48-Jährige setzte seine Spieler unter Druck, sagte: „Jetzt zeigt sich, mit wem ich für die neue Saison planen kann.“

Hamburg baute im weiteren Verlauf zwar aber, verlor die Spielkontrolle, blieb aber bei Kontern brandgefährlich und schlug immer dann zurück, wenn Rostock drängte. Trotz der deutlichen Niederlage – der vierten im fünften Aufeinandertreffen mit dem HSV in der laufenden Saison – bleibt Hatkevitch optimistisch. „Wir haben eine Schlacht verloren, aber keinen Krieg“, betonte er. Schon im zweiten Play-off-Spiel, Sonntag (18.30 Uhr, Eisstadion Stellingen) wollen die Piranhas mehr Biss zeigen und zurückschlagen. Das Halbfinale erreicht die Mannschaft, die zuerst vier Partien gewinnt.

REC: John (bis 40.), Neumann (ab 41.) - Brink, Krzyzyk, Kohlstrunk, Pritykin, Bergemann, Labuhn – Sulcik, Marsall, Stratmann, Stramkowski, Haiduk, Kubail, Lemmer, Stockel.

Tore: 0:1 Blank (1.), 0:2 Rupp (12.), 0:3 Heitmann (14.), 1:3 Stratmann (20.), 1:4 Vycichlo (20.), 2:4 Stramkowski (27.), 2:5 Rupp (29.), 2:6 Vycichlo (36.), 2:7 Matheson (41.), 3:7 Sulcik (44.), 4:7 Stramkowski (48.), 4:8 Schlode (55).

Strafminuten: REC 41 inkl. 25 Minuten Matchstrafe Phil Bergemann (8.), HSV 12.

Zuschauer: 834.



Tommy Bastian