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Rostock Piranhas krönen tolle Aufholjagd
Mecklenburg Rostock Piranhas krönen tolle Aufholjagd
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07:58 25.02.2015
Eric Haiduk (links) führt den Puck. Er traf zum 2:3 für Rostock. Quelle: Tomy Bastian
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Rostock

Als Arthur Lemmer in der 34. Spielminute den 3:3-Ausgleich erzielt hatte, ließ der 24-Jährige seinen Gefühlen freien Lauf. Er drehte ab, raste auf seinen Kufen in Richtung Bande und sprang ungebremst, mit den Händen voraus gegen die Plexiglasscheibe in der Eishalle Schillingallee. „Ja“, brüllte der Stürmer seinen Mitspielern entgegen, die ihn danach freudig umringten.

Die Rostock Piranhas übernahmen gestern Abend die Führung im Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga Nord. Sie gewannen die dritte Partie der sogenannten „Best-of-seven-Serie“ – wer zuerst vier Spiele gewinnt, ist eine Runde weiter – gegen den Hamburger SV mit 5:4 (0:3, 3:0, 2:1).

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„Das war ein wichtiger Sieg, denn der psychologische Vorteil liegt nun bei uns“, freute sich REC-Coach Sergej Hatkevitch. „Aber das nächste Spiel wird genauso schwer. Hamburg hat ein junges Team, das möglicherweise besser regeneriert als wir“, fügte der 48-Jährige hinzu. Er konnte diesmal wieder auf die zuletzt verletzten Igor Bacek, Alexander Gruhler sowie Arthur Lemmer und Oldie Christian Ciupka (33) zurückgreifen.

Hatkevitch ärgerte sich zunächst über den verpatzten Start seiner Mannschaft, die schnell in Rückstand geriet (2.). Die Hausherren hatten im ersten Drittel zwar mehr Spielanteile, doch die Tore fielen auf der anderen Seite. Hamburg erhöhte und der REC ging mit einem Drei-Tore-Rückstand in die erste Pause. „Der HSV hat seine ersten drei Schüsse alle verwandelt. Wir haben dagegen zu viele Fehler gemacht, waren zu verkrampft und übermotiviert“, analysierte Hatkevitch.

Doch im Mitteldrittel schlugen die Raubfische zurück. Torjäger Petr Sulcik traf vier Minuten nach Wiederbeginn zum 1:3 (24.). Eric Haiduk und Arthur Lemmer sorgten mit einem Doppelschlag binnen zehn Sekunden für den verdienten Ausgleich, 3:3 (34.). „Da waren wir am Drücker, haben befreiter aufgespielt und Siegermentalität gezeigt“, sagte Hatkevitch.

Und es kam noch besser: Im dritten Abschnitt brachte Gregor Kubail den REC schnell in Führung. 47 Sekunden waren gerade abgelaufen, als der junge Stürmer zum 4:3 vollstreckte. Sieben Minuten später erhöhte der 19-Jährige auf 5:3 (48.). „Wer die Tore schießt, ist egal. In den Play-offs zählt nur, einen Treffer mehr zu erzielen als der Gegner“, meinte Kubail bescheiden. „Mit dem Sieg haben wir einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht, müssen aber konstant so weiterspielen wie im zweiten und dritten Drittel“, forderte er.

In der Schlussphase mussten die Rostocker noch mal zittern, nachdem der HSV ein Überzahlspiel zum 4:5-Anschlusstor genutzt hatte. Doch nach einer Zweiminutenstrafe gegen Haiduk überstanden die Piranhas die letzten 33 Sekunden in erneuter Unterzahl und retteten den knappen Vorsprung über die Zeit.

„Wir haben Herz und Charakter gezeigt. Damit kann man viel erreichen. Es müssen nur alle an sich glauben“, betonte REC-Publikumsliebling Anton Marsall. „Ich bin optimistisch, dass wir in Hamburg an diese Leistung anknüpfen können“, ergänzte der 34-jährige Angreifer.

Am Freitag (19.30 Uhr) reisen die Raubfische zur vierten Begegnung nach Hamburg, ehe am kommenden Sonntag das nächste Heimspiel gegen den gleichen Gegner ansteht.

REC: Neumann – Pritykin, Brink, Krzyzyk, Kohlstrunk, Gruhler, Ciupka, – Sulcik, Marsall, Kubail, Stratmann, Stramkowski, Haiduk, Bacek, Lemmer, Labuhn.

Tore: 0:1 Vycichlo (2.), 0:2, 0:3 Matheson (3., 16.), 1:3 Sulcik (24.), 2:3 Haiduk (34.), 3:3 Lemmer (34.), 4:3, 5:3 Kubail (41., 49.), 5:4 Stokowski (56.).

Strafminuten: REC 14, HSV 14.

Zuschauer: 706.

Weitere Ergebnisse: Hannover Scorpions – EHC Timmendorfer Strand 5:2, Hannover Indians – ESC Wedemark Scorpions 6:0, EC Harzer Falken – Crocodils Hamburg 5:2.



OZ

25.02.2015
25.02.2015