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Rostock Pläne für „Ulmicum“: So sieht Rostocks neue Uni aus
Mecklenburg Rostock Pläne für „Ulmicum“: So sieht Rostocks neue Uni aus
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20:30 18.06.2019
Uwe Sander vom BBL und Uni-Rektor Wolfgang Schareck (l.) freuen sich auf die neue Universitätsbibliothek am Ulmencampus. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

„Wenn man einen neuen Uni-Campus plant, fangen eigentlich alle mit der Bibliothek an. Sie ist das Herz des Ganzen“, sagt Robert Zepf, Leiter der Universitätsbibliothek in Rostock. In der Hansestadt jedoch lief es anders: Als Ende der 1990er Jahre die Uni auf das ehemalige Kasernen-Areal an der Ulmenstraße zog, war die Bibliothek zunächst außen vor. Genau das soll sich nun aber ändern: Uni-Leitung und Land wollen den Campus in der KTV zum neuen Herz der Universität machen – und planen für knapp 60 Millionen Euro den Bau eines neuen „Büchertempels“, neuer Seminar-, Instituts- und Verwaltungsräume. Wie die neue Uni aussehen wird – das ist seit Montagabend endlich klar.

Planung seit 2011

„Das Ulmicum wird endlich Realität“, sagt Rektor Wolfgang Schareck. Seit acht Jahren sind sich die Wissenschaftler und die Landesregierung bereits einig, die Geistes- und Kulturwissenschaften in der KTV bündeln zu wollen. Auch Juristen, die „Philosophen“ sowie die Lehrerausbildung und das Staatliche Schulamt sollen an den Ulmencampus ziehen. Das Studentenwerk baut dafür eine neue Mensa, das Land neue Räume für den Lehrbetrieb.

„Um die Geisteswissenschaftler alle an die Ulmenstraße zu holen, brauchen wir zunächst mal ,Labore’ für die Fakultäten. Und das ,Labor’ eines Geisteswissenschaftlers ist nun mal die Bibliothek“, sagt Rektor Schareck. Knapp 60 Millionen Euro soll der Neubau-Komplex zwischen dem alten Exerzierplatz und der S-Bahn-Linie kosten. Vorgabe für die Planer: Die Gebäude sollen Platz für 900 000 Buch-Bände, 225 Mitarbeiter und 680 Seminarplätze bieten. Spätestens bis 2025 soll der Bau stehen. „Heute ist ein wunderschöner Tag für unsere Uni. Wir bekommen die dringend benötigte Forschungsbibliothek“, so Schareck. „Und wir bekommen unseren Zentralcampus mitten in der Stadt statt auf der grünen Wiese.“

Berliner gewinnen Wettbewerb

Insgesamt 20 Planungs- und Architekturbüros hatte der zuständige Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) international angeschrieben. „18 haben sich am Wettbewerb beteiligt“, so BBL-Bereichschef Uwe Sander. Am Montag tagte nun eine Fachjury aus Architekten, Planern und auch Uni-Vertretern, um den Entwurf auszuwählen, der realisiert werden soll: Nach zehn Stunden Beratung entschieden sich die Juroren für die Pläne des Büros BHBVT. Die Berliner haben sich unter anderem auf Hochschulbauten spezialisiert, zeichnen sich unter anderem verantwortlich für den Neubau des Potsdam-Instituts für Klimafolgen-Forschung und das Leibniz-Institut für Astrophysik ebenfalls in der brandenburgischen Landeshauptstadt. „Uni-Gebäude sind die Fabriken unserer Zeit. In ihnen wird Wissen vermehrt und gelehrt. Eine spannende Aufgabe für Architekten“, so Bernd Jaeger, bei BHBVT verantwortlich für das Projekt in Rostock.

Der Entwurf von BHBVT sieht zwei Neubauten vor: einen großen für die Bibliothek, Seminarräume und Institute sowie einen kleineren für die Verwaltung. „Das Institut für Ur- und Frühgeschichte wird unter anderem in die sanierten Räume des alten Arrestgebäudes ziehen“, erklärt Planer Jaeger. „Die Planungen waren eine Herausforderung. Wir mussten uns mit der strengen Kasernen-Architektur in der Nachbarschaft auseinandersetzen. Außerdem musste das Gebäude repräsentativ sein: Alle Rostocker und ihre Gäste fahren mit der S-Bahn daran vorbei.“ Der kleine Platz Am Röper – direkt an der Haltestelle Parkstraße – soll ebenfalls umgestaltet werden und neues Eingangsportal zum Campus werden. „Wir planen dort auch Treppen, auf denen sich Studenten, Lehrkräfte und alle Rostocker aufhalten können.“

Uni freut sich auf neues Zuhause

„Ich finde den Entwurf sehr gelungen. Er passt zum bestehenden Campus, zur KTV“, so Wolfgang Schareck. Auf keinen Fall hätte er große Hochhaus-Bauten an der Stelle gewollt. Die Uni wird sich mit dem Ulmicum auf zwei Standorte in Rostock konzentrieren: Die Geisteswissenschaften sind dann in der KTV zu Hause, die Naturwissenschaften haben ihren Campus rund um die Albert-Einstein-Straße in der Südstadt. Durch einen neuen Radschnellweg will Rostock beide Zentren in Zukunft noch besser verbinden. Im vergangenen Wintersemester studierten fast 13 000 Männer und Frauen an der ältesten Uni im Ostseeraum, die in diesem Jahr ihren 600. Geburtstag feiert.

„Wir feiern 2019 auch die älteste Uni-Bibliothek im Norden: Wir werden 450 Jahre alt“, so Bibliothekschef Robert Zepf. Der Neubau in der KTV – er sei das „schönste Geburtstagsgeschenk“. „Wir warten auf diesen Bau schon seit 1999. Bibliotheken sind nicht mehr nur Räume voller Bücherregale, sondern Lernräume.“ Zepf selber wird den Bau aber nicht mehr in verantwortlicher Position erleben: Er wechselt an die Uni Hamburg.

Andreas Meyer

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