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Politik Vater kämpft um Spielstraße
Mecklenburg Rostock Politik Vater kämpft um Spielstraße
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12:58 20.11.2018
Frank Goesch ist verärgert. Seit zwei Jahren versucht er die Stadt dazu zu bewegen, an dieser Durchfahrt ein Spielstraßen-Schild aufzustellen, um Raser auszubremsen – vergeblich. Quelle: ANTJE BERNSTEIN
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Rostock-Reutershagen

„Muss hier erst ein Kind angefahren werden, bevor die Stadt etwas unternimmt?“ Frank Goesch ist verärgert. Seit zwei Jahren kämpft der Rostocker darum, dass die einspurige Straße hinter den Wohnblöcken in der Ulrich-von-Hutten-Straße sicherer wird. Die Mitarbeiter eines benachbarten Pflegedienstes, die zur Arbeit wollen, und Anwohner, die ihr Auto auf einem der Stellplätze hinter den Hausnummern 30 bis 34 parken möchten, müssen dafür eine Durchfahrt passieren und direkt nach diesem Tunnel in eine Linkskurve einbiegen. Erst spät sieht man, was sich dahinter auf der Fahrbahn befindet. „Trotzdem brettern manche hier mit 60 Sachen durch“, beklagt Goesch. Es sei pures Glück, dass dabei noch niemand verletzt worden sei.

Spielen nur unter Aufsicht

Zu brenzlichen Situationen sei es aber schon oft gekommen, berichtet Frank Goesch. Seine Tochter, Eva Maria Goesch (11), spielt nach der Schule gern mit Freunden Ball auf dem Grünstreifen am Haus oder fährt mit ihrem Rad auf dem schmalen Innenring, der die von-Hutten-Straße mit der Goerderlerstraße verbindet. Schon zwei Mal sei sie hier beinahe angefahren worden, „weil einer um die Kurve geschossen kam“, berichtet Frank Goesch. „Das Schlimme ist, dass sich meine Tochter auch noch von den unvorsichtigen Autofahrern beschimpfen lassen musste. Ich habe Angst um sie.“

So wie ihm gehe es auch anderen. „In den Häusern ringsum wohnen viele Familien mit kleinen Kindern und die toben gern hier draußen.“ Doch ohne Aufsicht gehe das nicht. „Wenn die Kinder draußen sind, muss immer ein Erwachsener dabei sein und aufpassen, dass nichts passiert.“ Dabei wäre es so leicht, die Gefahrenzone zu entschärfen, meint Goesch. „Warum weist man das hier nicht als Spiel- oder Einbahnstraße aus? Eine Bodenschwelle würde auch schon helfen.“

Stadt will Autos zählen

All das hat der Vater vor gut zwei Jahren erstmals, und seitdem regelmäßig, beim Ortsamt West angeregt. Dieses wiederum hatte ihm zugesichert, sich mit dem Amt für Verkehrsanlagen und dem Ortsbeirat Reutershagen des Problems annehmen zu wollen. Passiert sei bis heute nichts – trotz mehrfachen Austauschs per Mail, moniert Frank Goesch. Was ihn dabei besonders ärgert, sei, dass ein Verkehrsproblem vor der Häuserzeile scheinbar prompt gelöst werden konnte: Um Wildparker auszubremsen, seien auf dem Bürgersteig mehrere Metallbügel einbetoniert worden. „Das ging komischerweise ganz schnell“, beschwert sich Goesch. Damit auch bei der Durchfahrt etwas passiert, hat er sich nun direkt den Leiter des Amtes für Verkehrsanlagen, Heiko Tiburtius, gewandt. Und der verspricht: „Wir werden die Verkehrssituation analysieren.“ Zwar seien ihm, bis auf die von Herrn Goesch, keine weiteren Anwohnerklagen bekannt. „Aber wir nehmen sein Schreiben zum Anlass, herausfinden, ob Handlungsbedarf besteht.“

Dafür werde voraussichtlich noch in diesem Jahr ein schuhkartongroßes Messgerät an besagter Hinterhofstraße angebracht.Das zählt dann sieben Tage am Stück, wie viele Autos hier vorbeifahren und wie schnell sie dabei sind. „Anschließend werten wir die Daten aus und entscheiden, ob und wie es weiter geht“, erklärt Tiburtius. Sollte sich dabei herausstellen, dass hier tatsächlich eine Gefahrenzone entschärft werden muss, seien verschiedene Möglichkeiten denkbar. Bodenschwelle, Tempolimit, Spielstraßenschild – „Wir müssten dann sehen, welches Werkzeug in dem konkreten Fall passt.“ Bevor sein Ressort aktiv werden könne, müsste aber zunächst der Ortbeirat grünes Licht geben.

„Ich hoffe, dass die Messungen nicht zu lange dauern, das Ergebnis schnell ausgewertet und die entsprechende Reaktion gezeigt wird“, sagt Frank Goesch. „Und das in der Zwischenzeit nichts passiert.“

Antje Bernstein

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