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Rostock Polizisten schocken junge Autofahrer
Mecklenburg Rostock Polizisten schocken junge Autofahrer
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00:00 04.12.2015
Kriminalpolizist Ottmar Saffan (l.) schildert den Schülern aus eigener Erfahrung, was durch Ablenkung im Auto passieren kann. Quelle: Claudia Tupeit
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Ein Blick aufs Handy, der alles verändert. Ein kurzes Stück zu schnell fahren und nichts ist mehr wie vorher. Der „Crash Kurs MV“, ein Verkehrssicherheitsprojekt des Polizeipräsidiums Rostock unter anderem mit dem Landeskriminalamt, erschüttert die Berufsschüler der Medizinischen Akademie. Gestern Nachmittag haben 140 junge Leute die ungeschönte Wahrheit gesehen und gehört.

Mit drastischen Bildern der echten Patientin Nicki schockt Gernot Rücker, Notfallarzt von der Rostocker Uni-Klinik, das Publikum. Er hat das Mädchen monatelang betreut, nachdem es wegen Unachtsamkeit und zu schnellen Fahrens einen schweren Verkehrsunfall hatte. „Bei vollem Bewusstsein hat sie mit halb abgerissenem Bein auf Rettung gewartet“, sagt er. Der Hubschrauber musste seinen Landeplatz finden, sie wurde aus dem Auto geholt, kam im Krankenhaus in den Schockraum. „15 bis 20 Mann erwarteten sie dort. Jeder Eingriff ging ganz schnell.“ Aufgewacht aus der Narkose sei sie mit einem verkürzten Bein und etlichen Schrauben in ihrem Körper. „Sie wird nie mehr tanzen können“, sagt Rücker deutlich. Weil sie einmal nicht aufgepasst habe.

Die Bilder und Schilderungen sind für die Berufsschüler kaum zu ertragen. Auch das persönliche Schicksal von Kriminalpolizist Ottmar Saffan berührt viele: Er lieh seinem Sohn Manuel (27) sein 185-PS-Motorrad, mit dem dieser tödlich verunglückte. Die wahren, ungeschönten Ereignisse — zu viel für manche Jugendliche. Die ersten verlassen den Raum, sitzen draußen, werden von Polizeibeamten mit Worten, Taschentüchern und Wasser getröstet. Jördis Bethge (20), angehende Ergotherapeutin, hat ihre aufgewühlte Freundin nach draußen begleitet. Diese habe durch einen Unfall ihren Cousin verloren. Emotionen kommen hoch, Tränen werden getrocknet. Auch Bethge selbst ist geschockt von dem, was sie beim Vortrag gesehen hat. „Ich hoffe, dass ich jetzt beim Fahren öfter daran denke, mich nicht ablenken zu lassen.“

Die Zuschauer sollen bei den regelmäßigen Crash-Kursen nicht verängstigt werden, sondern lernen, Verantwortung zu übernehmen, lautet das Ziel. Rostocks Polizeichef Michael Ebert: „Ich habe selten eine Veranstaltung erlebt, die die Jugendlichen emotional so erreicht hat.“



Claudia Tupeit

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