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Rostock Methling krönt seine Amtszeit
Mecklenburg Rostock Methling krönt seine Amtszeit
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18:16 19.12.2018
Oberbürgermeister Roland Methling (64) freut sich über die vielen Menschen, die 2018 in und mit Rostock gefeiert haben – hier bei der 28. Hanse-Sail. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

2018 ist das letzte komplette Jahr in seiner Amtszeit – und wohl auch das schönste. Denn in diesem Jahr hat Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) seine beiden wichtigsten Ziele erreicht: Die Hansestadt ist schuldenfrei und der Stadthafen wird im Zuge der Bundesgartenschau 2025 endlich weiter entwickelt. Geplant sind unter anderem eine Brücke nach Gehlsdorf und der Neubau des Archäologischen Landesmuseums. „Das ist seit dem Wahlkampf 2004 und meinem Amtsantritt 2005 mein Lieblingspojekt: Dass wir das Stadtzentrum so entwickeln, das es diesen Namen auch verdient. Hier sind wir jetzt zielsicher unterwegs“, sagt Methling.

Begeistert blickt Methling auch auf Rostocks 800. Stadtgeburtstag zurück. „Hinter uns liegt ein wahrhaft historisches Jahr“, sagt der OB. „Wir haben nicht nur 800 Jahre Stadtgeschichte in vielfältigster Form Revue passieren lassen.“ Es sei sogar Stadtgeschichte geschrieben worden. Rostock sei internationaler denn je gewesen. „Gemeinsam mit Gästen aus Nah und Fern haben wir nicht nur gefeiert, wir haben uns auch auf historische Parallelen und Stärken besonnen“, so Methling. Er nennt als Beispiele den Mecklenburg-Vorpommern-Tag, den 38. Internationalen Hansetag und auch Rostock tanzt“. Den Skandal um Jubiläumskuscheltier „Greifi“ verbucht der OB im Rückblick als nette Episode.

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20 bis 30 Millionen Euro Plus pro Jahr

Seit bald 14 Jahren ist Methling Rostocks Oberbürgermeister. Ende Mai 2019 wird sein Nachfolger gewählt. Der 64-Jährige selbst kann aus Altersgründen nicht wieder antreten. Zu Beginn seiner Amtszeit war die Stadt noch mit rund 250 Millionen Euro verschuldet und quasi gelähmt. Das ist längst Vergangenheit. „Wir sind wieder handlungsfähig und können den Entscheidungsspielraum der kommunalen Selbstverwaltung nach mehr als 17 Jahren endlich wieder voll ausschöpfen“, sagt Methling.

Die Bilanz des Konzerns Hansestadt Rostock falle derzeit fast 800 Millionen Euro besser aus als noch zu seinem Amtsantritt 2005, so der OB. „Hinzu kommt, dass wir nicht 20 Millionen Euro Minus pro Jahr produzieren, sondern 20 bis 30 Millionen Euro Plus.“ Es sei heute für die Hansestadt ohne weiteres möglich, 300 Millionen Euro an Kredite aufzunehmen.

Zahlreiche Leuchtturmprojekte

Investiert werden soll in den kommenden Jahren nun in zahlreiche Leuchtturmprojekte: 120 Millionen Euro in die Bundesgartenschau, 110 Millionen Euro in den Neubau des Volkstheaters, 25 Millionen Euro in eine Eis- und Schwimmhalle im Nordwesten, 50 bis 60 Millionen Euro in die Modernisierung der Feuerwache in der Südstadt und 45 Millionen Euro in ein Verwaltungsgebäude in der Innenstadt. Bei fast allen Vorhaben rechnet die Stadt mit Fördermitteln in Höhe von 50 Prozent und mehr.

Doch bei allen finanziellen Erfolgen: Nicht selten muss sich Methling den Vorwurf anhören, er habe die Stadt kaputt gespart. Das jedoch weist er vehement zurück. „Wir haben in den vergangenen 13 Jahren alle gewichtigen Straßenbauprojekte in Ordnung gebracht, Schulen und Sporthallen in großer Dimension saniert.“ Auch seien erste Kindergärten neu gebaut worden. „Das hat es früher nicht gegeben, Kindergärten wurden eher geschlossen“, so der OB.

Und auch als die Stadt 2006 am Boden war und kaum Geld hatte, seien freiwillige Leistungen unter anderem in das Programm Soziale Stadt für Stadtteile wie Dierkow oder Toitenwinkel geflossen. „Darüber hinaus haben wir in den städtischen Unternehmen allein bei der Wohnungsgesellschaft Wiro 300 Millionen Euro an Kreditverbindlichkeiten abgebaut“, sagt Methling. Als sozialpolitisch wichtigste Entscheidung in 2018 und in seiner gesamten Amtszeit bezeichnet er die Einführung des kostenlosen Schülertickets für 2019/2020.

Wohnungsbau läuft schleppend an

Beim Neubau des Volkstheaters wäre der OB in diesem Jahr hingegen gerne weiter vorangekommen. „Dass sich das so hinzieht, tut mir schon ein bisschen weh.“ Bereits 1992 habe die Stadt den Neubau beschlossen. Auch beim Wohnungsbau läuft es noch nicht wie gewünscht: Pro Jahr müssen in Rostock 1200 Wohnungen entstehen, um den vorausgesagten Bedarf zu decken. Diese Zahl wird erneut verfehlt. Dennoch ist Methling optimistisch: „Wir haben eine Liste, dass 9600 Wohnungen bis 2023 fertig sind.“ Im Durchschnitt seien die 1200 Wohnungen pro Jahr dann noch erreichbar.

André Wornowski

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