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Rostock CDU kritisiert Studie – Linke und Jusos sind besorgt
Mecklenburg Rostock CDU kritisiert Studie – Linke und Jusos sind besorgt
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18:44 18.12.2018
Symbolbild: Eine Klassenlehrerin gibt einem Schüler im Deutschunterricht Hilfestellung. Quelle: Frank Molter/dpa
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Rostock

Diskussion um die wachsende Zahl an Privatschulen in der Hansestadt: Mit Verwunderung reagiert die Rostocker CDU auf die Kritik des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, das die Gefahr einer zunehmenden sozialen Spaltung sieht. Denn die privaten Angebote gebe es ausschließlich in Warnemünde und in der Innenstadt (die OZ berichtete). Für den Rostocks CDU-Chef Daniel Peters sind die Aussagen der Forscher jedoch zu oberflächlich. „Wer undifferenziert von ‚unteren und höheren Schichten‘, ‚armen und reichen Stadtteilen‘ und pauschal von ‚Privatschulen‘ spricht, hat vielleicht doch nicht so ganz genau hingesehen.“

Die Schulen in freier Trägerschaft seien ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Bildungslandschaft, so Peters. Sie entstünden immer dort, wo sich Eltern besondere pädagogische oder konfessionell geprägte Konzepte wünschen. „Dass diese Schulen sich immer stärker an Beliebtheit erfreuen dürfen, ist ein gutes Signal: Ein gesunder Wettbewerb zwischen öffentlichen und freien Schulen ist eine Bereicherung für die Bildungslandschaft“, sagt Peters.

Das Gerede von „sozialer Spaltung“ hingegen wirke auf den Rostocker CDU-Chef wie eine willkommene Parole, Stimmung zu machen und das staatliche Schulsystem in seiner Gesamtheit schlecht zu reden. „Natürlich bestehen Defizite, aber es existieren ebenso auch Probleme und Unterschiede an Schulen in freier Trägerschaft“, sagt Peters. Er habe auch nicht den Eindruck, dass sich 50 Prozent aller Eltern von Gymnasiasten als ‚reich‘ bezeichnen würden. „Das aber wäre die Schlussfolgerung, wenn man dem Duktus der Studie folgen möchte.“

Linke sehen Gefahr der Ausgrenzung

Der Vize-Fraktionschef der Linken in der Bürgerschaft, Karsten Kolbe, ist hingegen besorgt, dass immer mehr Schüler in Rostock Privatschulen besuchen. „Dieser Trend zementiert die vorhandene soziale Spaltung der Stadtgesellschaft“, sagt Kolbe. Der Anspruch von Chancengleichheit in der Bildung rücke damit in immer weitere Ferne, da der Geldbeutel der Eltern entscheidet, an welche Schule das Kind gehen könne und an welche nicht. „Durch das Erheben von Schulgeld entstehen exklusive Räume und letztendlich findet damit soziale Ausgrenzung statt“, so Kolbe.

Auch die Jugendorganisation der SPD sieht die Entwicklung kritisch. „Das ist bereits die zweite Studie in kurzer Zeit, die Rostock eine massive Fehlentwicklung hinsichtlich sozialer Spaltung attestiert“, sagt der Kreisvorsitzende der Jusos, Tom Lüth. Das Problem sei jedoch mit der Abschaffung der Privatschulen nicht gelöst, denn offensichtlich würden die Kapazitäten in der Stadt gebraucht. „Daher fordern wir von der städtischen Verwaltung ein Umdenken in der Schulpolitik.“

Soziale Spaltung abmildern

Aus Sicht der Jusos sei es notwendig, dass sowohl Sanierung und technische Aufrüstungen als auch ein besseres Betreuungsangebot vor allem in den Stadtteilen zuerst geschaffen werden, in denen keine Privatschulen existieren, um die bestehende soziale Spaltung abzumildern. „Langfristig sind die Jusos für eine Schullandschaft in der staatliche Gesamtschulen das städtische Bild prägen, da Schulen der Ort sein müssen, an denen alle gesellschaftlichen Schichten zusammen kommen“, so Lüth.

Der Rostocker Bund befürwortet nach eigenen Angaben seit langem einen staatlichen Schulneubaukomplex auf dem Groten Pohl – zum Beispiel für Jenaplan- und Südstadtgrundschule. Anfang des Jahres sei daher ein Grundstücksdeal mit einem privaten Bildungsträger an dieser Stelle in letzter Minute verhindert worden, so Fraktionschefin Sybille Bachmann.

André Wornowski

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