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Rostock Projekt unterstützt innovative Start-ups
Mecklenburg Rostock Projekt unterstützt innovative Start-ups
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05:08 23.05.2019
Sebastian Magolz (v. l.), David Otto und Daniel Schmidt haben ihr eigenes Koi-Futter auf den Markt gebracht. Quelle: Nutramare GmbH
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Rostock

 Ein Unternehmen zu gründen ist keine leichtfertig getroffene Entscheidung, weiß David Otto. Erst im vergangenen Jahr haben er und seine beiden Kollegen Sebastian Magolz und Daniel Schmidt sich den Traum ihrer eigenen Firma „Nutramare“ erfüllt. Mit hochwertigem Premium-Koi-Futter will das Trio den Markt erobern. „Die Idee kam mir bereits während meines Studiums“, erzählt David Otto. Mehr als drei Jahre habe es gedauert, bis aus der Überlegung schließlich Ernst wurde.

Weil der Schritt in die Selbstständigkeit nicht nur mit Chancen, sondern auch mit einer Menge Risiken verbunden ist, unterstützt das Technologiezentrum Warnemünde (TZW) junge Unternehmen, wie das der drei Männer, bei der Verwirklichung dieses Vorhabens. Mit dem Projekt „Techno Start-up MV“ wird den Neugründern tatkräftig unter die Arme gegriffen. Zwölf Monate lang werden sie aktiv von Experten begleitet und beraten.

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Guter Rat ist wertvoll

„Damit wollen wir junge Menschen aus der Region ermutigen, den Schritt zur Unternehmensgründung zu wagen und sie dabei stärken – ihnen das notwendige Handwerk vermitteln“, erklärt TZW-Geschäftsführerin Petra Ludwig. Schwerpunkt des Projektes sei demnach die Beratung und Unterstützung technologieorientierter und innovativer Start-ups aus Rostock und dem gesamten Umland. Rund 15 Unternehmen werden jedes Jahr am Standort Warnemünde auf diese Weise gefördert. Darunter die drei Männer von „Nutramare“.

Sie haben nicht nur bedarfsgerechte Coachings bekommen, sondern die Möglichkeit, sich mit potenziellen Partnern und Investoren zu vernetzten. „Wenn man ganz am Anfang steht, braucht man vor allem eines – gute Kontakte“, meint Daniel Schmidt. Diese haben sie dank der Unterstützung des Warnemünder Technologiezentrums erhalten. „Das Wissen, was uns hier vermittelt wird, ist viel wertvoller als alles andere. Selbst mit einem guten Startkapital kommt man nicht weit, wenn man keine Ahnung davon hat, wie man seine Pläne umsetzen kann“, ergänzt Otto.

Und so hat das Trio mit Hilfe der Coaches sowohl eine passende Marketingstrategie entwickelt, als auch wichtige Handgriffe für die Messeplanung erlernt und Tipps für ein anschauliches Produktdesign erhalten. „Mit jedem neuen Schritt kommen neue Herausforderungen auf uns zu. Wir sind froh, dass wir hier nicht auf uns allein gestellt sind, sondern Unterstützung von erfahrenen Menschen bekommen“, meint Schmidt.

Von der Liebe zum Koi bis zum eigenen Unternehmen

Bereits in seiner Kindheit packte David Otto die Liebe zu den Kois. In seinem heimischen Teich schwimmen rund 40 bunte Kussmäuler. Selbst seine Bachelorarbeit widmete er den Zuchtkarpfen. „Ich habe unterschiedliche Futtersorten auf ihre Inhaltsstoffe untersucht“, sagt der Rostocker. Dabei stellte er fest, dass das Futter oftmals nicht dem Bedarf der Tiere entsprach und durch sämtliche Zusatzstoffe, wie Weizen oder Soja, gestreckt wurde. Also fing Otto an, mit Nährstoffen zu experimentieren. „Damit ist eigentlich die Grundidee für unser Unternehmen entstanden“, sagt er bescheiden. „Unser Ziel war es, anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse ein nährstoffreiches Koi-Futter zu entwickeln“, erklärt Sebastian Magolz.

Doch das ist nicht alles, denn die drei Jungunternehmer haben eine App entwickelt, anhand derer Koi-Fans die ideale Menge an Futter errechnen können. „Je nach Wassertemperatur und Körpergröße ändert sich auch der Bedarf“, weiß Otto. Damit selbst Einsteiger nichts mehr falsch machen können, wollen Otto, Schmidt und Magolz die passende Hardware liefern. Aktuell arbeiten sie an einem Futterspender, der so programmiert werden kann, dass er automatisch die optimale Menge Pellets in den Koi-Teich streut. „Wir sind noch in der Entwicklung, doch voraussichtlich nächstes Jahr können wir einen Prototypen vorstellen“, erklärt Magolz stolz.

„Was die drei in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, ist toll“, findet TZW-Geschäftsführerin Petra Ludwig. An diesem Beispiel zeige sich, wie wichtig die Förderung junger Unternehmer sei. „Viele Leute haben tolle Ideen, wissen aber nicht, wie sie diese umsetzen können. Wir wollen dazu beitragen, dass sich mehr Menschen trauen diesen Weg zu gehen.“

Susanne Gidzinski

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