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Rostock Proteste gegen rechte Kundgebung in Rostock
Mecklenburg Rostock Proteste gegen rechte Kundgebung in Rostock
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06:28 23.02.2019
Rund 200 Gegendemonstranten protestierten gegen die Kundgebung der rechten Initiative „Vereint für Stralsund“ in Rostock. Quelle: André Wornowski
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Rostock-Groß Klein

Zwei Hitlergrüße und ein Schlag in das Gesicht eines Beamten – das ist die erste Polizei-Bilanz des Demo-Abends am Freitag im Rostocker Stadtteil Groß Klein. Rund 100 Teilnehmer sind hier nach Angaben der Beamten bei der Kundgebung der rechten Initiative „Vereint für Stralsund“ zusammengekommen. Auf der anderen Seite zählte die Polizei etwa 200 Gegendemonstranten. Insgesamt waren 140 Beamte im Einsatz.

Knifflig wird es an diesem Abend nur einmal: Am Kleinen Warnowdamm gelingt es einer linken Gruppe, bis auf wenige Meter an die rechte Kundgebung heranzukommen. Es gibt ein Gerangel. Rasch eilen mehr Polizisten herbei und drängen die Linken zurück. Die Beamten setzen einen Gegenprotestler fest. „Wir wollen seine Identität feststellen“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Der junge Mann soll einem Beamten mit einem Regenschirm ins Gesicht geschlagen haben.

Ansonsten sind die beiden Lager weit voneinander getrennt. Die rechte Kundgebung muss sich auf die Fläche Ecke Albrecht-Tischbeinstraße/Kleiner Warnowdamm beschränken. Die Gegendemonstranten dürfen nur bis auf Höhe des Lidl-Marktes in der Tischbeinstraße heranrücken. „Wir sind nicht in Sicht-, aber in Hörweite“, sagt eine Protestlerin. Die jungen Menschen um sie herum skandieren: „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda.“ Oder: „Nationalsozialismus raus aus den Köpfen.“

 

Rund 100 Demonstranten beteiligten sich an der Kundgebung der Initiative „Vereint für Stralsund“. Quelle: André Wornowski

Auf Seiten der Initiative „Vereint für Stralsund“ ruft ein Redner dazu auf, die Alternative für Deutschland (AfD) zu wählen. Das Motto hier lautet: „Heimatliebe ist kein Verbrechen.“ Es erklingen die deutsche Nationalhymne und Rap-Titel. Die Demonstranten schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen. Sie brüllen: „Wir wollen marschieren.“ Hintergrund: Die Initiative wollte durch die Straßen Zum Laakkanal, Werftallee, Schiffbauer-, Blockmacher- und Gerüstbauerring ziehen. Das hat das Rostocker Rathaus jedoch untersagt. Aus Sicherheitsgründen. Unter der Woche war zwischenzeitlich sogar die komplette Demonstration verboten worden. Die Anmelder der Initiative „Vereint für Rostock“ sollen vorbestraft gewesen sein. Daraufhin sprang die Initiative „Vereint für Stralsund“ ein und erhielt einige Auflagen für die Kundgebung.

In der Vergangenheit hatte es in Groß Klein schon einmal Demonstrationen rund um das Thema Zuwanderung gegeben: Mitte 2016 machten rechte Gruppierungen hier gegen eine Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge mobil. Damals kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft gab anschließend dem „Druck“ von Rechts nach und brachte die jungen Migranten anderenorts unter.

Diesmal bleibt es dem ersten Eindruck nach weitgehend friedlich. Ein Haupt-Thema der rechten Kundgebung ist die geplante Moschee im Hansaviertel. Auf dem Gelände, auf dem der Bau möglicherweise entstehen soll, legten Unbekannte am Dienstag einen Schweinekopf ab (die OZ berichtete). „Es gibt bereits eine Petition gegen die Moschee“, sagt ein Redner.

Eine Gegendemonstrantin schüttelt mit dem Kopf, als sie das hört: „Es ist immer das Gleiche: Die greifen sich ein Thema raus, um das es aber nicht wirklich geht. In Wahrheit wollen sie das nur nutzen, um ihre rechte Ideologie zu verbreiten“, sagt die 21 Jahre alte Studentin. Sie wohnt selbst im Hansaviertel. „Ich bin heute hier, weil ich für eine Gesellschaft eintrete, die vielfältig ist. In der jeder leben kann, wie er will – egal mit welcher Sexualität, Religion oder Kultur.“

André Wornowski

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