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Rostock Prozess um versuchten Mord – 22-Jähriger schlägt Nebenbuhler fast tot
Mecklenburg Rostock Prozess um versuchten Mord – 22-Jähriger schlägt Nebenbuhler fast tot
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16:52 13.11.2019
Prozess wegen versuchten Mordes in Rostock gestartet: 22-Jähriger soll aus Eifersucht versucht haben, neuen Freund seiner Ex-Freundin zu töten. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Wegen versuchten Mordes muss sich seit Mittwoch ein 22-Jähriger vor dem Landgericht Rostock verantworten. Er soll aus Eifersucht versucht haben, den neuen Freund seiner ehemaligen Geliebten zu töten. Bei dem Angeklagten handelt es sich um Michael M. aus Güstrow (Landkreis Rostock), er wurde aus der Jugendhaftanstalt Neustrelitz in den Gerichtssaal vorgeführt und machte am ersten Prozesstag keine Aussagen.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, versucht zu haben, einen Menschen „aus niederen Beweggründen“ töten zu wollen. Laut Anklage soll M. am 19. Mai dieses Jahres in der Güstrower Gartenlaube des späteren Opfers Andreas R. absichtlich einen Streit provoziert und den 23-Jährigen dann zusammengeschlagen haben.

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Frau führt Doppelleben mit beiden Männern

Bei dem Zwist ging es um die 20-jährige Lisa, die zu dem Zeitpunkt die Freundin von Michael M. war. Während der gemeinsamen Feier in der Gartenlaube warf Lisa Andreas R. aber immer wieder „funkelnde Augen“ zu und gab ihm sogar einen Kuss auf die Stirn, was M. zum Ausrasten brachte. „Er war extrem eifersüchtig, obwohl ich mit Lisa offiziell nicht zusammen war“, schilderte R. vor Gericht und fügte an: „Die Laune bei Michael ging ganz schnell von null auf hundert hoch.“

Der Estrichleger kennt M. schon seit vielen Jahren, beide waren Schulfreunde. „Bis Michael sich veränderte, er bepöbelte Mitschüler und wurde sehr aggressiv“, erinnert sich Andreas R.. Nach der Gartenparty, die aufgrund des Angriffes vorzeitig endete, übernachtete Lisa in R.s Wohnung in Güstrow. „Wir haben getrennt voneinander geschlafen“, stellt der 23-Jährige klar. Erst später sollte herauskommen, dass Lisa und Andreas zu dieser Zeit ebenfalls ein Paar waren – wie Lisa und Michael auch. Die junge Frau führte also ein Doppelleben.

Schädelbasisbruch und Hirntrauma

Als Lisa und R. am nächsten Morgen nach Rostock in die Wohnung der 20-Jährigen fahren, um Sachen für Güstrow abzuholen, kommt es wenig später zum brutalen Angriff. Nebenbuhler Michael M. klingelt an Lisas Tür in Evershagen, R. öffnet diese einen Spalt und wird vom entgegenspringenden Angeklagten niedergestreckt. „Bei mir ging sofort das Licht aus, ich wurde erst im Krankenhaus wieder wach“, erinnert sich der 23-Jährige.

Laut Anklage soll M. mit einem geschlossenen Butterflymesser auf Andreas R. eingeprügelt haben, bis dieser bewusstlos liegen blieb. Mit den Füßen soll der Angeklagte dann noch gegen Kopf und Gesicht des wehrlosen Opfers getreten haben – den Tod billigend in Kauf nehmend. R. kam mit einem Schädelbasisbruch, Schädelhirntrauma und mehreren Frakturen ins Krankenhaus. Eine Gesichtshälfte war infolge der Misshandlungen gelähmt.

Angeklagter schweigt im Prozess

Noch heute leidet er an Schlafstörungen, ist auf einem Ohr taub, in psychologischer Behandlung und bis März nächsten Jahres berufsunfähig. Bei der damaligen Polizeivernehmung gab Lisa an, von M., von dem sie auch noch schwanger ist, bedroht worden zu sein. „Lebendig begraben“ wollte er sie und ihren Nebenbuhler, falls sie denn einen „Neuen“ hätte.

Zu allen Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nicht, kündigte aber an, dies am nächsten Verhandlungstag zu tun. Der Prozess geht am Montag unter anderem mit der Vernehmung von Lisa weiter.

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Von Stefan Tretropp