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Rostock REC-Boss Specht kontert Vorwürfe zur Nachwuchsarbeit
Mecklenburg Rostock REC-Boss Specht kontert Vorwürfe zur Nachwuchsarbeit
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00:00 08.12.2017
Alexander Spister (l.) steht mit den Rostock Piranhas am Wochenende vor schweren Aufgaben. Quelle: Foto: Tommy Bastian
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Rostock

Diese anonyme E-Mail hat es in sich. Dem Rostocker Eishockey Club (REC), insbesondere dem Vorstand, wird vorgeworfen, sich zu wenig um den Nachwuchs zu kümmern und alle Energie und eine erhebliche finanzielle Summe in die Piranhas, die Oberliga-Mannschaft des Klubs, zu stecken. Zu Lasten der Jugendarbeit. Im Interview nimmt der REC-Vorstandsvorsitzende Mike Specht Stellung zu den Vorwürfen und spricht außerdem über die Chancen der Raubfische, die Play-offs doch noch direkt zu erreichen.

REC-Boss Mike Specht widerspricht den Vorwürfen. Quelle: Foto: R. Warning

Herr Specht, in einer anonymen E-Mail wird dem Vorstand, insbesondere Ihnen, vorgeworfen, dass Sie den Nachwuchs im Verein vernachlässigen. Wie stehen Sie zu diesem Vorwurf?

Mike Specht: Diese Anschuldigungen haben uns sehr getroffen. Unsere Mannschaftsleiter, alle ausschließlich Eltern, können die Vorwürfe auch nicht bestätigen. Zusammen mit unserem Jugendobmann Ronald Scheltz tun sie alles, damit die Nachwuchsarbeit gut funktioniert. Sie fühlen sich an der Stelle mit angegriffen.

Ein zentraler Vorwurf ist, dass der Großteil des Etats in die Oberliga- Mannschaft fließt.

Das ist so nicht richtig. Wenn man die Struktur des Klubs versteht, wird schnell klar, dass wir eine Trennung zwischen ideellem Spielbetrieb, also dem Nachwuchs, und der Oberliga-Mannschaft vornehmen. Unsere Juniorenteams werden aber aus dem Finanz-Topf der Oberliga-Mannschaft jährlich mit etwa 10000 Euro unterstützt. Die Teams reisen regelmäßig zu Auswärtsspielen nach Wolfsburg oder Braunlage mit einem großen Reisebus. Der Anteil der Eltern ist vergleichsweise gering.

Kann man da nicht sparen?

Wir haben als Eishockey-Club unsere vier Nachwuchsteams in der Niedersachsenliga angemeldet, weil wir in Mecklenburg-Vorpommern konkurrenzlos sind. Das zeigt, dass es uns sehr wichtig ist, wie sich unsere Jugendspieler entwickeln. Diesen Weg wollen und werden wir auch weiter gehen. Die Unterstützung der Eltern ist dabei unerlässlich. Das ist aber meiner Meinung nach bei jedem Verein so. Für ihren Einsatz sind wir sehr dankbar, denn ohne sie könnten wir nicht in dem Maße im Nachwuchs agieren.

Wie viele Jugendspieler sind denn aktuell im Klub aktiv?

Wir haben insgesamt etwa 230 Mitglieder, davon sind 77 Kinder und Jugendliche bei uns aktiv, die in vier Wettkampfmannschaften starten.

In sozialen Netzwerken wurde zudem kritisiert, sich mit dem Transfer von Ex-NHL-Profi Gregory Classen eine finanzielle Bürde auferlegt zu haben.

Da komme ich gerne auf die erwähnte interne Struktur zurück. Letztlich sind alle Sponsorenleistungen in unserem Verein sach- und zweckgebunden. Wir haben einige Vereinssponsoren, aber der Großteil steuert entweder etwas für den Nachwuchs bei oder eben für die Herrenmannschaft. Der Transfer von Classen war nur möglich, weil Partner und Sponsoren ihre Leistungen erhöht haben.

Wenn wir schon bei den Herren sind: Das ausgebene Ziel, die Play-offs auf direktem Wege zu erreichen, ist bei elf Punkten Rückstand auf den Tabellensiebten aus Essen kaum noch möglich, oder?

Es wird schwierig, aber es kann in den verbleibenden Spielen noch alles passieren. Wir können nahezu auf den kompletten Kader bauen, müssen vor allem vor dem Tor kaltschnäuziger werden. Da lassen wir zu viel liegen. Aber unsere Leistungsträger im Angriff kommen immer besser in Fahrt.

Und was passiert, wenn Platz sieben nicht erreicht wird?

Dann müssen wir in der Qualifikationsrunde ran. Da die Punkte aus der Hauptrunde übernommen werden, müssen wir ohnehin immer weiter Punkte sammeln.

Interview: René Warning

REC gegen Topteams

Die Rostock Piranhas sind an diesem Wochenende gegen Topteams der Oberliga-Nord gefordert. Heute Abend (20 Uhr) müssen die Ostseestädter beim Tabellenführer Exa Icefighters Leipzig antreten. Das Hinspiel in Rostock verloren die Raubfische klar mit 0:4. Am Sonntag (19 Uhr) kommt mit den Hannover Scorpions der Fünfte in die Eishalle Schillingallee. Auch hier ging die erste Partie deutlich an den Kontrahenten, die Piranhas verloren auswärts 2:7.

OZ

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