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Rostock Radweg in der Warnemünder Parkstraße wird erneuert
Mecklenburg Rostock Radweg in der Warnemünder Parkstraße wird erneuert
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15:41 09.10.2019
Zwischen 200 und 1000 Fahrräder passieren die Parkstraße stündlich. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Rund 200 Fahrradfahrer in der Stunde passieren bei gutem Wetter die Warnemünder Parkstraße. „Am Wochenende können es auch mal bis zu 1000 Räder sein“, berichtet Robert Fröhlich vom Amt für Verkehrsanlagen in der Sitzung des Ortsbeirates am Dienstagabend. Das hätte zumindest eine kürzlich durchgeführte Verkehrszählung ergeben. Der Zustand des Radweges lasse allerdings zu wünschen übrig und werde seit Jahren von den Bürgern kritisiert. Um die Strecke für Radler wieder attraktiver zu machen, will die Stadt den Weg erneuern. Doch die aktuellen Pläne kommen nicht bei allen gut an.

Unübersichtliche Ausfahrt vom Kleinen Sommerweg

Begonnen werde mit dem Bauvorhaben zwischen dem Groß Kleiner Weg und dem Kleinen Sommerweg am Weststrand. „Hier wollen wir zunächst den Groß Kleiner Weg, der aktuell nicht vollständig als Fahrradstraße ausgewiesen ist, bis an die Parkstraße heranführen“, erklärt Fröhlich. Dabei werde der Übergangsbereich zur Ampel erweitert, damit sich Radfahrer und Fußgänger nicht in die Quere kommen. Außerdem solle es im Groß Kleiner Weg eine Aufpflasterung geben, um Autofahrern zu signalisieren, dass Fahrräder Vorrang haben.

Der Abschnitt bis zum Kleinen Sommerweg werde auch weiterhin als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen sein. Der Grund dafür sei, dass sich die Kleingartenanlage in Privatbesitz befinde und eine bauliche Erweiterung in dessen Richtung nicht möglich wäre. Mit einer Breite von 3,50 Metern zuzüglich eines Sicherheitsstreifens von 0,75 Metern werde der Weg dennoch ausreichend Platz für die Verkehrsteilnehmer bieten. „Am Kleinen Sommerweg selbst wollen wir die Anbindung rechtwinklig gestalten. Momentan ist es da sehr unübersichtlich“, merkt der Sachbearbeiter an.

Umgestaltung des verkehrsberuhigten Bereiches

Der zweite Bauabschnitt erstrecke sich bis zum Sportplatz. „Ab hier haben wir dann einen getrennten Fußgänger- und Radweg“, so Fröhlich. Der Gehweg in diesem Bereich werde zukünftig 2,30 Meter und der Radweg drei statt wie bisher zwei Meter breit sein. In der Nähe von Fußgängerüberwegen und Zubringern zum Strand seien Aufmerksamkeitsfelder auf dem Boden geplant, die den Radfahrern signalisieren sollen, dass dort Passanten den Weg kreuzen.

Ebenfalls angedacht sei die Neugestaltung des verkehrsberuhigten Bereiches in Höhe der Ecolea Berufsschule. „Unter anderem werden die Parkplätze neu geordnet“, sagt der Sachbearbeiter und versichert, dass keine Stellplätze entfallen. Vor der Schule werde zudem eine Mittelinsel an der Stelle, wo sich jetzt der temporäre Fußgängerüberweg befindet, gebaut. Dort sollen Radfahrer, die aus der Richtung Diedrichshagen kommen, die Straßenseite wechseln und an der Parkstraße entlangfahren.

Missverständliche Wegführung

„Das werde ich bestimmt nicht machen. Das ist mir zu gefährlich mit den rücksichtslosen Autos“, wirft ein Anwohner ein. Selbst das Überqueren der Straße sei schwierig, weil der Verkehr oft zähflüssig und die Autos viel zu schnell seien. Da Radler, die von Warnemünde aus starten, auf der nördlichen Seite der Parkstraße bleiben und den verkehrsberuhigten Bereich durchqueren können, fordert er, dass der Weg dort auch entgegen der Fahrtrichtung freigegeben werde. „Außerdem fehlt eine Kennzeichnung, wie die Fahrradfahrer genau auf die andere Straßenseite gelangen sollen“, ergänzt eine Bürgerin. Die aktuelle Wegführung sei missverständlich. Fröhlich verspricht: „Dafür haben wir entsprechende Markierungen und Schilder vorgesehen.“

Entsetzen über Baumfällungen

Damit der Fuß- und Radweg verbreitert werden könne, sollen zunächst Bäume gefällt werden. Eine Tatsache, die vielen Warnemündern übel aufstößt. „Insgesamt müssen für das ganze Projekt 110 Bäume weichen“, bestätigt Fröhlich. Die Planung für die Ausgleichspflanzung sei bereits abgeschlossen. 233 neue Stecklinge werden in der Rostocker Heide in die Erde gebracht. „Das ist eine Frechheit“, findet Mathias Ehlers. Er fordert Neupflanzungen im Ostseebad.

Eine andere Bürgerin teilt seine Meinung und betont, dass an den meisten Tagen im Jahr ein vernünftiges Miteinander zwischen Radfahrern und Fußgängern in der Parkstraße herrsche. „Es ist daher nicht notwendig, den Weg zu erweitern und Bäume zu fällen.“ Auch die Aufmerksamkeitsfelder seien ihrer Ansicht nach „rausgeschmissenes Geld.“

Dass das Bauvorhaben auf solch einen Widerstand trifft, überrascht Fröhlich. „Wir sind jetzt zum dritten Mal mit dem Thema im Ortsbeirat. Es wäre sinnvoller gewesen, diese Einwände in den ersten beiden Terminen zu äußern. Jetzt ist es ziemlich spät, weil wir das Projekt im Dezember ausschreiben wollen“, erklärt der Sachbearbeiter. Dennoch werde er versuchen, die Anmerkungen der Einwohner zu berücksichtigen. Der Baubeginn ist derzeit für das Frühjahr 2020 angedacht. „Der genaue Start ist abhängig von der Kapazität des beauftragten Baubetriebes und der Witterung.“

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