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Rostock Rätselhafter Erreger: Rostocker Schüler auf Klassenfahrt erkrankt
Mecklenburg Rostock Rätselhafter Erreger: Rostocker Schüler auf Klassenfahrt erkrankt
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17:00 07.09.2019
Ein Magen-Darm-Virus unter dem Elektronenrastermikroskop: Welcher Erreger die Schüler aus Warnemünde auf einer Klassenfahrt krank gemacht hat, ist noch offen (Symbolbild). Quelle: Robert-Koch-Institut
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Rostock/Groß Köris

Es sollte der Höhepunkt des neuen Schuljahres werden, endet jedoch für die Jungen und Mädchen jedoch in Quarantäne zu Hause: 20 Schüler und vier Lehrer der privaten Warnemünder Ecolea-Schule sind auf einer Klassenfahrt nach Brandenburg an einem bislang nicht identifizierten Erreger erkrankt. Nachdem mehrere Kinder bereits am Dienstagabend unter schwerem Erbrechen litten, wurde der Ausflug vorzeitig ausgebrochen. Die Schule hat nun erhöhte Sicherheits- und Desinfektionsmaßnahmen auch in Warnemünde angeordnet.

Symptome am zweiten Tag

Katja Dudeck, Leiterin der Ecolea-Schule in Warnemünde. Quelle: Lea-Marie Kenzler

Schulleiter Katja Dudeck bestätigte die Erkrankungen auf OZ-Anfrage. Insgesamt rund 70 Schüler und fünf Betreuer seien Anfang der Woche zu einer Klassenfahrt in den kleinen Ort Groß Köris im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald gereist. Bereits am zweiten Tag wurden die ersten Kinder krank. „Betroffen waren auch Kinder aus einer anderen Schule, die zeitgleich mit unseren Schülern in der Jugendherberge waren“, sagt Dudeck.

Noch am Abend riefen Lehrer und Herbergsleitung Ärzte an den Köriser See, auch das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald wurde eingeschaltet. „Ein Kind musste kurzzeitig im Krankenhaus versorgt werden. Dieses hatte aber eine Vorerkrankung in diesem Bereich“, so Dudeck. Bei einigen Kindern seien die Symptome „ziemlich heftig“ gewesen.

Bereits am Mittwoch reisten sie Siebtklässler ab aus Brandenburg. „Wir mussten erst noch einen Bus organisieren“, erklärt Dudeck. Auf dem Hinweg hatten die Kinder und Lehrer noch die Bahn genommen. Auch die andere betroffene Klasse aus Brandenburg reiste ab. „Alle Kinder sind inzwischen wieder bei ihren Eltern.“ Bei einigen wenigen Schülern sei die Symptome erst zu Hause aufgetreten.

Erreger nicht identifiziert

Was genau die Kinder krank gemacht hat, ist offen: „Es gibt noch keine Diagnose, wir hoffen diese am Montag vom Gesundheitsamt zu erfahren. Die Ärzte vor Ort gingen nicht von einer Lebensmittelvergiftung und auch nicht von Noroviren aus“, sagt Ecolea-Schulleiterin Dudeck. „Wir stehen in ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt in Rostock und in König Wusterhausen, warten auf Untersuchungsergebnisse.“

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat eine Anfrage der OZ vom Wochenende bislang nicht beantwortet, die Hansestadt Rostock kann zu dem Vorfall bisher nichts sagen – außer: „Wir sind über den Vorfall informiert worden.“

Herberge wird desinfiziert

Auch Marcus Hirschberg, Sprecher des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Deutschen Jugendherbergswerkes, kann noch keine Angaben zu dem Auslöser der Erkrankungen machen. „Wir rechnen damit, dass wir am Montag mehr von den Behörden erfahren. Ob es eine Lebensmittelvergiftung oder ein Virus war – das ist bisher reine Spekulation.“ Das Gesundheitsamt des zuständigen Landkreises Dahme-Spreewald habe diverse Proben in der Jugendherberge genommen – auch von dem Essen, das die Schüler zu sich genommen hatten. „Wir sind verpflichtet, so genannte ,Rückstellproben’ von jeder Mahlzeit aufzubewahren. Auch die werden untersucht.“ Was aus seiner Sicht aber gegen eine Lebensmittelvergiftung spreche: „Alle Kinder haben das selbe Essen bekommen, aber nicht alle wurden krank.“

Das Jugendherbergswerk bedauere den Vorfall dennoch sehr: „Die Klassenfahrt ist vergeigt. Das tut uns leid für die Kinder, das ist natürlich total ärgerlich.“ Das Gesundheitsamt habe eine Desinfektion der Jugendherberge angeordnet – und diese auch überwacht. Ob die Ecolea-Schule den Ausflug nachholen wird, ist laut Schulleiterin Dudeck noch offen.

Sicherheitsmaßnahmen an der Schule

Auch in der Warnemünder Schulen sollen vorerst verstärkte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gelten. „Alle Mitarbeiter und die Schüler sind dazu aufgefordert sich mehrmals am Tag die Hände zu desinfizieren. Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, die Lehrer werden sie ebenfalls belehren“, kündigt Dudeck in einer E-Mail an alle Eltern an. Alle Türen, Tische und Geländer im Schulgebäude würden vorerst mit Desinfektionsmittel gereinigt. Und: „Bitte informieren Sie uns, falls auch Ihr Kind daran erkrankt und entsprechende Symptome zeigt. Wir müssen es dem Gesundheitsamt melden.“ Zur OZ sagte die Schulleiterin: „Wir hoffen, dass wir den Erreger in Brandenburg gelassen haben.“

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Von Andreas Meyer

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