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Rostock Rathaus blockiert Häuslebauer in Rostock
Mecklenburg Rostock Rathaus blockiert Häuslebauer in Rostock
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18:00 01.11.2018
Rund um die Mecklenburger Allee in Lichtenhagen wollen Anwohner Bauland bereitstellen – dürfen aber nicht. Die Straße soll übrigens bis 2021 weitergebaut werden. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Die Hansestadt braucht dringend neues Bauland. Doch das zu schaffen, ist für die Ämter im Rathaus gar nicht so leicht: Wo immer neue Baugebiete entstehen sollen, gibt es Widerstand – von Kleingärtnern, die ihre Parzellen nicht aufgeben wollen, oder von Anwohnern, die sich vor zu viel neuem Verkehr fürchten. In Lichtenhagen ist das anders: Dort sind es die Anwohner selbst, die Bauland schaffen wollen. Doch ausgerechnet sie dürfen nicht, scheitern am Veto der Stadtplanung. Nun will sich der Ortsbeirat der Sache annehmen und das erwünschte Wachstum möglich machen.

Große Grundstücke am Elmenhorster Weg

Der kuriose Fall aus dem Nordwesten: „Wir sind sieben Anwohner, die Land zur Verfügung stellen wollen – aber nicht dürfen“, berichtete Rolf Dubois im Ortsbeirat. Als die Lichtenhäger sich vor vielen Jahren ihren Traum vom eigenen Haus erfüllten, hätten sie allesamt sehr große Grundstücke gekauft. Von denen wollen sie nun gerne etwas abgeben – für neue Häuslebauer. „Das Land liegt brach, dabei gibt es Lichtenhäger und auch Familienangehörige von uns, die dort gerne bauen würden“, so Dubois.

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Mehrmals hätten sich die Anwohner mit sogenannten Bauvoranfragen an das Bauamt der Hansestadt gewandt. Aber immer ohne Erfolg: „Das Bauamt hätte mit unserem Ansinnen keine Probleme, aber aus dem Amt für Stadtplanungen soll es immer wieder ablehnende Stellungnahmen gegeben haben“, sagt der Sprecher der „Bau-Initiative“. „Wir drehen uns seit Jahren im Kreis. Dabei könnten wir kurzfristig um die 10 000 Quadratmeter Bauland zur Verfügung stellen.“ 10 000 Quadratmeter – das würde für mindestens zehn, eher 20 neue Häuser reichen. In attraktiver Lage am Stadtrand, nicht weit entfernt von der Ostsee. „In der Nachbargemeinde Elmenhorst gibt es keine Probleme, wenn in zweiter oder dritter Reihe gebaut werden soll. Dort wird so etwas genehmigt. Warum nicht auch in Rostock?“

Baugebiet soll erweitert werden

Dubois und seine Mitstreiter machen der Stadt ein „Angebot zur Güte“: „Als in den Jahren 2005 und 2006 der Bebauungsplan für das Wohngebiet Kalverradd beraten wurde, waren wir bereits gefragt worden, ob wir mit einer Erweiterung rund um den Elmenhorster Weg leben könnten. Damals war das aber für uns kein Thema.“ Heute sei das anders: „Eine Erweiterung des B-Plans macht heute Sinn. Wir wollen im Rathaus einen entsprechenden Antrag stellen – und hoffen auf Unterstützung aus den Fraktionen und dem Ortsbeirat“, sagt Dubois.

Ortsbeirat: Nicht nachvollziehbar

Aus dem Stadtteil-Gremium gibt es bereits positive Signale: „Wir unterstützen Sie sehr gerne“, sagte Ortsbeiratschef Ralf Mucha (SPD) noch während der Sitzung. „Wir werden uns an die Stadtverwaltung wenden und erfragen, warum die Anfragen abgelehnt wurden.“ Aus seiner Sicht sei das nämlich nicht nachvollziehbar: „Jeder weiß, wie dringend wir in Rostock Bauland benötigen. Und Lichtenhagen ist für Häuslebauer absolut attraktiv. Ich weiß nicht, was dagegen spricht, wenn die Menschen selbst Land bereitstellen wollen.“ Und außerdem: Seit Monaten gibt es Gerüchte, dass auch die Stadt massiv Bauland im Nordwesten ausweisen will. Von bis zu 4000 neuen Wohneinheiten ist die Rede – ein komplett neuer Stadtteil mit dem Projektnamen „Lichtenhagen-West“.

Die Stadtverwaltung wollte sich auf Anfrage gestern nicht zu dem Thema äußern: Aufgrund des Feiertages seien die zuständigen Ämter derzeit kaum besetzt, erst Anfang der Woche soll es Antworten geben.

Mecklenburger Allee wird erweitert

Die Infrastruktur für das mögliche Wachstum in Lichtenhagen jedenfalls schafft die Stadt schon: Reno Rudeck, Verkehrsplaner im Senatsbereich von Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), stellte im Ortsbeirat die Pläne für die seit Jahren geplante Erweiterung der Mecklenburger Allee vor. Bisher endet die Straße mitten auf einem Feld, im Grünen. 2019 sollen aber die Planungen für einen Weiterbau starten. Bereits 2020 soll Baustart sein, im dritten Quartal ist die Fertigstellung der neuen Straße nach Elmenhorst geplant. Die Mecklenburger Allee soll den Rostocker Westen dann mit der ebenfalls geplanten Ortsumgehung für die Nachbargemeinde verbinden – als Alternative zur Stadtautobahn.

Andreas Meyer

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