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Rostock Reiter in Warnemünde sollen rücksichtsvoller sein
Mecklenburg Rostock Reiter in Warnemünde sollen rücksichtsvoller sein
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21:40 25.03.2019
Karsten Ziegler zeigt auf den ausgewiesenen Reitweg im Küstenwald. Dieser befindet sich zwischen dem Rad- und dem Wanderweg. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

 Über Stock und über Steine – jetzt, wo das Wetter wieder schöner wird und die Temperaturen immer weiter steigen, erwacht der Strand in Warnemünde zum Leben. Vor allem Pferdefreunde nutzen die ersten Frühlingstage für den einen oder anderen Ausritt entlang der Küste. Doch genau das kann zum Problem werden, denn: „Leider halten sich viele nicht an die dafür ausgewiesenen Strecken, was dazu führt, dass die Rad- und Wanderwege in Mitleidenschaft gezogen werden“, klagt Karsten Ziegler. „Bis hinten Richtung Wilhelmshöhe kann man an den Spuren deutlich erkennen, dass kreuz und quer gelaufen wird.“

Der 57-Jährige ist selbst leidenschaftlicher Reiter und Mitglied des Vereins „Pferdefreunde Ostseeküste“. Seit Jahren setzen er und seine Kollegen sich für eine pferdefreundliche Infrastruktur und ausreichend Reitwege in Rostock ein. Der Verein sei eigens dafür gegründet worden, die Interessen der Reiter zu vertreten und ein vernetztes Reiten entlang der Küste zu ermöglichen. „Wir können allerdings nur dann etwas ausrichten, wenn wir uns alle an die Regeln halten“, meint Ziegler. „Eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtforstamt ist uns daher sehr wichtig.“

Schilder beachten

Weil in den letzten Wochen immer wieder Verstöße gegen die Reitregelung im Ostseebad aufgetreten seien, appelliert Ziegler an alle Pferdeliebhaber etwas achtsamer zu sein und sich an die entsprechenden Wege zu halten. „Man kann nun einmal nicht leugnen, dass die Hufschläge tiefe spuren und teilweise Schäden zurücklassen“, sagt der Warnemünder. Auch dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass sich womöglich Spaziergänger oder Radfahrer durch die großen Tiere gestört fühlen. „Pferde äpfeln halt. Ich kann verstehen, wenn andere Menschen das als unangenehm erachten.“

Jörg Harmuth, Leiter des Stadtforstamtes weist darauf hin, dass alle Reitwege in der Hansestadt durch Schilder als solche gekennzeichnet seien. Aber auch da gilt: „Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig. Viele Wege haben eine Mehrfachfunktion und werden von unterschiedlichen Parteien genutzt. Reiter machen da nur knapp zwei Prozent aus.“ Alleine in der Rostocker Heide stünde den Pferdeliebhabern eine Strecke von rund 60 Kilometer zur Verfügung. Harmuths Erfahrung nach werden die Regeln größtenteils beachtet: „Es gibt immer schwarze Schafe, aber im Großen und Ganzen funktioniert es hier bei uns sehr gut.“

Ausweitung der Wege gewünscht

„Wir sind froh, dass wir hier überhaupt die Möglichkeit haben auszureiten“, sagt Karsten Ziegler. Seiner Meinung nach gab es jedoch noch nie ausreichend Reitwege in der Hansestadt. „Man darf das auch nicht unterschätzen. Es gibt immer mehr Menschen, die zu Pferd unterwegs sind. Teilweise reisen die Leute extra an, um hier auszureiten“, merkt der Warnemünder an. Vor allem im Küstenwald gebe es Defizite. „Ab Elmenhorst ist es schwierig voranzukommen und bis zur Stadtgrenze kommt man auch nur eingeschränkt. Es wäre schön, wenn es weitere Möglichkeiten für Wanderritte gäbe.“

Neben der allgemeinen Ausweitung der Reitwege hoffen die Vereinsmitglieder auf eine Lockerung der Regeln innerhalb der Saison. „Wir würden uns wünschen, dass wir zumindest abends für einen kurzen Zeitraum am Wasser entlang reiten können. Das ist für die Tiere ein schönes Erlebnis“, so Ziegler. Ein schmaler Weg, der von Wilhelmshöhe Richtung Westen führt, wäre ausreichend. „Bevor wir aber Forderungen stellen können, muss sichergestellt werden, dass das vorhandene Angebot ordnungsgemäß genutzt wird“, weiß er.

Reiten am Strand

Für Reiter in Warnemünde und Diedrichshagen gelten folgende Regelungen: Außerhalb der Saison, also zwischen dem 16. Oktober und dem 31. März ist das Strandreiten mit Sondergenehmigung der Tourismuszentrale im Naturschutzgebiet Stoltera ab Strandaufgang 27 westwärts erlaubt, wie Stadtsprecherin Kerstin Kanaa mitteilt. In Markgrafenheide und Hohe Düne gilt diese Regelung ebenfalls. Lediglich am Stolper Ort ist das Reiten am Strand auf einer Länge von drei Buhnenabschnitten ganzjährig erlaubt.

Susanne Gidzinski

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