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Rostock Rettungsschwimmer brauchen Verstärkung
Mecklenburg Rostock Rettungsschwimmer brauchen Verstärkung
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16:12 28.01.2019
Um am Strand im Einsatz zu sein, muss im Vorfeld ein Rettungsschwimmerkurs absolviert werden, wie ihn das DRK Rostock anbietet. Quelle: Wasserwacht Rostock
Warnemünde

 Eines wissen die Rettungsschwimmer von Warnemünde und Markgrafenheide bereits: In der kommenden Saison erhalten sie ein neues großes Boot. Doch für die Absicherung der Strände und Badegäste braucht es nicht nur Technik, sondern auch Personal. „Mittlerweile müssen wir den Großteil der Einsatzkräfte für den Sommer von außerhalb absichern. Vergangenes Jahr waren 59 Ehrenamtler aus Rostock und 115 aus ganz Deutschland bei uns aktiv“, sagt Lars Hennig. Der Leiter der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes Rostock würde diesen Zustand gern ändern und hofft deshalb auf weitere Teilnehmer für den neuen Rettungsschwimmerkurs, der am 2. Februar startet.

Mindestalter beträgt 15 Jahre

Wer mindestens 15 Jahre alt ist, der kann diese Grundausbildung ablegen und steht dann vielleicht schon im Sommer auf einem der Wachtürme am Strand der Rostocker Ostseebäder. „Der Kurs ist aber auch für diejenigen relevant, die ihn für ihren Arbeitgeber oder ihr Studium brauchen, wie zum Beispiel angehende Lehrer“, sagt Hennig. Ziel der DRK-Retter sei es vor allem, die eigenen Reihen zu stärken. Schließlich sind bei gutem Wetter die Strände voll und es gibt viel zu tun. So tummeln sich in den Ferien mehr als 100 000 Besucher an einem Strandabschnitt von fünf Kilometern.

Rekordsommer sorgt für mehr Einsätze

Der heiße Sommer des vergangenen Jahres bescherte den 174 Rettungsschwimmern auf 12 Türmen in Warnemünde und Markgrafenheide insgesamt 23 000 Einsatzstunden. Der Großteil davon war Erste Hilfe, zum Beispiel bei Schnittwunden, Insektenstichen oder Kreislaufproblemen. 21 Mal mussten aber auch Menschen aus dem Wasser gerettet und drei Mal Personen reanimiert werden.

Hauptmotivation: Gutes tun

Das Engagement bei der Wasserwacht sei keines, das mit großen finanziellen Anreizen verbunden wäre. Hennig kennt einige der Wasserwachts-Mitglieder, die nicht die volle Zeit für die Besetzung der Türme zur Verfügung stehen, weil sie Ferienjobs zum Geldverdienen nachgehen. „Der Eisverkauf am Strand ist lukrativer als das Retten“, weiß der 32-Jährige. „Aber wir sind ein tolles Team und viele kommen, weil sie etwas Gutes tun wollen und ihnen das Spaß macht“, sagt er.

Wasserwacht zählt 175 Mitglieder

Aktuell zähle die Rostocker Wasserwacht 175 Mitglieder, dazu kommen 60 Kinder und Jugendliche. Damit deren Kenntnisse und sportliche Fähigkeiten außerhalb der Saison nicht einrosten, gibt es den gesamten Herbst und Winter über regelmäßige Trainingstermine in der Neptun-Schwimmhalle. Dort finden auch die Rettungsschwimmerkurse statt. „Früher hatten wir mal 80 Anmeldungen pro Termin, heute schwankt es zwischen 10 und 20“, sagt Hennig. Vor Start des neuen Kurses gibt es am 1. Februar ein Testschwimmen für alle Interessenten. „Das hilft uns, einzuschätzen, wo die Teilnehmer stehen und wie viel Personal ich brauche“, sagt der Wasserwachts-Chef.

Am 15. Mai werden die ersten Türme besetzt

Die neue Saison startet am 15. Mai mit der Besetzung von jeweils einem Turm in Warnemünde sowie Markgrafenheide. „Dann kommen peu à peu Türme dazu, sodass wir in den Ferien wieder mit voller Besetzung im Einsatz sind“, sagt Hennig. Mit der Instandsetzung der Türme hätte die Wasserwacht nichts zu tun, denn die gehören der Stadt. „Wir geben höchstens Hinweise, wenn uns etwas auffällt, konzentrieren uns ansonsten außerhalb der Saison voll auf die Aus- und Weiterbildung“, erklärt der Ingenieur, der seit 2008 ehrenamtlicher Chef der Rettungsschwimmer ist.

Neue Technik hat sich bewährt

2018 gab es für die Männer und Frauen auch noch neue Technik. So wurde in Warnemünde erstmals ein sogenannter Rettungscopter getestet – eine Drohne, die bis zum 80 Stundenkilometer schnell ist und den Notleidenden im Wasser eine aufblasbare Schwimmhilfe abwirft, bis die Retter vor Ort sind. Auch die umgebauten Jetskis, genannt Rescue Water Crafts, hätten sich bewährt. Deshalb sollen die neuen Rettungsmittel auch 2019 wieder zum Einsatz kommen. „Und wenn sich jemand für unser altes Boot interessiert, das noch voll funktionstüchtig ist, dann kann er sich gern melden“, erklärt Wasserwacht-Chef Hennig.

Claudia Labude-Gericke

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