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Rostock Rettungsschwimmer starten in die Saison
Mecklenburg Rostock Rettungsschwimmer starten in die Saison
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20:04 15.05.2019
Lukas Knaup (oben) Georg Steinhäuser und Eleonora Rong treten zu ihrem Dienst an. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Die noch sehr frischen Wassertemperaturen scheinen drei wagemutige Strandbesucher in Warnemünde nicht zu stören. Sie nutzen das sonnige Wetter für ein kurzes Bad in der Ostsee. Noch bevor sie mit einem Satz ins kühle Nass springen, hat Rettungsschwimmer Georg Steinhäuser (19) sie schon mit dem Fernglas im Blick. „Wir behalten das Wasser immer im Auge. Im Notfall müssen wir sofort einsatzbereit sein“, erklärt Wachdienstkoordinator Lukas Knaup (26). Im Idealfall dauert es maximal zwei Minuten, bis die Retter zur Stelle sind.

Signale richtig deuten

Jeden Morgen um kurz vor neun Uhr treten die Rettungsschwimmer ihren Dienst an. „Als Erstes kontrollieren wir das Material und machen den Turm fertig“, berichtet Knaup. Im Anschluss werden die neue Einsatzverteilung und die Ereignisse vom vergangenen Tag besprochen. Rund 22 Personen sind in der Hauptsaison an den insgesamt sieben Rettungstürmen im Einsatz. „Da ist es wichtig, dass jeder genau weiß, was er zu tun hat. Vor allem an heißen Sommertagen müssen wir den Überblick bewahren“, meint der Wachdienstkoordinator.

Neben der eigenen Beobachtungsgabe müssen sich die Rettungsschwimmer auf die Mithilfe der Badegäste verlassen. „Wir können schließlich nicht alles sehen. Wer sich in einer Notsituation befindet, macht nicht unbedingt durch Winken oder Schreie auf sich aufmerksam“, sagt Tim Kube (19). „Man muss die Signale richtig deuten. Häufig bekommen wir aber auch Hinweise von Strandbesuchern“, führt Kube fort.

Rettungsschwimmer im Einsatz

23 000 Einsätze haben die Rettungsschwimmer in Warnemünde und Markgrafenheide im vergangenen Jahr absolviert. Dabei wurde 294 Mal Erste Hilfe geleistet.

Hinzu kommen 21 Wasserrettungen, drei Reanimationen und 28 Mal musste ein Rettungswagen herbeigerufen werden.

174 Personen waren 2018 im Einsatz. In der Hauptsaison leisten rund 22 Rettungsschwimmer in Warnemünde und 18 in Markgrafenheide täglich ihren Dienst.

Am Strand von Warnemünde sind insgesamt sieben Rettungstürme vorhanden.

Der Rettungsturm 3 ist wie ein Rettungswagen ausgestattet. Von hier aus werden alle weiteren Rettungsstationen in Warnemünde koordiniert und im Notfall durch eine Crew mit dem Rettungsbuggy oder Rettungsboot unterstützt.

Eine Situation, die Lukas Knaup aus dem letzten Jahr noch in Erinnerung geblieben ist, war die Rettung eines Kindes, das in eine Fährwelle hineingeraten ist. „Der Junge war mit seinem Vater baden und ist dann plötzlich nicht mehr aufgetaucht“, berichtet der Wachdienstkoordinator. Nachdem der Junge aus dem Wasser geholt werden konnte, mussten die Rettungsschwimmer eine Reanimation starten. „So etwas geht einem schon sehr nahe. Zum Glück hatte die Geschichte einen positiven Ausgang“, so Knaup. Der Junge konnte dank der schnellen Reaktion aller Beteiligten gerettet werden.

Offenes Ohr für jeden

Doch nicht nur Notfälle werden bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes gemeldet. Die Rettungsschwimmer sind stets auch Ratgeber und haben für alle Badegäste ein offenes Ohr. „Eine gern gestellte Frage der Badegäste ist, ob wir hier Strandkörbe vermieten“, erzählt Tim Kube belustigt. Seine Kollegin Eleonora Rong (20) ergänzt: „Sehr beliebt ist die Frage, ob die Gefahr besteht, von Quallen gebissen zu werden.“

„Manche Anfragen sind schon ziemlich lustig, aber wir sind bemüht, allen Gästen so gut es geht weiter zu helfen“, meint Knaup. Und so geben sie Auskunft bezüglich der Baderegeln und der Bedeutung der jeweiligen Flaggenfarbe oder helfen älteren Gästen beim Suchen ihres Strandkorbes. „In erster Linie sind wir aber hier, um für Sicherheit zu sorgen“, betont der Wachdienstkoordinator.

Über 100 Tage im Einsatz

Seit 2016 ist Georg Steinhäuser am Warnemünder Strand im Dienst. Der 19-Jährige hat im vergangenen Jahr die meisten Einsatzstunden absolviert. Insgesamt 94 Tage wachte er in Rostock. Ein paar weitere Wochen verbrachte er auf einem Rettungsturm in Zingst. Die meisten Notfälle hat er dadurch aber nicht miterlebt. „Wenn er da ist, passiert nichts. Sobald er vom Platz geht, kommen die ganzen Notfälle rein“, erzählt Knaup und zwinkert mit dem Auge. Der Rostocker studiert Mechatronik und arbeitet in diesem Jahr vor an den Wochenenden und in den Semesterferien. „Ich mag das Miteinander. Wir sind ein tolles Team und verbringen eine schöne Zeit zusammen“, sagt er. Er ist froh darüber, dass die Badesaison bereits begonnen hat und er seine Kollegen wieder regelmäßig sieht. „Man kennt sich gut. Die meisten sind jedes Jahr wieder im Dienst.“

Sicher baden!

Bei Sturm und Gewitter immer das Wasser verlassen.

Buhnen sind gefährlich. Dort können Untiefen und scharfe Muscheln sein.

Starke Wellen und ablandiger Wind können das Schwimmen oder Paddeln zum Ufer erschweren.

In der Ostsee gibt es Feuerquallen. Verletzungen sind schmerzhaft, aber in der Regel nicht bedrohlich.

Nicht in unbekannte oder trübe Gewässer springen.

Alle Badegäste sind zu respektieren.

Warnhinweise, Begrenzungen und Bojen im Wasser dienen der Sicherheit.

Aufblasbare Schwimmkörper (Luftmatratzen) sind keine geeigneten Schwimmhilfen für Nichtschwimmer.

Offenes Feuer ist am Strand verboten.

Rettungsschwimmer sorgen für Sicherheit. Anweisungen sind zu befolgen.

Nicht mit vollem Magen baden gehen und eigene Kräfte richtig einschätzen.

Susanne Gidzinski

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