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Rostock Richtfest für Erweiterungsbau: Cortronik schafft Platz für Forschung
Mecklenburg Rostock Richtfest für Erweiterungsbau: Cortronik schafft Platz für Forschung
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21:10 10.10.2019
Cortronik-Geschäftsführer Carsten Momma (l.) und Andre Burch, Mitglied der Geschäftsleitung der Biotronik AG in der Schweiz, beim letzten Hammerschlag. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Über dem Technologiepark im Ostseebad Warnemünde weht die Richtkrone. Dort, wo noch vor wenigen Monaten der erste Stein gelegt wurde, ist in rasanter Geschwindigkeit ein Erweiterungsbau für das Unternehmen Cortronik gewachsen. Zahlreiche Mitarbeiter, Partner und Freunde kamen am Donnerstagnachmittag zusammen, um gemeinsam diesen Meilenstein in der Geschichte des Medizintechnik-Herstellers zu zelebrieren. „Das erfüllt mich mit Stolz. Ich hätte nie gedacht, dass wir eines Tages solche Erfolge feiern werden. Das bestätigt, dass wir gute Arbeit geleistet haben“, sagt Geschäftsführer Carsten Momma.

Mehr Platz für die Produktion

Insgesamt beschäftige das Unternehmen mehr als 350 Mitarbeiter, dazu fast 40 Studenten. 120 Personen sollen im Mai – spätestens aber im Juni – in das 2000 Quadratmeter große Gebäude einziehen. Entwicklung, Forschung und Administration sollen hier zukünftig auf drei Etagen gebündelt sein. „Momentan sind die Mitarbeiter auf verschiedene Räumlichkeiten verteilt“, erklärt der Geschäftsführer. Der durch den Umzug frei werdende Platz im Hauptgebäude soll für die Erweiterung der Produktion umgestaltet werden. Ein weiteres Wachstum des Unternehmens sei nach Carsten Mommas Ansicht in den nächsten Jahren zu erwarten.

Export in die ganze Welt

Cortronik stellt Gefäßstützen her. Winzige Röhrchen aus Metallgitter, die in verstopfte Gefäße eingeführt werden, um sie aufzuweiten. Die Nachfrage nach den in Warnemünde entwickelten Stents ist groß. Aktuell verlassen jährlich rund eine Million Stück die Produktion, um Leben zu retten und die Lebensqualität von Patienten zu verbessern.

Polier Dirk Aulerich beim Richtspruch. Quelle: Susanne Gidzinski

„Das Unternehmen unterstützt damit die wachsende Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern und hat sich zu einem international führenden Spezialisten für medizinische Gefäßstützen für das Herz-Kreislauf-System entwickelt, die von Rostock aus in die Welt exportiert werden“, lobt Harry Glawe (CDU), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit. Zulassungen gebe es bereits in Japan und den USA. „Im kommenden Jahr soll auch China folgen“, verrät Andre Burch, Mitglied der Geschäftsleitung der Biotronik AG in der Schweiz – der Mutterkonzern des Medizintechnik-Herstellers.

Kooperationen geben Impulse für Weiterentwicklung

„Studien haben bereits bewiesen, dass die in Warnemünde produzierten Stents die besten auf dem Markt sind“, betont Burch. Dabei sei die Entwicklung nur ein Teil des Erfolges. Forschung sei genauso wichtig. Deshalb setzte das Unternehmen stets auf qualifizierte Fachleute und arbeite eng mit der Universität Rostock und dem Institut für Implantattechnologie und Biomaterialien zusammen. Dadurch kämen immer neue Impulse für die Weiterentwicklung.

Für die Uni bedeute die Kooperation vor allem, dass ihre Erkenntnisse auf kurzem Weg in der Praxis umgesetzt und getestet werden können, wie Rektor Wolfgang Schareck hervorhebt. Er selbst ist Gefäß- und Transplantationschirurg und war aktiv an der Entwicklung von Stents mit einer Medikamentbeschichtung beteiligt. „Daher freue ich mich ganz besonders, dass wir hier in unserer Stadt ein Unternehmen haben, das auf diesem Gebiet so tolle Leistung erbringt.“

Zentrum für Stents

Die Geschichte von Cortronik begann im Jahr 1998. Heute sind in Warnemünde etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen ist eine Tochter der Biotronik AG in der Schweiz. Innerhalb der Biotronik-Gruppe ist Cortronik das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Stents.

Ein Stent (deutsch: Gefäßstütze) ist ein medizinisches Implantat, das in Blutgefäße eingebracht wird, um sie offen zu halten. Es handelt sich meist um ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform aus Metall oder Kunstfasern. Verwendung finden Stents meistens in den Herzkranzgefäßen, um mit deren Aufdehnung einen erneuten Verschluss zu verhindern.

Der Erweiterungsbau mit einer Größe von 2 000 Quadratmetern soll Platz für 120 Personen aus den Bereichen Entwicklung, Forschung und Administration schaffen. Der freie Platz im Hauptgebäude wird für die Produktion umgewidmet.

Wirtschaftsministerium bewilligt Förderung

„Seit mittlerweile 20 Jahren ist Cortronik in Warnemünde ansässig“, stellte Glawe in seiner Ansprache fest. Seit 2001 seien neun Forschungsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 32 Millionen Euro umgesetzt worden. Das Wirtschaftsministerium habe diese Forschungen mit rund 13 Millionen Euro unterstützt. Wie Glawe weiter berichtet, stehen in Mecklenburg-Vorpommern für die Zeit von 2014 bis 2020 insgesamt 236,3 Millionen Euro für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation aus EU-Mitteln zur Verfügung. Bis Mitte dieses Jahres seien für 450 Vorhaben knapp 147 Millionen Euro bewilligt worden.

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Von Susanne Gidzinski

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