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Rostock Roggentiner bereiten 800. Gemeindegeburtstag vor
Mecklenburg Rostock Roggentiner bereiten 800. Gemeindegeburtstag vor
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18:04 08.03.2019
Seit 15 Jahren ist Erhard Bünger Bürgermeister der Gemeinde Roggentin. Ob er noch einmal antritt, lässt der 75-Jährige offen. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Roggentin

 Der Sekt ist zwar noch nicht kalt gestellt, aber die Vorbereitungen für das große Jubiläum in Roggentin laufen auf Hochtouren. Am 16. und 17. August soll das 800-jährige Bestehen der Gemeinde, die östlich vor den Toren der Hansestadt liegt, groß gefeiert werden. Besonders die jüngere Geschichte des Ortes ist beachtlich, weiß Erhard Bünger, der seit 15 Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze steht.

Zu Beginn seiner Tätigkeit hätte die Gemeinde 3,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten aufgewiesen. „Wir haben dann alle an einem Strang gezogen und verfügen mittlerweile über eine ansprechende Liquidität“, so Bünger. In den Jahren nach der Wende hätte sich zudem die Einwohnerzahl fast versechsfacht, liege aktuell zwischen 2700 und 2800 Personen. Und das auf einem Gemeindegebiet von unter zehn Quadratkilometern. „Mit dem Globus und den dazugehörigen Geschäften bieten wir außerdem eine sehr umfassende Grundversorgung für unsere Einwohner“, erklärt der 75-Jährige.

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Ärztehaus und Tenne-Campus als Erfolgsgeschichte

Doch nicht nur der Einkaufsmarkt sei ein wichtiger Grundstein der Gemeindeentwicklung, sondern auch das Informatik Center, bei welchem die Gemeinde hundertprozentiger Gesellschafter sei. Zudem hätte Roggentin in den vergangenen Jahren „rund 10 000 Euro pro Kopf in die soziale Infrastruktur investiert“, erklärt der Bürgermeister. Zusammen mit dem Verein Auf der Tenne entstand eine Art Sozial-Campus, der seinesgleichen sucht – und von der Kita über ein Pflegeheim bis hin zum seniorengerechten Wohnen für mehrere Generationen etwas bietet. „Für das seniorengerechte Wohnen werden am Standort auch noch einmal 25 bis 30 weitere Bungalows entstehen, denn die Nachfrage ist hoch“, so Bünger.

Das moderne Ärztehaus, das in Kürze komplett belegt sein wird, sei durch die Gemeinde allein finanziert worden. „Jetzt denken wir darüber nach, auf das daneben liegende freie Grundstück noch einen Kindergarten zu bauen“, sagt der Bürgermeister, der schätzt, dass dafür rund eine Million Euro nötig werden. Das sei allerdings eine Investition, die sich lohnt, „denn soziale Infrastruktur stärkt ja auch die gesamte Gemeindeentwicklung“.

Fresendorf ist der älteste Gemeinde-Teil

Zum Feiern gibt es deshalb genügend Gründe, auch wenn das eigentliche Jubiläum nur die Ortslage Roggentin betrifft, die vor 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der zur Gemeinde gehörende Ortsteil Fresendorf sei älter, „die dortige Burg wurde vor mehr als 1000 Jahren zerstört“, so Bünger. Er kennt bereits die neue Festschrift, die anlässlich der Feierlichkeiten erstellt wurde. Auch die Roggentiner Chronik sei fortgeschrieben und neu aufgelegt worden.

Die Organisation der Feierlichkeiten liegt in der Verantwortung des Kulturausschusses. „Und wir haben schon einige Programmpunkte festgelegt und vertraglich untermauert“, erklärt dessen Vorsitzender Peter Georgi. „Am Freitagabend gibt es eine Party mit DJs für die Jüngeren“, sagt er. Für Sonnabend ist ein großer Festumzug geplant, der durch alle Roggentiner Ortsteile führen soll. „Außerdem gibt es den ganzen Tag Kinderanimation und Programm auf der Bühne. Dort präsentieren sich zum Beispiel die Volkssolidarität, Feuerwehr, Kindergarten und Jugendclub“, zählt Georgi auf. Abends sei dann erneut Zeit für Party. „Wir haben schon den Shantychor De Klaashahns, Rockkombinat Nord und Eiszeit aus Berlin gebucht“, so Georgi.

Wehrhaft gegen Rostocker Eingemeindung

Bürgermeister Erhard Bünger ist in die Vorbereitungen mit eingebunden, auch die Gemeindevertreter werden regelmäßig über den Stand der Planungen informiert. Ob er sich noch einmal für den ersten Posten in der Gemeinde zur Wahl stellt, lässt Bünger noch offen. Bis Dienstag haben alle potenziellen Kandidaten Zeit, sich zu melden. Für den Amtsinhaber ist auch fraglich, ob Roggentin sein 850-jähriges Bestehen noch als eigenständige Gemeinde feiern wird. „Ich gehe davon aus, dass es eine Expansion aus Rostock geben wird, auf Beschluss der Landesregierung“, so Bünger. „Einem solchen Trend kann man nicht ewig widerstehen, auch wenn wir uns dem so lange wie möglich entziehen wollen.“

Claudia Labude-Gericke

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