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Rostock Familienbetrieb rollt grünen Teppich aus
Mecklenburg Rostock Familienbetrieb rollt grünen Teppich aus
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17:34 28.03.2019
Martin (r.) und Michael Schingen haben den Familienbetrieb Galabau Schingen in Petschow übernommen und bauen auf 60 Hektar Fläche Rollrasen an. Quelle: Doris Deutsch
Petschow

Der erste Probestich auf dem grünen Feld ist vollzogen. Bernd Kurzknabe steigt von der Schälmaschine. „Ist noch zu schwer, zu viel Erde, das Wurzelwachstum noch nicht so richtig“, sagt der 57-Jährige und beguckt den ersten Quadratmeter Rollrasen. Ein, zwei Wochen müsse das Grün noch wachsen, dann sei es schälreif.

Kurzknabe kennt sich aus, seit 26 Jahren arbeitet er in der Garten- und Landschaftsbau Schingen GmbH in Petschow, seit 1994 „im Rollrasen“. Pflügen, aussäen, düngen, bewässern, mähen, schälen – „Steine sammeln, nicht vergessen, das ist eine Sisyphusarbeit, aber unheimlich wichtig“, erzählt er. Zusammen mit seinem Kollegen Werner Wendlandt bewirtschaftet er den grünen Teppich auf rund 60 Hektar.

Die ersten Bestellungen für Rollrasen sind da. Etwa 7000 Quadratmeter haben Privatkunden und Gewerbetreibende bisher für dieses Jahr schon geordert. „Aber es geht ja erst los“, sagt Michael (39) Schingen, der zusammen mit seinem Bruder Martin (37) seit dem Tod des Vaters und Firmengründers Helmut Schingen 2017 die Geschäfte führt. Der Agrarökologe und der Betriebswirtschaftler haben eine „gute Aufgabenteilung“ gefunden, der eine hat das Fachliche stärker im Blick, der andere mehr das Kaufmännische. 20 Mitarbeiter zählt der Familienbetrieb, der 1990 mit drei Kollegen gestartet ist.

Das Hauptgeschäft sei der Garten- und Landschaftsbau, erklären die Brüder. „Das ganze Spektrum im grünen und grauen Bereich – vom Pflanzen, über Pflastern, Mauern, Treppen- und Zaunbau, Entwässerung“, zählt Michael Schingen einige Aufgaben auf. Sowohl in privaten Gärten als auch im öffentlichen Grün und in Gewerbegebieten sind die Galabauer aus Petschow anzutreffen. „Wir arbeiten für Wohnungsgesellschaften, Gemeinden, Firmen.“ Von 2003 bis 2018 beispielsweise hat die Firma Schingen Anlagen auf dem Iga-Gelände in Rostock gepflegt. Der Park um den Schwanenteich in Demmin trägt die Handschrift der Petschower ebenso wie das Außengelände der neuen Kita im Rostocker Krischanweg, um nur einige Beispiele zu nennen.

In der Rollrasenproduktion war das kleine Unternehmen in der Gemeinde Dummerstorf bis vor drei Jahren konkurrenzlos in Mecklenburg-Vorpommern. Dann habe sich in der Nähe von Schwerin ein Betrieb angesiedelt. Doch der Bedarf sei groß, der grüne Teppich aus Petschow weiter sehr gefragt, bleiben die jungen Chefs gelassen. Knapp 60 Hektar bewirtschaften sie für diese Sparte, 45 Hektar stehen immer unter Rollrasen, der Rest wird mit Zwischenfrüchten oder Gründung bestellt.

Diesmal prognostizieren die Schingen-Brüder zum Herbst hin Lieferengpässe für fast alle Rasenproduzenten. Die Trockenheit von 2018 wirke nach. „Wir haben Ausfälle von sieben bis acht Hektar, die noch nicht schälreif sind“, berichten sie. Viel Rasen sei im letzten Sommer verbrannt. „Es sah hier aus wie in Italien“, denkt Martin Schingen zurück. Einige Flächen seien komplett ausgefallen, es musste nachgesät werden, damit sich der Rasen regenerieren kann.

Regulär startet Ende August, Anfang September die Neuaussaat. „Tau ist hier wichtig, damit man auch mal ohne Bewässerung auskommt“, erläutert Michael Schingen. Die Felder werden über einen Brunnen und dort angeschlossene Sprenger bewässert. Angebaut werde Sport- und Spielrasen, ein Mix aus drei Rasengräsern – Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. „Dieser Rasen ist der beste Kompromiss zwischen Optik und Nutzbarkeit, für alle Lagen“, sind die Experten aus Petschow überzeugt. Alle sechs Wochen werde gedüngt auf organischer, mineralischer Basis. „Lieber häufiger, aber weniger“, empfiehlt Schingen auch den Freizeitgärtnern. Zwei-, dreimal pro Woche werde gemäht und gemulcht.

Nach rund einem Jahr, manchmal auch erst nach 18 Monaten könne geerntet werden. „Bis es soweit ist, steckt also viel Dienstleistung im Rasen“, bemerkt Michael Schingen mit Respekt vor den beiden Kollegen, die das Grün bearbeiten. Unterstützt würden sie von vielen fleißigen Regenwürmern, die den Boden belüften. Und von moderner Technik. „Da müssen und wollen wir noch investieren“, kündigen die Geschäftsführer an. Eine neue Schälmaschine soll angeschafft werden, die dann bis zum frostfreien Weihnachten hin den Rollrasen erntet.

Geschält werde immer auf Bestellung. Tageskunden kämen nur selten vorbei. Zwischen zwei und fünf Euro kostet ein Quadratmeter Rollrasen vom Petschower Familienbetrieb. In der nächsten Woche werden die ersten Paletten beladen. „Dann ist der Rasen auch schon richtig schön grün“, ist Bernd Kurzknabe überzeugt.

Doris Deutsch

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