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Rostock Rostock: Demo für sozialeren Wohnungsmarkt
Mecklenburg Rostock Rostock: Demo für sozialeren Wohnungsmarkt
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16:55 24.11.2018
Knapp 100 Rostocker demonstrierten für den Erhalt des Wohnprojektes „Budhilde“ und eine gerechtere Wohnungspolitik in der Hansestadt. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Eine Woche bleibt Robert und seinen Mitbewohnern noch. Dann müssen sie raus ihrem Zuhause. Der Eigentümer des Hauses Budapester Straße 35 hat allen zwölf Mietern gekündigt, will das Haus sanieren. Und das bedeutet das Aus für das alternative Wohnprojekt „Budhilde“. Für mehr als 100 Rostocker Grund genug, auf die Straße zu gehen: Sie demonstrierten am Sonnabend für eine sozialere Wohnungspolitik und gegen steigende Mieten in der Hansestadt.

Nur ein Beispiel von vielen

Die „Budhilde“ – sie sei leider nur ein Beispiel von vielen für das, was am Rostocker Wohnungsmarkt schief läuft. Das sagt Franzi, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Wohnraum für uns alle“. „Dass dieses alternative Wohnprojekt aufgeben muss, ist Symbol für die Verdrängung am Wohnungsmarkt.“ In den Reden am Rande der Demo heißt es, dass alle Rostocker von den Problemen betroffen seien. Die Mieten steigen. Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern und Menschen mit geringen Einkommen werden aus der Innenstadt oder auch der KTV verdrängt. An den Stadtrand. „Wohnen wird zur sozialen Frage in der Hansestadt“, ruft ein Redner. Robert aus der „Budhilde“ ergänzt: „Die Stadtpolitik stellt seit Jahren die Profitinteressen von Vermietern über die Interessen der Bürger.“

Die Teilnehmer der Demo fordern ein Umdenken: Mehr sozialen Wohnungsbau – auch in der KTV und der Stadtmitte, Schluss mit den Spekulationen rund um Wohnhäuser und Bauland, Raum auch für alternative Wohnprojekte. „In diesem Jahr mussten mehrere alternative Projekte aufgeben – an der Niklotstraße, der Budapester Straße“, sagt Fanzi. „Wir appellieren an die Stadt, auch für solche Projekte Raum zu schaffen und zu erhalten.“

„Budhilde“ geht weiter

An der Budapester Straße sah es lange so aus, als gäbe es doch eine Zukunft für Projekt von Robert und seinen elf Mitbewohnern: „Wir wollten das Haus kaufen“, sagt er. Doch die Eigentümer entschieden sich im Spätsommer, lieber selbst zu investieren. Danach sollen die Mieten verdreifacht werden. Das können sich viele der aktuellen Bewohner nicht leisten: 200 Euro zahlen sie für zwei Zimmer bisher. „Bei uns leben Pädagogen, Musiker, Künstler. Die haben nicht mehr Geld“, so Robert. In der „Budhilde“ gab es einen gemeinsamen Garten, Konzerte, Lesungen, Kicker-Abende. Viele Bewohner wissen noch immer nicht, wo sie künftig leben werden. Derzeit suchen die Bewohner ein neues, gemeinsames Haus. „Budhilde geht weiter“, kündigt Robert an – und die 100 Demo-Teilnehmer applaudieren.

Andreas Meyer

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