Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Diskussion um Denkmal für Spielmann-Opa
Mecklenburg Rostock Diskussion um Denkmal für Spielmann-Opa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:50 15.11.2018
Der Bildhauer Wolfgang Friedrich hat das Rostocker Original Michael Tryanowski (94) bereits in einer kleineren Plastik verewigt. Quelle: Dietmar Lilienthal
Anzeige
Stadtmitte

Das politische Votum fällt bisher eindeutig aus: Nach dem Ortsbeirat Stadtmitte hat sich nun auch der Kulturausschuss der Bürgerschaft einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Stadt Rostock dem Spielmann-Opa Michael Tryanowski (1919-2018) ein Denkmal setzen lässt. Eine lebensgroße Skulptur soll am Universitätsplatz an den Straßenmusiker erinnern. Die Kosten für Guss, Aufstellung und Künstlerhonorar belaufen sich laut Rathaus auf insgesamt 53.500 Euro. Doch in sozialen Netzwerken wie Facebook gibt es auch kritische Stimmen zu den Plänen.

„Seit seinem Tod gibt es einen großen gesellschaftlichen und politischen Willen, Herrn Tryanowski ein Denkmal zu setzen“, schreibt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) in einer Beschlussvorlage für die Stadtpolitik. Mit seinen Auftritten in den Fußgängerzonen Rostocks und Warnemündes hat sich der Straßenmusiker in die Herzen der Menschen gespielt. Im Jahr 2014 wurde er mit einem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt gewürdigt – gemeinsam mit Star-Rapper Marteria. Am 27. Juli 2018 verstarb Tryanowski im Alter von 98 Jahren, was über die Grenzen Rostocks hinaus betrauert wurde.

Anzeige

Vorschlag aus Ortsbeirat

Der Vorschlag für ein Denkmal kam aus dem Ortsbeirat Stadtmitte. „Es gab auch Ideen, einen Platz oder eine Straße nach Herrn Tryanowski zu benennen“, sagt Beiratschef Andreas Herzog (SPD). Der Standort am Universitätsplatz sei nun eine gute Wahl für die lebensgroße Skulptur, die gegenüber vom Fünf-Giebel-Haus neben der blauen Boje stehen soll. „Die allermeisten Rostocker werden ihn dort noch in Erinnerung haben“, sagt Herzog.

Die Stadt will Künstler Wolfgang Friedrich mit der Schaffung der lebensgroßen Skulptur beauftragen. Friedrich hatte bereits eine 32 Zentimeter hohe Plastik des Spielmann-Opas angefertigt, die im Restaurant Portola im Rostocker Hof steht. Diese soll nun als Vorlage für die Vergrößerung dienen, heißt es. „Der Sohn von Herrn Tryanowski wurde über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt und hat diesem wohlwollend zugestimmt“, schreibt OB Methling.

Lob für Künstler-Wahl

Kulturausschuss-Mitglied Ingrid Bacher (SPD) lobt die Künstler-Wahl. „So haben wir die Gewähr, dass wir Herrn Tryanowski in der Skulptur auch wieder erkennen“, sagt Bacher. Auch Herzog äußert sich positiv. Die Realisierung der Plastik soll nun möglichst rasch erfolgen. Das letzte Wort hat der Hauptausschuss der Bürgerschaft, der auf seiner Sitzung am 20. November grünes Licht geben soll.

Auch in den sozialen Medien überwiegen mit Abstand die positiven Kommentare. Für Wolfgang Ende ist der Spielmann-Opa zum Beispiel eine Legende. Und Wolfgang Blüsse schreibt: „Das hat er sich verdient.“ Janette Weiß ist ebenfalls der Auffassung, dass die Entscheidung für das Denkmal ohne Wenn und Aber gut zu heißen sei. „Glückwunsch und Respekt dazu“, schreibt Weiß. Denn: „Meist legt eine Behörde der anderen Steine in den Weg und die deutsche Bürokratie zermalmt alles, eh es begonnen hat. Hier wird eine Erinnerung an ein echtes Original aufrecht gehalten. Dafür beide Daumen hoch.“

Einige sehen einen Zwiespalt

Vereinzelt gibt es jedoch auch ablehnende Worte. Martin Baltrusch schreibt auf Facebook zum Beispiel: „Ich halte es für übertrieben. Da hätten es andere mehr verdient.“ Auch Maik Brandt hält die Entscheidung für falsch: „Die Stadt sollte sich um andere Probleme kümmern. Nicht um irgendeinen Opa, der Kinder angeschrien oder Touristen das Geld entgegen geworfen hat, wenn es keine Euros waren.“ Andere sehen einen Zwiespalt: Zuletzt sei noch darüber diskutiert worden, die Straßenmusik aus dem Stadtzentrum zu verbannen, nun entsteht ein Denkmal.

Torsten Matern sieht das hingegen durchweg positiv: „Sehr schön. Damit bleibt er auch für die Nachwelt erhalten. Er war ein super Typ.“ Und Nadine Schimler schreibt einfach nur: „Großartig.“

Mehr zum Thema:

Rostock setzt Spielmann-Opa lebensgroßes Denkmal

Hansa-Fans setzen Spielmann-Opa ein Denkmal

Spielmann-Opa gestorben: Das war Rostocks berühmtester Straßenmusiker

So reagiert Marteria auf den Tod des Spielmann-Opas

André Wornowski

Mit der Musik von „Time to say Goodbye“ fährt die „Bredstedt“ ein letztes Mal aus Warnemünde los. Was mit dem Schiff passiert, ist nicht klar. Nur in See stechen, wird es nicht mehr.

15.11.2018
Mecklenburg Existenzgründerpreis - Crashtest für Silikonbrüste

Vom künstlichen Kniegelenk bis zum Zahnersatz: Das Rostocker Unternehmen Innoproof prüft, wie belastbar Implantate sind. Hersteller schicken ihre Medizinprodukte sogar aus Mittelamerika und Fernost zum Check nach MV.

15.11.2018

Eine 77-Jährige ist am Donnerstag in Rostock nach einem schweren Autounfall gestorben. Sie wurde in der Güstrower Straße von einem Pkw erfasst und erlag im Krankenhaus den Verletzungen.

15.11.2018