Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Fahrpreise steigen – wann wird Nahverkehr kostenlos?
Mecklenburg Rostock Fahrpreise steigen – wann wird Nahverkehr kostenlos?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 31.01.2019
Die Rostocker müssen an den Fahrkartenautomaten tiefer in die Tasche greifen. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Mit dieser Nachricht hat Rostock deutschlandweit für Aufsehen gesorgt: Ab 2020 fahren Schüler kostenlos mit Bus und Bahn durch die Hansestadt. Dies soll ein erster Schritt in Richtung eines komplett kostenfreien öffentlichen Nahverkehrs sein, hieß es bei der Entscheidung der Bürgerschaft im Oktober 2018. Dieter Neßelmann (CDU) vom Aufsichtsrat der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hält das jedoch für „Traumtänzerei“, wie er sagt. Im Gegenteil: Läuft es wie bisher, werden die Preise in Zukunft weiter steigen. „Wir müssen langfristig mehr Geld ins System stecken, um die Tarife stabil zu halten“, sagt Neßelmann.

Schon ab Freitag zahlen die Rostocker für die Fahrt mit Bus und Bahn mehr: Der Verkehrsverbund Warnow (VVW) hebt die Preise um durchschnittlich 4,2 Prozent an. Eine Einzelfahrt in der Hansestadt kostet nun zum Beispiel 2,30 Euro statt bisher 2,10 Euro. Die Kurzstrecke wird sogar um 30 Cent teurer und steigt auf 1,80 Euro. Auch für Wochen- und Monatskarten greifen Fahrgäste tiefer in die Tasche (siehe Info-Kasten). Dennoch ist Rostocks Nahverkehr im bundesweiten Vergleich einer der günstigsten. Und es gibt einige neue Angebote.

Im Gleichschritt mit der Inflationsrate

Viele sind es bereits gewohnt: Alle zwei Jahre erhöht der VVW seine Ticketpreise – und hält sich dabei an die Inflationsrate. Bisher ging diese Rechnung auch auf. In Zukunft könnte das jedoch schwieriger werden, wie ein Blick auf den Arbeitsmonitor von Yvette Hartmann zeigt. Sie ist kaufmännischer Vorstand bei der RSAG. In einem Diagramm sind zwei Kurven eingezeichnet, die immer weiter auseinander driften: die eine stellt die künftige Entwicklung der Gesamtausgaben dar, die andere die der Einnahmen. „Wir sind nur zu 80 Prozent kostendeckend“, sagt Hartmann.

Im Jahr 2017 hatte die RSAG Aufwendungen in Höhe von insgesamt 55 Millionen Euro. Dem standen Einnahmen von etwa 45 Millionen Euro gegenüber. Die Differenz wurde mit den Gewinnen der Stadtwerke ausgeglichen. „Die Nutzer zahlen effektiv 57 Prozent der anfallenden Kosten“, sagt Jan Bleis, Vorstand für Markt und Technik bei der RSAG. Er betont: „Die Fahrgelderlöse decken noch nicht einmal die Personalkosten.“ 2017 hat die RSAG zum Beispiel 30,3 Millionen Euro durch den Ticketverkauf eingenommen. Auf der anderen Seite gab das Unternehmen 32,5 Millionen Euro für seine mehr als 700 Mitarbeiter aus.

Neue Straßenbahnen kosten 124 Millionen Euro

„Aktuell geht die Rechnung mit den Gewinnen der Stadtwerke gerade so auf“, sagt Hartmann. Durch steigende Kosten bei Baupreisen, Diesel, Strom und Gehältern müsse jedoch schon bald nach anderen Geldquellen gesucht werden. Hinzukommt: Bis 2025 muss die RSAG 40 seiner 53 Straßenbahnen austauschen. Grund: Nach 30 Jahren im Betrieb haben die Fahrzeuge vom Typ „6N1“ das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Für 124 Millionen Euro sollen neue, hochmoderne Straßenbahnen beschafft werden. „Noch haben wir keine Förderung“, sagt Bleis.

Die Grünen wollen den städtischen Zuschuss pro Jahr nun verdoppeln. Der Preis für eine Einzelfahrkarte soll bei zwei Euro gedeckelt und ein 365-Euro-Jahresticket nach Wiener Vorbild eingeführt werden. „Die langfristige Vision bleibt ein kostenloser Nahverkehr. Es ist aber auch klar, dass wir das nie alleine schaffen werden. Land und Bund müssen sich beteiligen“, sagt Rostocks Grünen-Chef und OB-Kandidat Uwe Flachsmeyer. Ziel seien höhere Nutzerzahlen, die auch durch einen Ausbau des Angebots erreicht werden sollen.

Stadt zahlt für Schülerticket vier Millionen Euro

Für die SPD stellt sich jedoch die Frage: „Woher kommt das Geld? Soll die Grundsteuer erhöht werden oder die Gewerbesteuer?“, so Steffen Wandschneider-Kastell, Chef der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Der Spielraum sei begrenzt. „Wir wollen auch Kultur, Schule, Sport und Infrastruktur fördern.“ Mit der Einführung des kostenlosen Schülertickets, das die Stadt rund vier Millionen Euro pro Jahr kostet, sei bereits ein kräftiger Akzent gesetzt worden, so Wandschneider-Kastell.

Flachsmeyer schlägt vor, dass die Gewinne der Parkhaus Gesellschaft Rostock genutzt werden könnten, um den Nahverkehr günstiger zu machen. Laut RSAG-Aufsichtsratsmitglied Neßelmann müssten dabei jedoch auch die anderen Verbundpartner – Deutsche Bahn, Rebus, Weiße Flotte und Mecklenburgische Bäderbahn Molli – mit ins Boot geholt werden. „Die RSAG ist ja kein isolierter Partner.“

Die wichtigsten Änderungen

Eine Einzelfahrt kostet nun 2,30 Euro statt wie bisher 2,10 Euro und die Kurzstrecke 1,80 Euro statt 1,50 Euro. Der Preis für die Tageskarte steigt von 5,20 Euro auf 6 Euro. Neu ist die 4er-Karte: Kunden zahlen hier 8,40 Euro für vier Einzelfahrten in Rostock – das entspricht dem alten Preis pro Karte.

Die Wochenkarte kostet in der Hansestadt jetzt 20 Euro statt 18,50 Euro. Im Umland steigt ihr Preis von 13,50 Euro auf 14,40 Euro. Auch die neuen 4-er-Karten soll es dort für sechs Euro geben.

Mit dem neuen Happy-Hour-Ticket können Fahrgäste für vier Euro von 19 bis 5 Uhr beliebig oft in Rostock fahren. Ebenfalls neu ist die Tageskarte für Familien: Für 12,40 Euro können zwei Erwachsene und drei Kinder bis 14 Jahre oder ein Erwachsener mit vier unter 15-Jährigen beliebig oft am Tag fahren. Auch Abonnenten des Mobil-60-Tickets dürfen künftig drei Kinder kostenfrei mitnehmen.

Die Monatskarten kosten zwischen 1,50 Euro und 3 Euro mehr. Dafür beinhalten alle Zeitkarten im Normaltarif nun die Mitnahme von Personen in den Nebenzeiten.

Neu ist auch die Fahrradmonatskarte für Rostock für 10 Euro.

André Wornowski

Der 30-jährige Stürmer erzielte für den ECC Preussen Berlin in dieser Saison sechs Treffer in 37 Spielen. Den Rostockern soll der Deutsch-Amerikaner helfen, einen Platz in den Play-offs zu erkämpfen. Sein Debüt könnte er am Freitag daheim gegen den MEC  Halle geben.

31.01.2019

Beim Heimdebüt des neuen Trainers Andreas Köster und der Rückkehr von Torwart Oliver Schröder spielen die Bad  Doberaner am Sonnabend gegen Grün-Weiß Werder

31.01.2019

Aus bisher unbekannter Ursache ist es in der Nacht zum Donnerstag zu einem Angriff eines Freiers mit einer Prostituierten gekommen. Die Frau trug schwere Verletzungen davon.

31.01.2019