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Rostock Rostocker Feldgärten bieten Beete zum Mieten
Mecklenburg Rostock Rostocker Feldgärten bieten Beete zum Mieten
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20:37 08.04.2019
In der Rostocker Südstadt vermieten Sebastian Hoffmann und Julia Stoyan Gartenbeete. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Dass sie einmal zu Gemüserettern werden, hätten sich Julia Stoyan und Sebastian Hoffmann vor Jahren nicht träumen lassen. Ohne das Paar aus Rostock, das mit zwei Söhnen in der Südstadt lebt, hätten die Feldgärten der Hansestadt vor dem Aus gestanden. Mit Gießkanne, Harke, Saatgut und viel Fleiß ermöglichen beide den Rostockern das Anbauen von biozertifiziertem Gemüse – und das auch ohne eigenen Garten oder Balkon.

Vor mittlerweile drei Jahren haben Stoyan und Hoffmann die ehemalige Brachfläche in der Tychsenstraße übernommen. „Dort hatte zuvor schon ein Paar aus Berlin Beete zum Mieten angeboten. Und wir wollten eigentlich selbst nur Kunden werden“, erinnert sich die 32-Jährige. Damals seien jedoch alle rund 40 Flächen bereits vergeben gewesen.

Vom Hobbygärtner zum Pflanz-Experten

Statt in der kommenden Saison nur ein eigenes Feld zu übernehmen, wurden beide dann aber gleich zu den Feldgarten-Chefs. „Die Betreiber haben Nachfolger gesucht und das Projekt wäre gestorben, wenn sich niemand gefunden hätte“, sagt Hoffmann. Mit dem allgemeinen Gartenidyll von entspannter Familienfreizeit zwischen Hollywoodschaukel und Ernteerfolgen hat das neue Nebengeschäft der beiden Rostocker aber nichts gemein.

Seit März sind die Sonderpädagogin und der Bankkaufmann nun schon in jeder freien Minute auf der umzäunten Anlage anzutreffen, wo sie für ihre Kunden die Beete vorbereiten. „Den Winter über hatten wir auch schon damit zu tun, um unter anderem das Saatgut und die Jungpflanzen zu bestellen“, sagt Stoyan.

Drei Beet-Größen stehen zur Auswahl

Wer Teil der Feldgarten-Gemeinschaft werden will, muss zuerst entscheiden, ob er auf 25, 50 oder 90 Quadratmeter etwas anbauen möchte. Die Mindestlaufzeit für interessierte Selbstversorger beträgt eine Saison. „Unser Part ist, dass wir die Beete vorbereiten, das Saatgut und die Jungpflanzen sowie einen Pflanzplan stellen. Außerdem können die Kunden von uns angebotenes Wasser und eine Grundausstattung an Gartengeräten nutzen“, so Hoffmann.

Das Kräuterbeet können alle Feldgarten-Kunden gemeinsam nutzen. Quelle: OVE ARSCHOLL

Frei wählen, was sie in die Erde stecken, können die Miet-Gärtner aber nur zum Teil. „Wir bieten mehr als 20 verschiedene Sorten zum Anbau an. Nicht nur, um eine Monokultur zu vermeiden, sondern auch, um die Fruchtfolge besser im Blick zu haben“, sagt Julia Stoyan. Zur Nutzung für alle Kunden hat das Paar auch ein Kräuterbeet angelegt, an dem sich die Feldgärtner bedienen können. Auch ein paar Obststräucher sollen noch folgen.

Familien setzen auf das „Breianbaugebiet“

Die Übergabe der Beete und Pflanzen an die Kunden erfolgt in diesem Jahr am 27. April. Noch sind acht Flächen für Kurzentschlossene frei. Danach erhalten die Hobbygärtner einen Zahlencode für das Schloss und können jederzeit aufs Gelände, um ihre Pflanzen zu pflegen und ihnen beim Wachsen zuzusehen. „Wer will, kann hier sogar bei Vollmond ernten“, sagt Hoffmann schmunzelnd. Für ihn und seine Familie beginnt dann die entspanntere Zeit des Jahres, wenn auch sie als Chefs nur noch für ihr eigenes Beet und einige Verwaltungsaufgaben zuständig sind.

Trotz der vielen Arbeit würden sie immer noch mit Begeisterung in ihren Gemeinschaftsgarten gehen. „Schließlich lernen wir auch immer noch dazu“, sagt Hoffmann. Eine Garantie auf erfolgreiche Ernte gibt er zwar nicht, steht den Nutzern aber beratend zur Seite. „Unsere Kunden sind ganz gemischt, von einer Gruppe Studien-Freundinnen über Rentnerpaare bis hin zu Familien“, sagt er. Das lassen auch die Namensschilder an den Beeten erkennen, die frei gewählt werden können. So findet sich der Acker „Biene Maja“ neben dem „Breianbaugebiet“.

Chance auf weitere Vergrößerung der Fläche

Unter den Nutzern sind auch schon einige der Gartenbesitzer, deren bisherige Parzellen für die Rostocker Stadtentwicklung weichen mussten. Dass ihre Gemeinschaftsfläche in der Südstadt Wohnungen oder Gewerbe zum Opfer fällt, brauchen die beiden Feldgarten-Betreiber nicht zu fürchten. „Wir pachten das Land von der Kirche und die hat selbst großes Interesse an dieser Nutzung“, weiß Julia Stoyan. Direkt neben ihrem umzäunten Gelände ist auf der einen Seite eine Kleingartenanlage. Doch auch auf der andere Seite bleibt es grün: „Da ist die Ausgleichsfläche der Stadt für das neue Wohngebiet an der Tychsenstraße“, ergänzt sie.

Sollte die Nachfrage nach den Flächen für Selbstversorger steigen, könnte das Paar das Feldgarten-Gelände auch noch vergrößern. Ob sie die Chance nutzen werden, wissen beide aber noch nicht. Denn damit andere ordentlich ernten können, muss das Paar kräftig ackern.

Claudia Labude-Gericke

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