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Rostock Von Silo bis Ocean’s End: Im Rostocker Stadthafen entstehen neue Restaurants und Büros
Mecklenburg Rostock

Rostock: Im Stadthafen entstehen neue Restaurants und Büros

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11:14 13.01.2022
Die alte Baracke, in der auch der Hafenmeister sein Büro hat (l.), soll für neue Büros und Restaurants weichen. Auch das Silo 1 wird 2023 wieder nutzbar sein. Dort sind ebenfalls Büros und ein Restaurant geplant.
Die alte Baracke, in der auch der Hafenmeister sein Büro hat (l.), soll für neue Büros und Restaurants weichen. Auch das Silo 1 wird 2023 wieder nutzbar sein. Dort sind ebenfalls Büros und ein Restaurant geplant. Quelle: Katrin Zimmer
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Rostock

Flaniermeile mit Restaurants, Arbeitsplätze in Eins-a-Lage und dazwischen ganz viel Grün: Der Rostocker Stadthafen wird sich verändern – und das nicht erst zur Bundesgartenschau 2025 (Buga). Das neueste Projekt an der Kaikante trägt den schillernden Namen „Ocean’s End“. Dahinter verbirgt sich ein Komplex aus Bürogebäuden und Restaurant. Dieser soll zwischen dem Hafenrestaurant Borwin und dem Italiener Bella Vista entstehen. Dafür wird die alte Baracke abgerissen, die dort derzeit noch steht.

Die alte Baracke am Rostocker Stadthafen soll zwei neuen Gebäuden weichen. In „Ocean’s End“ werden Büros und Gastronomie unterkommen. Quelle: Katrin Zimmer

Sechs Millionen Euro will der Investor in die beiden dreistöckigen Gebäude am Ocean’s End stecken. Unterkommen sollen darin auch das neue Büro des Hafenmeisters, eine Bar und ein Eventraum. Das erklärte Christian Klein von Ocean Architects in dieser Woche dem Bauausschuss der Rostocker Bürgerschaft.

Entwürfe für Neubau kontrovers diskutiert

Die Entwürfe kamen jedoch nicht bei allen Mitgliedern gut an. „Ich finde die Auswahl der hellen Klinker nicht gut. Die passen nicht zum Lokschuppen, nicht zu den Silos, nicht zu Rostock“, monierte Torsten Schulz (UFR). Andere hingegen lobten den frischen Wind, der mit der Optik in den Hafen gebracht werden soll und dass laut Bauantrag kaum Parkplätze geplant sind.

Im Rostocker Stadthafen sollen zwischen dem Hafenrestaurant Borwin und dem Italiener Bella Vista neue Büros und Restaurants entstehen. Der Titel des Projekts: Ocean’s End. Quelle: Grafik: Ocean Architects

„Das Kempowski-Ufer ist ein sensibler Ort und wird Teil der Buga. Deshalb war es das Ziel, zu vermeiden, dass vor dem Gebäude mehr als drei Stellplätze entstehen“, sagte Bauamtsleiterin Ines Gründel. Der motorisierte Verkehr werde weitestgehend aus dem Gebiet herausgehalten – unter anderem indem Mitarbeiter Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr erhalten, wie Architekt Klein sagte.

Angst vor hässlicher Flutschutzmauer bleibt

Sorge bereitete Ausschussmitglied Erhard Sauter (SPD) allerdings die Frage, wie der Neubau an der Kaikante gegen Hochwasser geschützt werden wird. Zuletzt waren Pläne bekannt geworden, die eine 1,50 Meter hohe „hässliche Mauer“ zeigen, die den Stadthafen durchzieht.

Anlieger haben visualisieren lassen, wie der neue Flutschutz am Stadthafen aussehen könnte. Quelle: Privat

Die will das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) nach derzeitigem Stand durch den kompletten Stadthafen ziehen, um ihn vor Hochwasser zu schützen. Anlieger liefen Sturm, ansässige Gastronomen fürchten um ihr Geschäft und fordern eine ästhetische Lösung von der Stadt.

Beschwichtigungsversuche von Chefstadtplaner Ralph Müller folgten auf der Sitzung des Bauausschusses in dieser Woche. „Wir befinden uns noch in Gesprächen mit dem Land. Es ist generell noch nichts entschieden“, sagte Müller und dass er Ende Januar die neue Lösung präsentieren könne. Den Bauantrag für Büros und Restaurants in Ocean’s End beschieden die Mitglieder des Ausschusses letztlich positiv.

Silo 1 soll 2023 wieder bezogen werden

Und auch ein Stück weiter östlich soll sich das Kempowski-Ufer verändern. Dort will der Windanlagenhersteller Eno Energy das historische Silo 1 sanieren und wieder mit Leben füllen. Auf rund 2200 Quadratmetern sollen Büros entstehen, dazu kommen 160 Quadratmeter für Geschäfte und 350 Quadratmeter für ein Restaurant. So steht es im Exposé.

Das Silo 1 im Rostocker Stadthafen soll zu Büros und einem Restaurant umgebaut werden. Quelle: Katrin Zimmer

Noch im ersten Quartal 2022 soll der Startschuss zum Umbau fallen, sagt Marcus Hanke, Vermögensverwalter der Norddeutschen Energie AG (NEAG) mit Sitz in Hamburg. Die kümmert sich im Auftrag des Bauherren um das Projekt, für das sogar eine eigene Website erstellt wurde.

So soll es im Inneren des Silo 1 im Rostocker Stadthafen einmal aussehen. Dort sollen Büros und ein Restaurant unterkommen. Die Entwürfe stammen vom Rostocker Architekten Tilo Ries. Quelle: Grafik: Architekt Tilo Ries

Fertig saniert und bereit zum Einzug soll das Silo 1 dann Ende 2023 sein. Wer die Büros darin bezieht und wer das Restaurant betreiben wird, will Hanke aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir stehen in Kontakt mit zwei interessanten Hauptmietern und befinden uns kurz vor dem Vertragsabschluss mit unseren Partnern.“

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Für den Umbau des Silo 1 musste der Bauherr laut Hanke jede Menge Vorgaben erfüllen. Der alte Getreidespeicher steht nah an der Kaikante auf schwierigem Grund und die gesamte Silohalbinsel unter Denkmalschutz. „Wir mussten viele Hürden nehmen, haben aber einen guten Weg gefunden, um das traditionelle Außenbild zu erhalten“, so Hanke. Das sei auch dem Bauherrn Karsten Porm wichtig gewesen.

Von Katrin Zimmer