Rostock: Jugendlicher bedroht Mädchen in Straßenbahn mit Messer
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Rostock Weil sie Maske trug: Jugendlicher bedroht Mädchen in Rostocker Straßenbahn mit Messer
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Rostock: Jugendlicher bedroht Mädchen in Straßenbahn mit Messer

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13:18 11.11.2020
Die Rostocker Polizei sucht Zeugen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Rostock

Sie hielten sich an die Regeln und wurden dafür mit einem Messer bedroht: Zwei 11 und 13 Jahre alte Kinder sind am Sonntag mit der Straßenbahn von Dierkow aus in Richtung Stadt unterwegs – ordnungsgemäß mit Mund-Nasen-Schutz. Plötzlich tauchen zwei Jungs vor ihnen auf. Einer der beiden zückt ein Taschenmesser und bedroht die 13-Jährige. Während er ihr das Messer vors Gesicht hält, erklärt er, sie solle ihre Maske absetzen. Seine Worte unterstreicht er mit einer Geste, indem er mit einem Finger am Hals entlang zieht. Der Täter war im gleichen Alter.

Die beiden bedrohten Kinder nehmen die Masken ab. Als das Mädchen den Schutz wieder aufsetzen will, wiederholt der Jugendliche mit dem Messer seine Drohung. Die betroffenen Kinder können am Dierkower Kreuz unverletzt aussteigen, während die Jugendlichen weiterfahren.

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„Ein abscheulicher Vorfall“

„Ein solcher Vorfall ist abscheulich und hat mit normalem Pubertätsgehabe von Halbstarken nichts mehr zu tun“, sagt Rostocks Gesundheitssenator Steffen Bockhahn (Linke). Neben der polizeilichen Ermittlung seien auch die Eltern in der Pflicht, mit Kindern über das Tragen von Masken in Zeiten der Pandemie zu sprechen. „Leider tragen die Argumente der Corona-Leugner nicht wirklich dazu bei, das Verständnis schon bei den Jüngeren zu wecken“, so Bockhahn. Dabei sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes neben der entsprechend Vorschrift auf ein Gebot der Mitmenschlichkeit und Solidarität.

„Es ist deshalb auch wichtig, Menschen, die keine Maske oder diese nicht richtig tragen, darauf hinzuweisen – natürlich mit der entsprechenden Höflichkeit“, sagt der Senator, der das auch selbst tue. Der Straßenbahn-Vorfall mit den Jugendlichen sei aber übergriffiges Verhalten, das nicht zu entschuldigen ist.

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Polizei sucht Zeugen

Die Polizei sucht nun nach den Tatverdächtigen sowie nach Zeugen Der Vorfall ereignete sich am Sonntag gegen 15.30 Uhr in der Straßenbahn Linie 1 auf Höhe Hölderlinweg. Die Polizei sucht nun Zeugen, die zur Aufklärung der Straftat beitragen können.

Einer der beiden Jugendlichen hat kurze Haare, fast Glatze, und soll zwischen 140 und 150 Zentimeter groß sein. Der andere Junge hat laut Beschreibung normal lange Haare und ist ähnlich groß. Er war dunkel gekleidet. Wer Hinweise hat, kann sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0381/49 16 16 16 melden.

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Von OZ/CLG