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Rostock Lange Straße in Rostock wird 2022 zur Fahrradstraße: Was dann gilt
Mecklenburg Rostock

Rostock: Lange Straße wird 2022 zur Fahrradstraße – Regeln im Überblick

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14:59 16.10.2021
Eingefärbte Fahrbahn: So etwa könnte die Lange Straße als Fahrradstraße aussehen
Eingefärbte Fahrbahn: So etwa könnte die Lange Straße als Fahrradstraße aussehen Quelle: Ove Arscholl, Montage: Benjamin Barz
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Rostock

Gemütlich nebeneinander durch die Lange Straße radeln und dabei keine Angst haben, von einem Autofahrer weggehupt zu werden – das wird für Radfahrer in Rostock künftig Realität, zumindest erst einmal probehalber für ein Jahr. Ab dem 1. Mai 2022 soll die Trasse in der Innenstadt ganz offiziell als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Dann haben Autofahrer zwölf Monate lang das Nachsehen.

Ganz neu ist die Idee nicht. Schon im Sommer brachte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sie von eine Reise nach Münster, der inoffiziellen „Fahrradhauptstadt“ Deutschlands, mit. Und offenbar wird aus der fixen Idee Realität, wie Stefan Krause, Leiter des Mobilitätsamts am Mittwochabend auf der Sitzung des Ortsbeirats Stadtmitte erklärte. Sogar den bis dahin unbekannten Terminplan verriet er ganz nebenbei.

„Reicht nicht, wenn nur ein Schild aufgestellt wird“

So soll die parallel zur Flaniermeile Kröpeliner Straße verlaufende Lange Straße ab Mai Radlern den Vorrang geben. Damit das funktioniert müsse die Regelung unbedingt vorher publik gemacht werden, sagte dazu Christoph Neimög vom Radentscheid Rostock.

„Es reicht nicht, wenn nur ein Schild aufgestellt wird, weil viele gar nicht wissen, was in einer Fahrradstraße überhaupt erlaubt ist.“ Sie müsse eindeutig gekennzeichnet werden, mindestens durch Fahrbahnmarkierungen.Noch besser: „Es könnten beispielsweise Blumenkübel am Straßenrand aufgestellt werden, sodass gar nicht mehr überholt werden kann. Das würde auch die Aufenthaltsqualität erhöhen“, so Neimög.

Radfahrer dürfen nebeneinander fahren

Das Etikett „Fahrradstraße“ bedeute aber nicht, dass Autofahrer gar nicht mehr durchkommen, sie müssen sich unterordnen, skizzierte Verkehrsplaner Krause die Idee erneut. Das heißt, auch wenn Radfahrer langsamer in der Mitte der Straße unterwegs sind – vielleicht sogar zu mehreren nebeneinander – dürfen Kraftfahrer nicht drängeln. Gelten soll aber weiter Tempo 30.

Anders als bei dem umstrittenen Pilotprojekt „Sommerstraße Am Brink“ in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) soll es laut Krause noch ein umfassendes Beteiligungsverfahren geben. Dort wurden viele Anwohner erst gut zwei Wochen vor dem Start darauf vorbereitet, dass ihre Straße monatelang komplett für Autos dicht gemacht wird. Die Freude darüber hielt sich bei vielen in Grenzen.

Von Katrin Zimmer