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Rostock Ospa-Vorstand verrät Insidertipp
Mecklenburg Rostock Ospa-Vorstand verrät Insidertipp
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18:14 22.10.2018
Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt (40) freut sich auf den Auftritt von TV-Börsenjournalist Stefan Riße beim Anleger-Forum. Quelle: Ove Arscholl
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Vor dem Anleger-Forum der Ostsee-Sparkasse Rostock (Ospa) am Freitag und Sonnabend traf sich die OZ mit Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt (40) zum Gespräch über Insidertipps, Risiken und Gold.

OZ: Was ist ein Pantoffel-Portfolio?

Karsten Pannwitt: (lacht) Mit diesem Begriff werden wir immer wieder in Verbindung gebracht, dabei stammt der gar nicht von uns, sondern von der Stiftung Warentest. Es handelt sich dabei um einen Mix aus Aktienfonds, Tagesgeld und Rentenfonds. Der Kunde braucht nicht jeden Tag nachschauen und kann dennoch beruhigt schlafen.

Aber sollte das nicht generell so sein: Wenn ich mein Geld schon einem Finanzexperten anvertraue, dann vermehrt er es für mich?

Ja, unsere Übersetzung des Pantoffel-Portfolios lautet auch: Jeder Kunde bekommt die Pantoffeln, die zu ihm passen. Schließlich braucht jeder andere. Mancher ist zum Beispiel unzufrieden, wenn der Aktienmarkt plötzlich steigt und er nicht dabei ist. Das gilt aber nur für eine relativ kleine Gruppe. Der typisch deutsche und auch typische Ospa-Kunde sucht eher Sicherheit. Hier gibt es auch eine Lösung, auch hier braucht es einen Mix.

Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Ich bin eher ein Sicherheitstyp und habe trotzdem ganz viele risikoreiche Anlagen im Portfolio.

Und das funktioniert?

Ja, ich mache es genauso, wie wir es unseren Kunden empfehlen. Ich habe verschiedene Fondssparpläne und da verschiebe ich nur den Fokus, was ich gerade mehr kaufe. Aber ich kaufe immer regelmäßig jeden Monat sowohl Aktien als auch Renten und gemischte Fonds.

Warum regelmäßig?

Der einzige Insidertipp, der tatsächlich für jeden funktioniert, lautet: Wenn Du Sicherheit haben willst, dann musst Du regelmäßig investieren.

Warum?

Dann habe ich nie den schlechtmöglichsten Zeitpunkt zum Kauf und nie den schlechtmöglichsten Zeitpunkt zum Verkauf. Wenn ich immer investiere, habe ich immer in allen Marktphasen gekauft. Dann hängt es nur noch davon ab, wann ich das Geld wieder rausnehme. Wenn ich das Geld langfristig entbehren kann, dann bin ich ja nicht gezwungen es herauszunehmen.

Und daran halten Sie sich?

Ja, diesen Trick beherzige ich. Ich habe eine Regel mit mir selbst vereinbart, dass ich auf gar keinen Fall aufhören darf zu investieren, wenn es runtergeht. Im Gegenteil. Ich muss dann eher mehr machen. Und das tue ich auch. Ich habe die Sparpläne gerade erst wieder erhöht.

Das klingt nach Risiko.

Nein. Nehmen Sie den deutschen Aktienindex: Wenn ich hier monatlich 100 Euro eingezahlt habe, dann kann ich zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt eingestiegen sein: Über einen Zehn-Jahreszeitraum gesehen, gibt es keine einzige Phase, in der ich verloren habe. Das schlimmste, was passieren kann, ist eine Null-Prozent-Rendite. Und im Schnitt kommt ungefähr eine Rendite von sechs bis sieben Prozent raus.

Selbst, wenn ich vor dem größten Crash angefangen habe zu kaufen?

Ja, aber nur, wenn sie danach weiter investiert haben. Das ein psychologisches Phänomen: Wenn die Kurse anfangen zu bröckeln, also wenn es günstiger wird an den Aktienmärkten, dann kommen die Kunden nicht zu uns und sagen, sie wollen kaufen. Nein, sie wollen eher schnell verkaufen.

Wie viele Ihrer Kunden interessieren sich für Wertpapiere?

Von unseren 200 000 Kunden investieren rund zehn Prozent in Wertpapiere. Vor zehn Jahren, nach der Lehmann-Pleite und dem weltweiten Finanz-Crash, waren es sieben Prozent.

Auch der Goldpreis geht gerade nach unten. Also: Kaufen?

Ja, grundsätzlich gilt das immer, wenn es runter geht und es langfristig eine perspektiv-reiche Anlageklasse ist. Bei Gold gibt es allerdings eine Besonderheit: Ich werde hier niemals Erträge haben. Bei Aktien bekomme ich eine Dividende, bei Wertpapieren einen Zins und bei Immobilien eine Miete. Gold hat dafür einen Wert-Erhaltungs-Charakter und etwas Emotionales, weil es glänzt und man es anfassen kann. Zuletzt hatte Gold nicht die beste Entwicklung. Ganz langfristig betrachtet, bringt es aber zwei, drei Prozent Rendite – so wie sich auch die Inflation entwickelt.

Lassen Sie sich noch beraten oder managen Sie alles selbst?

Ich manage tatsächlich gar nichts, weil ich keine Zeit dafür habe. Ich nutze ganz normale Fonds. Das einzige, was ich mir aussuche, ist, in welche Bereiche ich jetzt gerade investiere. Und da nutze ich das, was mir hier täglich auf Arbeit zu fliegt. Ich bin ja verantwortlich für die Milliarde, die wir als Ospa am Kapitalmarkt anlegen. Deshalb interessiere ich mich schon beruflich dafür.

Was ist mit Immobilien?

Auch Immobilien sind eine gute Idee, aber auch dort muss man unterscheiden. Sein ganzes Geld in eine Immobilie zu stecken, ist sicher keine gute Idee. Und was Eins-A-Lagen am Strand oder in Strand-Nähe betrifft, ist die Preisentwicklung an einem Höhepunkt angekommen. Dort auf weitere Wertsteigerungen zu spekulieren, ist nicht ratsam.

Was erwarten Sie für sich persönlich vom
Ospa-Anleger-Forum
?

Ich lerne bei jedem Anleger-Forum dazu. Beim letzten Mal haben zum Beispiel zwei Experten das Ende des Euros in jetzt anderthalb Jahren vorausgesagt. Das kannte ich so auch noch nicht. Nun freue ich mich auf TV-Börsenjournalist Stefan Riße und darauf, noch einiges Neues über Bitcoins zu erfahren.

Stargast ist TV-Börsenexpertin Anja Kohl

Das dritte Anleger-Forum der Ostsee-Sparkasse (Ospa) bietet am 26. und 27. Oktober, jeweils von 10 bis 17 Uhr, im Ospa-Zentrum am Vögenteich umfangreiche Informationen zum Thema Geldanlage. Das Motto lautet „Bestens gerüstet für die Zukunft!“.

Ospa-Experten und viele namhafte Partner beantworten Fragen, darunter Vertreter von DWS Investments, J. P. Morgan Asset Management, Deka Investments und der Bayern LB. Besucher werden mit Workshops und Fachvorträgen in die Welt der Aktien und Fonds eingeführt. Sie erfahren Wissenswertes über konventionelle und alternative Spar- und Anlagemöglichkeiten.

Stargast ist die bekannte TV-Börsenexpertin Anja Kohl, die über aktuelle Entwicklungen auf den internationalen Märkten spricht. Sie und Bitcoin-Fachmann Stefan Riße stehen auch für Fragen bereit.

Das Forum ist für jeden zugänglich. Der Eintritt ist frei.

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