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Rostock Ruhestörung durch rasende Speedboote auf der Ostsee
Mecklenburg Rostock Ruhestörung durch rasende Speedboote auf der Ostsee
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09:17 28.03.2019
Spaziergänger an der Ostsee in Warnemünde (Archivfoto) Quelle: Bernd Wüstneck / dpa
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Rostock

 Sie sind schnell und laut: Seit Jahren rasen sogenannte Speedboote vor allem in der Hochsaison über die Ostsee. Während die einen die Ausflüge mit den Wasserfahrzeugen genießen, fühlen sich Anwohner und Strandbesucher immer öfter durch den Lärm, den sie verursachen, belästigt. Am Dienstagabend wurden die dröhnenden Motorengeräusche in der Ortsbeiratssitzung in Warnemünde thematisiert. Mit dabei war Stefan Büchner von der Wasserschutzpolizei, der den aktuellen Sachstand beschrieb.

Lärmmessungen sind erforderlich

„Wenn die Touristen mit ihren Booten auf und ab fahren und der Wind ungünstig steht, ist der Lärm unerträglich“, sagt einer der Anwesenden während der Sitzung. „Wir müssen das Problem angehen, denn so wie es ist, kann es nicht bleiben“, stimmt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel zu. Was bei den Warnemündern bereits seit vielen Jahren ein Dorn im Auge ist, scheint der Polizei nur wenig bekannt zu sein. „Bei uns ist das Thema selten aufgetaucht. Die Problematik kennen wir vor allem aus Schleswig-Holstein“, sagt Büchner.

Damit überhaupt erst eine Ahndung von Lärmbelästigung auf dem Wasser möglich ist, müssten zunächst Messungen durchgeführt und ausgewertet werden. „Für die laufende Saison wird es wohl keine angemessene Lösung mehr geben“, sagt der Warnemünder zum Entsetzen der Anwesenden. Lediglich ein Paragraph zur Fahrgeschwindigkeit sei in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung enthalten. Demnach dürfen Fahrzeuge und Wassermotorräder vor erkennbaren Badestellen außerhalb des Fahrwassers in einem Abstand von weniger als 500 Metern von der jeweiligen Wasserlinie des Ufers eine Höchstgeschwindigkeit durch das Wasser von acht Kilometern (4,3 Seemeilen) in der Stunde nicht überschreiten. „Die Schwierigkeit dabei ist, dass dieser Bereich oftmals nicht gekennzeichnet ist“, erklärt Büchner. Eine allgemeingültige Lärmverordnung für Wasserfahrzeuge in Deutschland gebe es nicht, wie der Beamte berichtet.

Kann eine neue Verordnung für Abhilfe sorgen?

Dennoch konnte eine solche Regelung in einigen Gebieten verwirklicht werden. So beispielsweise an der Neustädter Bucht, wo seit Januar 2007 zur Verbesserung der Sicherheit von Badegästen und Seglern ein Tempolimit für Sportboote eingeführt wurde. Nach der Regelung der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord darf an der Küste von Travemünde bis Neustadt mit Motorbooten und Wassermotorrädern in einem zwei Kilometer breiten Streifen nicht schneller als 15 Kilometer pro Stunde gefahren werden. Seit Mai 2012 gilt außerdem die Verordnung über das Verbot des Befahrens der Neustädter Bucht mit bestimmten Fahrzeugen. Sie schreibt eine Schallgrenze für Motorboote und Jetskis vor. Dies könnte laut Büchner auch für die Hansestadt Rostock interessant sein. „Geht nicht gibt´s nicht“, meint Prechtel. „Vielleicht wäre es eine gute Idee zu prüfen, ob solch eine Regelung auch in Rostock möglich ist. Wir müssen dieses Thema anfassen.“ Für ihn sei besonders wichtig, dass eine Lösung gefunden werde, die sowohl im Interesse der Urlauber, als auch der Anwohner ist. „Das ist zwar eine schwierige Gratwanderung, aber alles sollte in geordneten Bahnen verlaufen“, so der Ortsbeiratsvorsitzende.

Ruhestörung unverzüglich melden

Um erste Schritte einleiten zu können, bittet die Wasserschutzpolizei Betroffene schnell zu reagieren und starke Lärmbelästigungen unverzüglich bei der Polizei: 110 oder unter der Nummer der Wasserschutzpolizei: 0381 12704224 zu melden. „Nur, wenn wir informiert werden, können wir angemessen reagieren. Ansonsten bekommen wir das gar nicht mit“, erklärt Büchner.

Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung: § 26 Fahrgeschwindigkeit

Der Paragraph 26 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung zur Fahrgeschwindigkeit besagt: Fahrzeuge und Wassermotorräder dürfen vor Stellen mit erkennbarem Badebetrieb außerhalb des Fahrwassers in einem Abstand von weniger als 500 Metern von der jeweiligen Wasserlinie des Ufers eine Höchstgeschwindigkeit durch das Wasser von 8 Kilometern (4,3 Seemeilen) in der Stunde nicht überschreiten.

Susanne Gidzinski

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