Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Rostock: So lief der Abend mit den OB-Kandidaten in der OZ-Wahlarena
Mecklenburg Rostock Rostock: So lief der Abend mit den OB-Kandidaten in der OZ-Wahlarena
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:04 17.05.2019
Acht OB-Kandidaten stellten sich beim OZ-Wahltalk den Fragen: Sybille Bachmann (v. l.), Steffen Bockhahn, Uwe Flachsmeyer, Claus Ruhe Madsen, Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Tom Reimer, Edgar Schulze und Dirk Zierau. Quelle: Ove Arscholl
Stadtmitte

Auweia: Wären allein die künstlerischen Fähigkeiten maßgebend dafür, ob der künftige Oberbürgermeister die Geschicke Rostocks erfolgreich lenken kann oder nicht – die Hansestadt hätte wohl ein echtes Problem. Bei der Wahlarena von OSTSEE-ZEITUNG und NDR sollten die OB-Kandidaten ihre persönliche Vision auf eine Pappe malen, wie sich Rostock unter ihrer Führung in sieben Jahren entwickelt hat.

Die meisten Bewerber entschuldigen sich gleich vorab: Schon in der Schule habe es schlechte Noten im Kunstunterricht gehagelt. „Ich war deshalb sogar einmal versetzungsgefährdet“, verrät Rostocks Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke). Doch unabhängig von der künstlerischen Qualität, eines zeigen ihre Bilder fast alle: Sonnenschein und Gemeinschaftssinn in der Hansestadt.

Madsen schießt gegen Bockhahn

Von den insgesamt neun OB-Kandidaten sind am Donnerstag acht Bewerber in der Wahlarena dabei. Nur Matthias Bräuer (parteilos) fehlt – er muss krankheitsbedingt absagen. Rund 200 Besucher im OZ-Medienhaus und Tausende an den Bildschirmen verfolgen die Podiumsdiskussion, bei der auch Experten aus dem Publikum Fragen stellten. Frank Haacker, Präsident des Unternehmerverbandes Rostock-Mittleres Mecklenburg, will wissen: „Welche konkreten Ideen haben Sie, um die Unternehmen in Ihre Politik einzubinden?“. Bockhahn antwortet: „Ich würde einen halben Tag lang in den Firmen mitarbeiten.“ Tuscheln im Publikum.

Der ehemaligen IHK-Präsident und Unternehmer Claus Ruhe Madsen (parteilos) bietet dem Senator an, in seinem Betrieb mitzuarbeiten. „Damit sie mal mit den Leuten dort reden, statt nur über sie.“ Hintergrund: Gewerkschaften hatten massive Kritik an Madsen geübt, weil der Unternehmer in seiner Firma Möbel Wikinger nicht nach Tarif zahlt. Bockhahn rügte das ebenfalls – und versprach als OB unter anderem Tariflöhne in der Ostseesparkasse (Ospa) und der Norddeutschen Philharmonie durchzusetzen. „Wenn sie bei mir sind, sehen Sie aber, wie gut das Klima ist“, so Madsen zu Bockhahn.

Raunen im Publikum

Es bleibt nicht die einzige Spitze: Auch in Sachen Schulentwicklung wolle er dem „lieben Herrn Bockhahn“ in Zukunft richtig viel Arbeit mit auf den Weg geben, so Madsen. Die Privatschulen in Rostock seien ein guter Ansporn für die Entwicklung der kommunalen Schulen.

Edgar Schulze (parteilos) sorgt mit der Aussage für Aufsehen, dass er in den Stadtteilen eine Art Abschnittsbevollmächtigten einsetzen will. „Damit sich die Bürger sicher fühlen“, so Schulze. Am Hans-Meyer-Platz in Dierkow sei das zum Beispiel im Dunkeln nicht mehr der Fall. Wieder Raunen im Publikum. Dirk Zierau (UFR) grätscht dazwischen: „Es gibt so was schon, nur heißt das heute City-Vogt.“

In vielen Punkten sind sich die Kandidaten aber einig: Mehr Schulen schaffen, öffentlichen Nahverkehr stärken, Radwege ausbauen, frischen Wind ins Rathaus bringen. Sybille Bachmann (Rostocker Bund) will sogar einen neuen Senatsbereich einführen: Arbeit, Wirtschaft und Digitales.

Raum für Begegnungen schaffen

Feine Unterschiede werden beim Wohnungsbau deutlich: Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) lehnt neue Einfamilienhäuser in der Stadt ab. Hier müsse das Umland eingebunden werden. In der Stadt soll’s lieber in die Höhe gehen. Tom Reimer (parteilos) warnt jedoch: „Die Architektur prägt das Verhalten der Menschen. Schaffen wir Betonklötzer, nähern wir uns diesen auch an.“ Stattdessen sollte die Architektur Raum für menschliche Begegnungen schaffen. Uwe Flachsmeyer (Grüne) sieht’s ähnlich: „Ich will für mehr Grün auf Dächern, an Fassaden und Straßen sorgen.“

Vor dem OZ-Medienhaus standen zu Beginn noch mehr als Hundert Besucher an. Aus Sicherheits- und Brandschutz-Gründen konnten sie jedoch nicht ins Gebäude gelassen werden. Wer nicht dabei sein konnte, hat am kommenden Montag, 20. Mai, die nächste Chance: Im Theater des Friedens stellen sich die OB-Kandidaten ab 19 Uhr bei einem weiteren Wahlforum vor.

Mehr zum Thema:

Rostock: OB-Kandidaten liefern sich Duell der Argumente

Dumpinglöhne? Rostocker OB-Kandidat Madsen in der Kritik

Lohn-Debatte: Mitarbeiter verteidigen Rostocker OB-Kandidaten Madsen

Alles zu OB-Wahl in Rostock auf unserer Themenseite

André Horn

Die größte Stadt im Land wählt einen neuen Oberbürgermeister. In der Wahlarena von OSTSEE-ZEITUNG und NDR präsentieren die Bewerber ihre Lösungen für den Wohnraum-Mangel, das Verkehrschaos und die wirtschaftliche Entwicklung Rostocks.

16.05.2019

Im OZ-Medienhaus stellten sich am Donnerstag acht der neun OB-Kandidaten auf einem gemeinsamen Wahl-Forum von NDR und OSTSEE-ZEITUNG den Fragen der Moderatoren und des Publikums.

16.05.2019

Beim 27. Rostocker Citylauf werden am Sonntag etwa 3500 Sportler erwartet. In der Innenstadt können die Läufer in fünf Disziplinen an den Start gehen. Die OZ zeigt die Fünf-Kilometer-Strecke im Video.

17.05.2019