Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Rostock: Tagesmutter soll Kleinkind geschlagen haben
Mecklenburg Rostock Rostock: Tagesmutter soll Kleinkind geschlagen haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:03 27.06.2019
Schläge ins Gesicht? In Rostock soll eine Tagesmutter ein Kleinkind auf offener Straße geschlagen haben (Symbolbild). Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Rostock

Es ist der Alptraum aller Eltern: Wenn sie morgens ihr Kind in der Kita oder bei der Tagesmutter abgeben, vertrauen sie darauf, dass ihr Nachwuchs dort sicher ist. In Rostock ermittelt nun die Kripo gegen eine Tagesmutter: Sie soll ein Kleinkind misshandelt haben – in der Öffentlichkeit.

Das Kind musste in der Rostocker Uni-Klinik behandelt werden. Die Hansestadt hat der Frau vorerst untersagt, weiter Kinder zu betreuen.

Schläge ins Gesicht?

Der Vorfall hatte sich nach OZ-Informationen bereits am Mittwoch zur Mittagszeit im Stadtteil Evershagen ereignet. Zu den genauen Umständen machen weder die Hansestadt noch die Polizei Angaben. Nur so viel ist zu erfahren: Die Tagesmutter soll das Kleinkind geschlagen haben – womöglich, weil es gequengelt hatte. Zeugen beobachteten die Tat, riefen sofort die Polizei. „Wir können bestätigen, dass ein Unbeteiligter uns informiert hat. Wir haben daraufhin Ermittlungen eingeleitet“, sagt die Rostocker Polizeisprecherin Dörte Lembke. Details nennt sie nicht – „um die Beteiligten zu schützen“. Die Schläge sollen aber so heftig gewesen sein, dass sogar ein Notarzt und der Rettungsdienst gerufen werden mussten. Das Kleinkind fuhr mit seinen Eltern in die Uni-Klinik, wurde dort behandelt.

Stadt entzieht Tagesmutter die Erlaubnis

Am Donnerstag zog die Hansestadt Rostock Konsequenzen aus dem Vorfall: „Wir sind über den Vorgang informiert worden. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung auch für die Tagespflegeperson. Aber aus unserer Sicht besteht nach den Aussagen der Zeugen ein hinreichender Verdacht, dass das Kindeswohl in dieser Kindertagespflege nicht gesichert ist“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Die Stadt habe der Tagesmutter daher umgehend die Tätigkeit untersagt. „In der privaten Einrichtung wurden insgesamt vier Kinder betreut. Für alle haben wir umgehend eine alternative Betreuung organisiert.“ Nach OZ-Informationen ermittelte das Amt vor einigen Jahren schon mal gegen die Frau: Damals soll sie gegenüber Kindern verbal ausfallend geworden sein. „Wir haben sicherzustellen, dass Kinder – sei es bei Tagespflegern oder in Kitas – gut betreut werden und ihr Wohl nicht gefährdet ist. Das stellen wir mit allen Mitteln sicher“, so Bockhahn.

Gewalt ist immer wieder Thema

Gewalt gegen Kinder – das sei leider auch in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern in Rostock immer wieder ein Thema. „Das ist nicht der erste Fall dieser Art“, erklärt der Sozialsenator. „Zum Glück kommt das aber selten vor, ein Mal pro Jahr vielleicht.“ Aber: „Bei Gewalt gegen Kinder gibt es keine Toleranz. Schlagen ist verboten – das gilt auch für die Eltern!“ Und: „Wir verlangen von Ärzten und Kliniken, in solchen Fällen immer die Rechtsmedizin einzuschalten – damit das Ganze gerichtsfest dokumentiert wird.“

Gewerkschaft: Erzieher oft an ihren Grenzen

Auch Christopher Lanzke, Referent bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in MV, bestätigt, dass es Gewalt in der Kinderbetreuung gebe. „Dafür gibt es keine Entschuldigung, aber wir müssen auch die Erzieher sehen.“ Denen würden per Gesetz immer neue Aufgaben auferlegt, gleichzeitig aber fehlt Personal. „Die Arbeitsbelastung ist enorm. Rostock beispielsweise hat den schlechtesten Betreuungsschlüssel im Land.“ Viele Erzieher seien an der physischen und psychischen Belastungsgrenze.

Andreas Meyer

9760 Teile hat es gebraucht und 230 Arbeitstage gedauert – aber jetzt steht die Wasserkunst aus Wismar in Göldenitz. Ein Miniaturmodell des Wahrzeichens ist ins Miniland MV eingezogen.

27.06.2019

53 Länder hat Liedermacherin Bea Schulz auf ihrer Wanderung durch die Welt gesehen. Nun hat sie ihr finales Ziel, ihre Heimat Rostock erreicht. Zuletzt lief die Weltenbummlerin 200 Kilometer über den Baltisch-Westfälischen Jakobsweg „Via Baltica“.

27.06.2019

Weil seine Freundin die Beziehung zu ihm beendet hat, hat sich ein 20-Jähriger auf dem Parkplatz des Ostseeparks Sievershagen bei Rostock selbst verletzt. Zuvor hatte er seine 27-jährige Ex geohrfeigt. Das Messer konnte ihm dann aber abgenommen werden.

27.06.2019