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Rostock Tradi will eigene Bushaltestelle
Mecklenburg Rostock Tradi will eigene Bushaltestelle
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18:29 22.01.2019
Uwe Ahlgrimm würde es begrüßen, wenn man mit dem Bus näher ans Traditionsschiff käme. Am Molenfeuer könnte der Bus halten und wenden. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Mehr als 45 000 Besucher haben sich im vergangenen Jahr das Traditionsschiff und dessen Ausstellungen angeschaut. Die meisten Gäste kamen mit dem Auto zum Schmarler Iga-Park, an dessen Kaikante das schwimmende Museum liegt. „Denn wir sind zwar an den Nahverkehr angebunden, aber gut würde ich das nicht nennen“, sagt Kathrin Möller. Die Museumsleiterin wünscht sich deshalb eine neue Haltestelle für die Buslinie 35, die bisher nur zwischen dem S-Bahn Haltepunkt Lütten Klein und dem alten Fähranleger im Dorf Schmarl pendelt.

Viertelstunde Fußweg ist für viele zu lang

„Es wäre toll, wenn der Bus nach dem Halt im Dorf eine Schleife in Richtung des jetzigen Auto-Parkplatzes fahren könnte und dann noch etwas in den Park hinein bis zum Leuchtfeuer“, so Möller. Von dort aus wäre es für die Besucher nur noch ein zweiminütiger Fußweg – „kleine Schritte für unsere Gäste, aber ein großer Schritt für uns in puncto bessere Erreichbarkeit“. Aktuell gibt es zwei Nahverkehrs-Haltestellen für Park- und Museumsbesucher, die täglich von früh bis spät im 15-Minuten-Takt angesteuert werden: im Dorf Schmarl von der Linie 35 sowie beim Blockmacherring Groß Klein, wo die Linie 31 die eigens umbenannten Haltestelle Iga-Park anfährt. „Von beiden Seiten sind es bis zum Schiff allerdings jeweils eine Viertelstunde Fußweg. Für ältere Menschen oder Familien mit kleinen Kindern ist das zu viel, besonders bei schlechtem Wetter“, sagt Möller. Sie kenne Rostocker, die aufgrund dieser Problematik den Besuch des Museums meiden.

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Bauvorhaben bringen potenzielle Bus-Nutzer

Die Museumsleiterin weiß, dass ihr Wunsch wahrscheinlich in diesem Jahr keine Wirklichkeit wird, vielleicht auch nicht im nächsten. „Aber wir wollen den Park ja öffnen und neue Besucher anziehen. Außerdem könnten künftig die Baufelder ausgeschrieben werden – und neue Häuser bedeuten auch neue Nutzer für den Nahverkehr.“ Aktuell sind es laut Auskunft der Rostocker Straßenbahn AG etwa 40 Passagiere pro Tag, welche die Linie 35 nutzen. „Für den Iga-Park ist die Linie nicht von Bedeutung, da Fahrgäste das Gelände mit der Linie 31 in dichtem Takt und weitgehend umsteigefrei aus den nordwestlichen Stadtteilen über die Haltestelle Blockmacherring/Iga-Park erreichen können“, sagt Unternehmenssprecherin Beate Langner. Durch den Halt am S-Bahn-Punkt Lütten Klein bestünde mit nur einmaligem Umsteigen auch aus anderen Stadtteilen eine sehr gute Erreichbarkeit. Die RSAG sehe deshalb aktuell keine Notwendigkeit für eine Haltestellenerweiterung.

Ortsbeirat unterstützt Museumsleitung

Unterstützung für den Wunsch der Museums-Leiterin kommt aus dem Ortsbeirat Schmarl. Dort wurde jetzt beschlossen, das Rathaus ins Boot zu holen und Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zu beauftragen, eine Erweiterung der Buslinie 35 zu prüfen. „Durch einen recht langen Fußweg sehen sich besonders Ältere und Menschen mit Behinderungen an einem Besuch des Museums gehindert“, begründet Beiratsvorsitzender Michael Berger (CDU). Er wisse zwar, dass die Buslinie bisher wenig genutzt würde und kein Unternehmen dazu gezwungen werden kann, solche Verbindungen anzubieten, aber: „Großes Ziel ist es doch, mehr Menschen ins Museum und damit auch in den Park zu bringen. Und dafür müssen wir alles tun“, so der Schmarler.

Schiffs-Halt soll fortgesetzt werden

Ein neuer Versuch war vergangenes Jahr auch die Erreichbarkeit des Traditionsschiffes von der Wasserseite aus. Die Reederei Schütt hatte den Iga-Park mit in den Fahrplan der Ausflugsschiffe von der Blauen Flotte aufgenommen. „Das wurde auch genutzt, vor allem von Gruppen und auf Anmeldung. Im Alltagsverkehr spielte der Iga-Park aufgrund der geringen Nachfrage aber keine Rolle“, sagt Kathrin Möller, die aktuell zusammen mit Matthias Horn auch die Geschäftsführung der Betreibergesellschaft des Parks innehat. Dennoch soll auch im Sommer 2019 die Zusammenarbeit mit der Reederei fortgesetzt werden. Gruppen, die das vorher anmelden, würden dann ohne Zusatzkosten per Schiff in den Iga-Park gebracht und wieder abgeholt. Eine generelle Einbindung in den Fahrplan würde laut Möller aber erst dann Sinn haben, wenn sich auch die gesamten Besucherzahlen verbessern. Das soll unter anderem auch durch den Zehn-Punkte-Plan zur Belebung des Parks passieren, der den Wegfall des Eintritts sowie eine Öffnung für Hunde und Radfahrer beinhaltet und am 30. Januar Thema in der Rostocker Bürgerschaft ist.

Claudia Labude-Gericke