Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Neue Sirenen für Katastrophen in Rostock: Das bedeuten die Signale
Mecklenburg Rostock Neue Sirenen für Katastrophen in Rostock: Das bedeuten die Signale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:24 15.08.2019
Monteur Olaf Nicklas und Michael Allwardt vom Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt zeigen die neue Sirene auf dem Dach des Schlauchturmes der Feuerwache in der Erich-Schlesinger-Straße. Quelle: Martin Börner
Anzeige
Rostock

 Ein lauter Ton hat am Dienstag die Bewohner des Rostocker Nordwestens aufgeschreckt. Ein solches Signal haben die Hansestädter schon lange nicht mehr gehört. Und das ist eigentlich auch gut so. Schließlich sollen die neuen Sirenen, die derzeit in Rostock installiert werden, die Bevölkerung nur bei sogenannten Großschadenslagen warnen.

Ob Brände, Unwetter oder Bombenfunde: Wenn es darum geht, möglichst viele Rostocker schnell und auf einmal zu erreichen, setzte die Hansestadt bisher auf das Internet sowie Rundfunk und Fernsehen. Die stadteigene Warn-App „HRO!“ hat zwar mittlerweile auch schon 17 000 Nutzer, aber selbst das ist nur ein Bruchteil der Gesamtbevölkerung.

Drei Wochen Akkuleistung bei Stromausfall

„Im Katastrophenfall reicht das nicht. Vor allem, wenn der Strom ausfällt“, sagt Michael Allwardt, Sachgebietsleiter Einsatzplanung vom Brandschutz- und Rettungsamt. Die Stadt hätte deshalb entschieden, wieder Sirenen anzuschaffen und folgt damit dem Katastrophenschutzkonzept von Mecklenburg Vorpommern. Rund 250 000 Euro werden investiert – 100 000 Euro davon stammen vom Land.

„Der Vorteil ist, dass die Sirenen ständig mit Strom gespeist werden, wenn welcher da ist, aber bis zu drei Wochen halten, wenn er ausfällt“, erklärt Olaf Nicklas von der beauftragten Fachfirma Hörmann.

Funktionstests haben Bürger verunsichert

Eigentlich sollte die Bevölkerung erst bei Inbetriebnahme im Spätherbst darüber informiert werden, welche Signale künftig relevant werden. „Doch wir müssen bei der Montage auch jeweils kurz die Funktion testen“, so Nicklas. Die Rostocker sollten sich deshalb nicht wundern, wenn es in den nächsten Wochen vereinzelt heulende Sirenen zu hören gibt und diesen (noch) keine Beachtung schenken.

19 Sirenen decken das Stadtgebiet ab

Insgesamt sollen am Ende im Stadtgebiet 19 Sirenen stehen – vier gab es bereits im und um den Seehafen herum. Die neuen kommen nach Warnemünde, Lichtenhagen, Groß Klein, Lütten Klein, Schmarl, Evershagen, Reutershagen, ins Hansaviertel, Stadtmitte, Südstadt, Biestow, Brinckmansdorf, Dierkow und Toitenwinkel.

So lauten die Warnsignale im Landkreis

Die Hansestadt will sich mit ihren Warnsignalen an Nachbargemeinden orientieren, damit sich zum Beispiel Pendler aus dem Umland nicht für Arbeits- und Wohnort unterschiedliche Signale merken müssen. Im Landkreis Rostock sind derzeit 257 Sirenen installiert. Eine Alarmierung der Feuerwehr erfolgt mit drei aufeinanderfolgenden an- und abschwellenden Sirenentönen sowie den Funkmeldeempfängern, den sogenannten Piepern. Eine allgemeine Warnung der Bevölkerung mit der Aufforderung, Radio und Fernsehen einzuschalten, wird signalisiert, indem die Sirene eine Minute lang mit an- und abschwellenden Tönen geht. Die Entwarnung ist ein einminütiger Dauerton der Sirene.

„Eine solch gute Ausbaustufe an Warnmeldeanlagen gibt es an keiner anderen Stelle in MV. Damit erreichen wir mehr als 95 Prozent der Rostocker Bevölkerung“, sagt Michael Allwardt. Je nach Gefahrenlage könnten die Warnmeldungen dann in einzelnen Stadtteilen oder in ganz Rostock gleichzeitig erfolgen.

Vor der Installation wurden umfangreiche Gutachten erarbeitet, vor allem zum Schallschutz. Denn die Anlagen haben etwa 123 Dezibel. „Sie stehen meist auf kommunalen Gebäuden und hoch oben auf den Dächern“, sagt Allwardt. So soll dafür gesorgt werden, dass sich niemand im alltäglichen Leben davon gestört fühlt, aber alle die Warnungen hören, wenn sie nötig sind.

Standorte und Signale werden im Herbst verraten

Über die genauen Standorte der Sirenen hält sich das Brandschutz- und Rettungsamt bedeckt. Auch die konkreten Warnlaute werden vor der Inbetriebnahme noch nicht verraten. Laut Michael Allwardt wolle man sich dabei aber an Empfehlungen halten und auch auf die gängige Praxis der Rostocker Nachbarn achten, damit sich zum Beispiel Pendler aus den Umlandgemeinden nicht für Arbeits- und Wohnort unterschiedliche Signale merken müssten.

Entwarnung ist einminütiger Dauerton

Im Landkreis Rostock sind derzeit 257 Sirenen installiert, mit denen die Bevölkerung gewarnt werden kann. Eine Alarmierung der Feuerwehr wegen eines Brandes oder Unfalls erfolgt mit drei aufeinanderfolgenden an- und abschwellenden Sirenentönen sowie den Funkmeldeempfängern, den sogenannten Piepern.

Eine allgemeine Warnung der Bevölkerung mit der Aufforderung, Radio und Fernsehen einzuschalten, wird signalisiert, indem die Sirene eine Minute lang mit an- und abschwellenden Tönen geht. Die Entwarnung ist ein einminütiger Dauerton der Sirene.

Landkreis plant Einführung einer Warn-App

Bei Warnungen, die sowohl das Gebiet des Landkreises Rostock als auch das der Hansestadt Rostock betreffen, stimmen sich die Leitstellen und gegebenenfalls die Unteren Katastrophenschutzbehörden miteinander ab, um die Bevölkerung entsprechend warnen zu können.

Eine App, wie es sie in Rostock bereits gibt, sei laut Michael Fengler auch im Landkreis in Planung. „Ein Zeitpunkt für die Inbetriebnahme der App kann aber noch nicht genannt werden“, so der Kreissprecher.

Mehr zum Autor

Von Claudia Labude-Gericke

Die Verkehrssituation in der Friedrich-Franz-Straße in Warnemünde verärgert die Anwohner – und das schon über etliche Monate. Wird die Lösung für Ärgernis gefunden, entsteht ein neues. Doch die Lösung will der Ortsbeirat bereits parat haben.

15.08.2019

Ein Mückenstich und ein Spaziergang am Strand von Warnemünde wurden einem Urlauber aus Bergisch Gladbach 2018 zum Verhängnis. Er infizierte sich mit Vibrionen. Für die OZ berichtet er von seiner Leidensgeschichte und fordert von den Behörden mehr Transparenz.

14.08.2019

Der 62 Jahre alte Jurist am Dienstag auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung zum Nachfolger von Christian Seifert bestimmt worden. Dieser hat sein Amt niedergelegt.

14.08.2019