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Rostock Rostock bekommt zwei neue Straßenbahn-Haltestellen
Mecklenburg Rostock Rostock bekommt zwei neue Straßenbahn-Haltestellen
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22:56 20.03.2019
Fahrgäste steigen an der Straßenbahn-Haltestelle am Rostocker Leibnizplatz aus. Der Stopp soll ab Sommer 2020 wegfallen. Quelle: André Wornowski
Rostock

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) plant den Bau von zwei neuen Haltestellen in der Innenstadt. Ein Stopp soll am Wilhelm-Külz-Platz entstehen, der zweite am Friedrich-Engels-Platz. Der Haltepunkt am Leibnizplatz fällt dafür weg.

Hintergrund: Derzeit betragen die Abstände vom Leibnizplatz zum Hauptbahnhof und zum Steintor jeweils 700 Meter. „Das ist für den Innenstadt-Bereich zu groß“, sagt RSAG-Vorstand Jan Bleis. Und weil das Unternehmen im Sommer 2020 ohnehin die 30 Jahre alten Gleise auf der Strecke auswechseln muss, werden die Haltestellen nun gleich mit angefasst. Künftig sollen die Abstände hier bei 400 bis 490 Meter liegen.

Bauzeit in den Sommerferien

In der Bauzeit vom 19. Juni bis 2. August 2020 müssen Bahn- und Autofahrer daher mit gravierenden Einschränkungen rechnen: „Für den Straßenbahnverkehr gibt es eine Vollsperrung“, sagt Andreas Lüdtke, RSAG-Abteilungsleiter Technischer Service und Betriebsanlagen. Und Autos dürfen während der Bauarbeiten nur in Richtung Hauptbahnhof fahren. „Der Verkehr in die andere Richtung wird über Herwegh- und Blücherstraße umgeleitet“, so Lüdtke. Alle Anwohner sollen während der Bauzeit ihre Grundstücke erreichen können.

So sieht die Anordnung der Straßenbahnhaltestellen zwischen Hauptbahnhof und Steintor ab 2020 aus. Quelle: RSAG

Wie der Schienenersatzverkehr organisiert wird, ist noch unklar. RSAG-Vorstand Bleis verspricht: „Es wird eine schnelle Verbindung in Richtung Innenstadt geben.“ Als Ausweich-Route könne unter anderem die Straßenbahn-Strecke über Goethe- und Schröderplatz dienen. „Wir haben bewusst die kompletten Sommerferien als Bauzeit gewählt, weil hier der Berufsverkehr geringer ist und der Schülerverkehr komplett wegfällt“, sagt Bleis.

Spätestens zur Hanse Sail 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Mit rund 17 000 Fahrgästen pro Tag ist der Abschnitt zwischen Steintor und Hauptbahnhof die am stärksten frequentierte Strecke im Rostocker Straßenbahnnetz.

Fahrgäste sind geteilter Meinung

RSAG und Stadt teilen sich die Baukosten, die laut Bleis im niedrigen einstelligen Millionen-Bereich liegen sollen. „Wir zahlen alles, was die Straßenbahn betrifft“, so der RSAG-Vorstand. Für die gleichzeitige Erneuerung der Straßendecke kommt hingegen das Rathaus auf. Bleis spricht von einer guten Kombi-Lösung. Für die RSAG selbst ist es der größte Umbau seit den Arbeiten Am Vögenteich im Jahr 2006.

Die Fahrgäste sind geteilter Meinung über die Pläne. „Die Haltestelle am Leibnizplatz liegt für mich günstiger, wenn ich doch mal mit der Bahn zur Arbeit fahre“, sagt Siegrun Baumann aus Brinckmansdorf. Ähnlich äußert sich eine 48-Jährige aus Groß Grenz (Landkreis Rostock), die künftig vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen will. „Weil ich hier einfach keinen Parkplatz mehr finde“, sagt die Frau.

Behördenzentrum spielt eine Rolle

Anwohnerin Margrit Päbke freut sich hingegen auf die beiden neuen Haltestellen. Vor allem der geplante Stopp am Friedrich-Engels-Platz vor dem Job-Center würde ihren Fußweg verkürzen. „Die beiden geplanten Haltestellen gab es früher schon einmal“, erinnert sich die 79-Jährige, die seit mehr als 40 Jahren in der Steintor-Vorstadt lebt. „Mit den beiden Haltepunkten hat es damals besser geklappt als zur Zeit mit der Haltestelle am Leibnizplatz.“

Bleis bestätigt: „Bis Anfang der 1980er Jahre gab es die beiden Haltestellen bereits. Damals sind sie abgeschafft worden, um Energie zu sparen. Das korrigieren wir nun.“ Schließlich werde heutzutage die Energie, die beim Bremsen entsteht, gespeichert und zum Anfahren genutzt. Der RSAG-Vorstand ist überzeugt: „Mit den beiden neuen Haltestellen wird das gesamte Gebiet deutlich besser erschlossen.“ Zumal das Land an der Blücherstraße ein neues Behördenzentrum plant.

Laut Andrej Kirschbaum, Teamleiter der RSAG-Angebotsplanung, haben auch Fahrgäste immer wieder eine bessere Anbindung gefordert. „Vor allem für ältere Anwohner im Bereich Schillerplatz ist es ein weiter Weg zum Hauptbahnhof.“ Und dort angekommen, gelangen sie oft nur über Treppen und zwei Ebenen in die Tiefe zur Straßenbahn. „Es gibt zwar auch einen Fahrstuhl, der ist aber in der Regel voll“, so Kirschbaum.

André Wornowski

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