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Rostock Rostock drängt auf Bahnsteig in der Heide
Mecklenburg Rostock Rostock drängt auf Bahnsteig in der Heide
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11:58 07.05.2019
Forstamtsleiter Jörg Harmuth zeigt auf der Karte einen möglichen Bahnhaltepunkt in der Rostocker Heide. Quelle: Doris Deutsch
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Wiethagen

Karls bekommt einen Bahnsteig und die Rostocker Heide ist raus. So hatte es Verkehrsminister Christian Pegel bei der Verkündung eines neuen Haltepunkts am Erlebnisdorf Mitte April erklärt. Einige Minuten später ruderte er leicht zurück: „Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen. Nur wenn ein anderer Bahnhof der Nachbargemeinden aussteigt, bestehen Chancen.“

Die Rostocker sind überrascht, bemühen sie sich doch seit rund sechs Jahren um einen Haltepunkt in Wiethagen. „Der gehört zum großen bundesweiten Hotspot-Projekt ’Biologische Artenvielfalt’, in dem die Rostocker Heide als größter geschlossener Küstenwald Deutschlands einer von 30 Höhepunkten ist“, erläutert Umweltsenator Holger Matthäus. Ein „Entdeckerpfad“ mit 15 Stationen auf acht Kilometern wurde dazu 2018 im Stadtforst eröffnet. „Der wird gut angenommen“, weiß Forstamtsleiter Jörg Harmuth.

Etwa 90 Kilometer lang ist das Radwegenetz in der Heide. Die Radfahrer werden an drei Stellen im Wald gezählt. „70 000 im Jahr wurden allein an der Zählstelle Markgrafenheide registriert“, berichtet Harmuth. „Im Juli 2018 hatten wir an einem Tag einen Spitzenwert von 33 200 Rädern, die an einem Punkt vorbeifuhren“, sagt der Förster. 10 000 Besucher kommen alljährlich auf den Köhlerhof in Wiethagen, und auch für die etwa 18 000 Rostocker Schüler ist die Heide beliebtes Ausflugsziel. Außerdem wird auch der Ruheforst als neue Form der Bestattung immer mehr angenommen, ist aber nur per Auto zu erreichen.

Forstamtsleiter Harmuth wünscht sich, dass all diese Waldbesucher möglichst mit der Bahn anreisen können und die Zahlen potenzieller Fahrgäste überzeugen. Bei Karls geht die Deutsche Bahn von jährlich 80 000 Fahrgästen (rund 220/Tag) aus, die die neue Ein- und Ausstiegsmöglichkeit nutzen. „Der neue Bahnsteig bei Karls ist gut und notwendig“, sagt Harmuth. „Aber wir fordern Gleichbehandlung.“

Alle nötigen Vorbereitungen und Abstimmungen zu einem möglichen Bahn-Halt in der Heide sind gelaufen. Es wurde mit der Deutsche Bahn AG, mit dem Schweriner Verkehrsministerium, mit der Gemeinde Graal-Müritz erfolgreich verhandelt. „Der gesamte Schriftverkehr ging immer direkt an Minister Pegel“, sagt Rostocks Umweltsenator Matthäus leicht erstaunt über die Abfuhr des Ministers. Nun hat er noch mal nachgelegt und erneut ein Schreiben mit allen Unterlagen an den Minister gesandt. „Ich erwarte, dass uns das Land genauso intensiv unterstützt wie das Unternehmen. Beim Planungs- und Genehmigungsprozedere genauso wie bei der Finanzierung“, erklärt Matthäus.

Nach Auffassung der Rostocker würden die drei Haltepunkte ab RövershagenTorfbrücke, Koppelweg und Graal-Müritz – durch den Bahnsteig in Wiethagen gut ergänzt. Wie von der Bahn verlangt könnten Torfbrücke und Wiethagen abwechselnd bedient werden, im gleichen Zeitfenster. Der Bahn liegen konkrete Nutzerzahlen vor, wonach Torfbrücke vor allem im Berufsverkehr gut frequentiert ist. In den Zwischenzeiten und im Wochenendverkehr könnte die Bahn in Wiethagen halten.

Matthäus informiert darüber, dass Fahrpläne bereits erörtert und Kostenanschläge gemacht wurden. „Das Land fordert von uns eine Bahnhofslänge von 100 Metern und die Ausrüstung mit allen Standards, was die Kosten verdoppelt hat“, sagt der Senator. Dennoch würden nun im Stadthaushalt 2020/21 Planungs- und Realisierungskosten von 600 000 Euro angesetzt. Die Rostocker Heide sei ein großes touristisches Naherholungsgebiet mit riesigem natürlichem Potenzial – „wenn es denn gut und umweltfreundlich erreichbar ist“, sind sich Senator und Förster mit den Rostocker einig.

Doris Deutsch

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