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Rostock Rostock — ein Wintermärchen
Mecklenburg Rostock Rostock — ein Wintermärchen
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01:20 30.12.2014
Ich war mit meinen Freunden aus Hamburg rodeln. Den Berg immer wieder hochzulaufen, ist echt anstrengend.“Kay Landwehrs (25), KTV
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Kösterbeck

Schneebedeckte Hügel, Temperaturen um die null Grad Celsius und Sonnenschein — Rostock gleicht derzeit einem Wintermärchen. Kein Wunder, dass es gerade jetzt kleine und große Kinder zu den besten Rodelpisten rund um und in der Hansestadt zieht. Auf den Hügeln im Kösterbecker Naturschutzgebiet herrschte gestern Hochbetrieb. Ob mit Schlitten, Snowboard oder einfach auf dem Hosenboden: Hauptsache es geht schnell die circa 100 Meter lange Piste hinab. Im Tal wird eine Schneeballschlacht ausgefochten, am Waldesrand ein Schneemann gebaut.

„Das war abgefahren“, ruft Finn (8) und klopft sich den Schnee von der Kleidung. Zusammen mit seinen Freundinnen Wolke, Chayenne und Sharlyn (alle 8) ist er gerade den Berg hinabgerollt — es geht eben auch ohne Schlitten.

Aber nicht nur die Kinder haben ihren Spaß, sondern auch die Erwachsenen. „Bei uns ist das eine Tradition. Ich war früher immer mit meinem Vater hier zum Rodeln, jetzt nehme ich meine Kinder mit“, erzählt René Baranowksi (40). Schon morgens wollten sie durch den Pulverschnee pflügen, „wir waren aber zu dünn angezogen“. Am frühen Nachmittag, mit passender Kleidung und festgefahrenem Schnee auf der Piste, stand dem ausdauernden Schlittenvergnügen dann nichts mehr im Wege.

Auch Anne Tarara (24) und Kay Landwehrs (25) führen eine kleine Tradition fort. „Wir haben den 40 Jahre alten Schlitten von meinem Vater dabei“, sagt Anne Tarara. „Zwei Stunden lang waren wir rodeln, jetzt sind wir kaputt“, erzählt Kay Landwehrs. „Den Hügel immer wieder neu zu erklimmen, ist echt anstrengend.“ Sina Nickel hingegen hat Glück: Sie wird von ihrem Papa auf dem Schlitten nach Hause gezogen. Dafür hat sie aber auch viel erlebt: „Wir sind ganz oft den Berg runtergefahren. Und einmal habe ich einen Purzelbaum gemacht, weil ein Maulwurfshügel im Weg war“, berichtet die Sechsjährige.

Vorsorglich gegen die Kälte hat Michael Hecht (48) eine Thermoskanne mit heißer Zitrone eingesteckt. Zusammen mit seiner Tochter Salisha Mahlo (12) steigt er auf den Schlitten und nimmt Schwung. Fast bis zum zugefrorenen Teich im Tal geht die wilde Fahrt. „Wir sind zum ersten Mal zum Rodeln in Kösterbeck. Eine Stunde sind wir jetzt dabei und bekommen langsam kalte Füße“, sagt Michael Hecht.

Immer mehr Familien finden ihren Weg in das Naturschutzgebiet — zu Fuß, auf Schlitten oder sogar mit Langlaufskiern. Christin Ziegler steht oben auf dem Hügel und macht Fotos von den Rodlern. „Sonst gehe ich mit meiner Tochter in Reutershagen rodeln. Heute sind wir erstmals in Kösterbeck, und es macht Spaß“, sagt die 31-Jährige.

Wer zum Schlittenfahren nicht so einen weiten Weg auf sich nehmen mochte, fand auch in der Hansestadt genug Rodelmöglichkeiten. Beliebtes Ziel: die Wallanlagen am Kröpeliner Tor. Dort sausten den ganzen Tag Kinder und Erwachsene den Berg mit ihrem Schlitten runter.

Rodelpisten in der Stadt
Neben den Kösterbecker Bergen finden sich auch mitten in der Hansestadt Rodelpisten. Die vielleicht bekannteste und am stärksten frequentierte ist in der Innenstadt an den Wallanlagen beim Kröpeliner Tor gelegen. Auch im Barnstorfer Wald oder am Schwanenteich lässt es sich gut rodeln. Eine Piste mit höherem Schwierigkeitsgrad befindet sich in der Südstadt, Am Rodelberg. Außerdem gibt es im Fischerdorf in der Nähe der gleichnamigen Haltestelle in Evershagen eine lange Abfahrt.



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