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Rostock Rostock greift für Jantzen in die Kasse
Mecklenburg Rostock Rostock greift für Jantzen in die Kasse
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00:00 26.02.2013
Jörg Westphal (r.), Leiter des DGzRS-Informationszentrums, und Hans Käther, Förderer und Helfer der Gesellschaft, von dem historischen Bootsschuppen. Vorn ein vergrößertes Sammelschiffchen.
Jörg Westphal (r.), Leiter des DGzRS-Informationszentrums, und Hans Käther, Förderer und Helfer der Gesellschaft, von dem historischen Bootsschuppen. Vorn ein vergrößertes Sammelschiffchen. Quelle: Achim Treder
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Warnemünde

Methling reagierte damit auf die Kritik, wonach noch immer nicht feststehe, in welcher Form die Ehrung des berühmten Sohns der Stadt zu dessen 100. Todestag im Jahr 2013 begangen werde. „Die Bürgerschaft hat zwar das Stephan-Jantzen-Jahr ausgerufen“, erinnert das Stadtoberhaupt, „aber dazu gleichzeitig auch gesagt, dass es nichts kosten solle.“

In einer Woche, so Methling, werde die Öffentlichkeit darüber informiert, welche Veranstaltungen zum Fest-Jahr geplant seien. Vorab verriet er, dass „es drei Dinge geben wird, mit denen wir Stephan Jantzen ehren“: Für dessen Todestag, den 19. Juli, befinde sich eine große Feier rund um den Leuchtturm in Vorbereitung. Zweitens werde zum Jahresende ein Buch erscheinen, in dem das Wirken des großen Lotsenkapitäns und Lebensretters gewürdigt werde. Und zum Dritten werde — ebenfalls zum Jahresende — ein neues Lotsenboot, das in Rostock durch die Lotsbetrieb-Gesellschaft in Dienst gestellt wird, auf den Namen Stephan Jantzen getauft.

Gestern bestätigte auch Ulrich Kunze, Leiter der Pressestelle im Rathaus, dass seine Abteilung in Kürze einen Veranstaltungskalender veröffentlichen werde, in dem alle bekannten Vorhaben im Jantzen-Jahr aufgelistet seien. Grundlage sei unter anderem eine Zusammenkunft aller Aktivisten am 28. Januar im Informationszentrum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS), das im früheren Haus Stephan Jantzens, unmittelbar unterm Leuchtturm, seinen Sitz hat.

Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums, versprach gestern, dass der Info-Punkt, der aufgrund umfangreicher Bauarbeiten geschlossen bleiben musste, Ostern wieder offen sein werde. Zwar werde die offizielle Wiedereröffnung mit Prominenz und großem Bahnhof erst am 27. April erfolgen, doch kann sich jeder Freund und Förderer der Seenotretter schon vorher in den völlig umgestalteten Räumen umschauen.

„Wir werden zur Eröffnung auch eine Ausstellung gestalten, die das Wirken Stephan Jantzens nachzeichnet“, so Westphal. Eine Dopplung mit der Ausstellung des Heimatmuseums, die ebenfalls eine Ehrung des berühmten Warnemünders vorbereitet, werde es nicht geben. Das Infozentrum und das Museum hätten sich abgestimmt — und werden sich mit den Expositionen inhaltlich deutlich unterscheiden.

Bücher über den großen Lotsenkapitän im Jubiläumsjahr
Zurzeit sind drei Publikationen bekannt, die anlässlich des Stephan-Jantzen-Jahres erschienen oder erscheinen sollen. Zur Leipziger Buchmesse erscheint eine erweiterte Neuauflage der Erzählung „Weiße Pferde am Strand“ von Michael Terpitz, die auch Grundlage der Rock-Oper „Stephan Jantzen — Die Flut“ ist. Das Schiffahrtsmuseum und das DGzRS-Informationszentrum haben erste Gedanken ausgetauscht, um eine Broschüre aus dem Jahr 1987 neu aufzulegen, die zeitgemäß über den historischen Lotsenkapitän und über die Seenotrettung in unseren Tagen informiert. Konrad Michaelis (76), Altermann der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund, will eine Fortsetzung seines Buches „Das Lotsenwesen im Seegebiet vor Rostock und Warnemünde“(2012) herausgeben. Es soll sich unter anderem mit Stephan Jantzen befassen.
Rock-Balladen: CD nicht geplant
WarnemündeEine CD mit den Kompositionen für die Rock-Oper „Stephan Jantzen — Flut“ wird es vorerst nicht geben, so Ola van Sander, der die meisten der Songs schrieb. Es sei denn, er kann jemanden für eine „wirklich hochwertige Produktion der CD“ interessieren. Allerdings sei er mit seiner Band und dem Schauspieler Lutz Riemann Gast auf der Leipziger Buchmesse, wo die Neuauflage der literarischen Vorlage vorgestellt werde.
Mitbegründer des Systems Seenotrettung
Stephan Jakob Heinrich Jantzen lebte von 1827 bis 1913 in Warnemünde und gilt als berühmtester Lotsenkommandeur und Seenotretter der Region.


Zu seinen Verdiensten zählen die Rettung von etwa hundert Menschenleben (die genaue Anzahl variiert zwischen verschiedenen Quellen) sowie die Entwicklung des Seenotrettungssystems in seiner Heimat.


Der berühmte Sohn der Stadt wurde immer wieder geehrt, indem Schiffe, Straßen und ein Park nach ihm benannt wurden.


Auf dem Leuchtturmvorplatz des Ostseebades steht ein Denkmal, das an Stephan Jantzen und seine Männer erinnern soll.

Jünger sind nach wie vor im Seebad zu Hause
Ganz in der Tradition Stephan Jantzens sehen sich die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS). Die DGzRS ist eine nichtstaatliche Organisation, die maßgeblich für die Sicherheit auf See zuständig ist und zur Rettung in Not geratener Schiffe und deren Besatzungen ein umfangreiches personelles und technisches System unterhält.

Warnemünde ist Standort für einen Seenotkreuzer.

In der Festwoche im Juli soll der Seenotkreuzer „Stephan Jantzen“, der als „Springer“ zwischen den verschiedenen Einsatzorten an den deutschen Küsten im Einsatz ist, nach Warnemünde kommen und zur Besichtigung zur Verfügung stehen.

Die DGzRS wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Sehr typisch sind die Sammelschiffchen, die in vielen Einrichtungen zum Spenden einladen.

Achim Treder