Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Rostock im Lauffieber: So war die Hella-Marathon-Nacht
Mecklenburg Rostock Rostock im Lauffieber: So war die Hella-Marathon-Nacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:07 04.08.2019
Fünf verschiedene Strecken konnten die Teilnehmer absolvieren. Startschuss für den Lauf Rostocker 7 war am Kröpeliner Tor. Quelle: Susanne Gidzinski
Stadtmitte

Maik Zahn und Franziska Barthel stehen auf dem Neuen Markt in der Rostocker Innenstadt. Um sie herum bereiten sich zahlreiche Sportler auf den bevorstehenden Lauf vor. Während die 30-Jährige dem Startschuss gelassen entgegenblickt, ist ihr Freund etwas aufgeregt. „Es ist das erste Mal, dass ich einen Marathon bestreite“, sagt der Brandenburger. Im vergangenen Jahr habe das Paar noch im Zuschauerbereich gestanden und die Teilnehmer angefeuert. Heute wollen sie ihre Ausdauer selbst unter Beweis stellen.

Insgesamt haben sich zur 17. Ausgabe der Hella-Marathon-Nacht 2269 Sportler angemeldet. „Das ist ein neuer Teilnehmerrekord“, freut sich Organisator Karsten Schölermann. Besonders beliebt sei der Halbmarathon mit über 1100 Läufern. Gefolgt vom Marathon mit 374 und den Rostocker 7 mit 358 Teilnehmern. Letzterer Lauf werde immer besser angenommen. „Das ist eine tolle Entwicklung“, findet Beobachterin Marion Steinert.

Auf die Minute genau ins Ziel

Ganz und gar nicht aufgeregt ist Bettina Fuchs. Die 46-Jährige ist zusammen mit 14 weiteren Kollegen als sogenannter Pacemaker unterwegs. „Man nennt uns Zug- oder Bremsläufer“, erklärt die Hamburgerin. Sie helfen den Teilnehmern dabei, ihre Wunschzeit zu erlaufen und geben das Tempo an. „Viele machen den Fehler, am Anfang zu schnell unterwegs zu sein. Sie teilen sich ihre Kräfte falsch ein“, meint Fuchs.

Die Sportlerin weiß ganz genau, wovon sie spricht, denn sie hat bereits 86 Ultraläufe und Marathons erfolgreich absolviert. Ihre Bestzeit lag bei 3 Stunden und 33 Minuten. Heute werde sie allerdings keinen neuen Rekord aufstellen. „Das hier ist ein Job. Ich werde das Ziel nach 4 Stunden und 14 Minuten erreichen“, meint die 46-Jährige entschlossen. Damit das klappt, behält sie die Uhrzeit stets im Blick. „Man könnte uns auch Uhren-Junkies nennen“, wirft Kollege Armin Zipf belustigt ein.

Die Hella-Marathon-Nacht in Bildern

Die Hella-Marathon-Nacht in Rostock geht in die 17. Runde. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie.

Zuschauer fiebern mit

Zum Ausgleich zu ihrer Arbeit geht die Bürofachangestellte Marion Steinert regelmäßig joggen. „Ein Marathon ist mir aber zu viel des Guten. Die Rostocker 7 wäre ich heute gerne mitgelaufen“, berichtet sie. Wegen einer Verletzung am Knie musste die 53-Jährige allerdings aussetzen. Der Veranstaltung fern bleiben kam für sie aber nicht infrage. Lautstark feuert sie die Staffelläufer am Kröpeliner Tor an. „Es gibt doch keine bessere Motivation als Menschen, die einem zujubeln“, sagt die Rostockerin und klatscht in die Hände.

Am Neuen Markt hat sich währenddessen Frauke Schreiber positioniert. Als der erste Marathonläufer Raoul Jankowski nach 2:32 Stunden die Ziellinie erreicht, reißt sie beide Arme in die Höhe und jubelt dem Hannoveraner zu. „Er ist eine tolle Zeit gelaufen“, stellt sie fest. Das Besondere an der Veranstaltung sei für sie, dass sowohl Profis als auch Hobby-Sportler zusammenkommen. „Die Mischung macht´s. Für jeden ist etwas dabei.“

500 fleißige Helfer

Mitten im Geschehen sind Roswitha Ullerich und ihre beiden Enkel Dennis (15) und Finn-Luca (13). Gemeinsam füllen sie die Getränke hinter der Ziellinie auf und verteilen sie an alle durstigen Sportler. „Seit Jahren sind wir schon mit dabei und helfen aus“, berichtet Ullerich. „Ich finde es toll, dass Menschen aus ganz Deutschland unsere Heimat laufend erkunden können. Ich möchte ihnen damit etwas Gutes tun.“

Rund 500 Helfer sind entlang der fünf Strecken im Einsatz. Sie kümmern sich nicht nur um die Getränke, sondern weisen den Sportlern den richtigen Weg, versorgen Verletzte und passen auf, dass alles sicher bleibt. Auch Dennis nimmt seine Aufgabe ernst. Fleißig sorgt er dafür, dass stets Nachschub vorhanden ist. Im nächsten Jahr wird seine Oma allerdings auf ihn verzichten müssen. Denn: der sportliche Fünfzehnjährige möchte dann selbst als Läufer an die Startlinie gehen.

Veranstalter sind zufrieden

Die Veranstalter blicken zufrieden auf die Marathon-Nacht zurück. „Es hat keinen Krankentransport gegeben“, sagt Karsten Schölermann erleichtert. Lediglich 50 Mal seien die Sanitäter im Einsatz gewesen. „Für ein so großes Event ist das aber eine sehr gute Zahl“, meint der Organisator. Auch die Polizei bestätigt, dass es rund um den Veranstaltungsort ruhig geblieben ist.

„Das Wetter war ebenfalls super – eine ideale Rostocker Sommernacht“, fügt Schölermann hinzu. Lediglich der Startschuss habe zehn Minuten auf sich warten lassen. Woran das lag, wisse er zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht. „Das hat mich etwas geärgert“, gesteht er. „Ich bin aber froh, dass sonst alles nach Plan verlaufen ist.“ Besonders gefreut habe ihn, dass zahlreiche Urlauber teilweise extra aus dem Ausland angereist sind. „Das zeigt, dass wir angekommen sind. Die Leute kommen zu uns, um einen Marathon zu laufen.“

Susanne Gidzinski

Am Samstagvormittag musste die Feuerwehr einen Strandabschnitt in Graal-Müritz sperren. Denn kurz zuvor fand ein Badegast Phosphor am Strand – den „falschen Bernstein“. Das Phosphor entzündete sich von selbst.

05.08.2019

Zum ersten Mal in der Geschichte der Hanse Sail sind sechs Segelschulschiffe in Rostock zu Gast. Die Teilnehmer kommen aus Italien, Russland, Mexiko, Kolumbien und Holland. Die OZ war an Bord.

09.08.2019
Wismar Open-Air-Kino als romantisches Sommerevent - Filmerlebnis mit Meeresrauschen

Freiluftveranstaltungen haben im Sommer Hochkonjunktur, sofern das Wetter mitspielt. In Mecklenburg laden Veranstalter dann auch zu Kinoabenden im Freien ein, in Kühlungsborn laufen aktuelle Kinofilme auch auf der Strandleinwand.

03.08.2019