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Rostock Rostock kämpft um riesiges Werk für Hybrid-Loks
Mecklenburg Rostock Rostock kämpft um riesiges Werk für Hybrid-Loks
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06:30 28.04.2018
Das Logo des Technologie-Konzerns Toshiba an einem Gebäude in Japan: Das Großunternehmen will in den kommenden Wochen entscheiden, ob sein neuestes Werk in Kiel oder Rostock entsteht (Symbolbild). Quelle: Toru Yamanaka/afp
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Rostock

Es geht um 400 hochmoderne „grüne“ Lokomotiven, ein neues Forschungszentrum und 200 Jobs: Das Wirtschaftsministerium in Schwerin und die Hansestadt kämpfen um eine der größten Industrie-Ansiedlungen der vergangenen Jahre in MV. Der japanische Großkonzern Toshiba will in den kommenden Wochen entscheiden, wo er ein neues Werk für seine Eisenbahn-Sparte baut.

Hybrid-Pionier aus Japan

Toshiba zählt zu den größten Elektronik-Konzernen der Welt, machte 2016 einen Umsatz von fast 43 Milliarden Euro. Die Japaner bauen Computer, Festplatten, Fernseher – und gelten als Pioniere in der Hybrid-Technologie. Unter anderem ist Toshiba auch am Bau des Hybrid-Autos Toyota Prius beteiligt. Im Norden Deutschlands will der Konzern nun auch Schienenfahrzeuge mit dem umweltfreundlichen Antrieb entwickeln und bauen – sogenannte Hybrid- Loks, die größtenteils mit einem Elektromotor und Strom aus Batterien angetrieben werden. Durch die Technik sollen die Fahrzeuge 50 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und 70 Prozent weniger Abgase erzeugen. Auftraggeber ist die Deutsche Bahn-Tochter DB Cargo: 100 Loks hat das Unternehmen bestellt. „Zudem gibt es eine Kauf-Option über 300 weitere Hybrid-Lokomotiven“, bestätigte DB Cargo-Sprecherin Franziska Vallentin der OZ. Gesamtvolumen des Auftrags: 300 Millionen Euro.

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200 neue Arbeitsplätze

Einen Prototypen der neuen Lok entwickeln die Japaner derzeit in Kiel. „Wir hoffen nun, dass auch die Serienfertigung bei uns stattfinden wird“, sagt Arne Gloy, Sprecher des Kieler Rathauses. Denn für den Bau der Lokomotiven will Toshiba rund 20 Millionen Euro in ein neues Werk investieren – und 200 Arbeitsplätze schaffen. Und das ist noch nicht alles: Die Deutsche Bahn wiederum plant am Standort des neuen Toshiba- Werkes den Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums für Hybrid-Züge. In der Landesregierung in Schwerin hat Toshiba höchste Priorität: Sämtliche Fäden laufen bei Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph (CDU) zusammen. „Wir sind in der heißen Phase“, sagt er zu den Verhandlungen. Mehr aber nicht. Rostocks Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) unterstützt das Land: „Wir wären sehr stolz, wenn Toshiba zu uns kommen würde.“

Rostock punktet mit Bahn und Hafen

Während Kiel mit Tradition im Eisenbahn-Bau wirbt, bekommt Rostock Unterstützung vom Auftraggeber: DB Cargo hat Toshiba die gemeinsame Nutzung des Bahn-Werks Krummendorf angeboten. Eine Delegation aus Japan war bereits in Rostock. Weitere Pluspunkte gegenüber Kiel: Das Toshiba-Werk hätte in der Hansestadt direkte Gleis-Anbindung. Die Lokomotiven könnten ohne großen Aufwand getestet und ausgeliefert werden. Wenn die Loks zum Verkaufsschlager werden, könnten sie über den Seehafen in alle Welt exportiert werden.

Andreas Meyer

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