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Mecklenburg Rostock Rostock oder Schwerin? Suche nach Standort für Stasi-Archiv in MV dauert an
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16:03 04.12.2019
Regale mit Papiersäcken, die mit zerrissenen Stasi-Akten gefüllt sind. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock/Schwerin

30 Jahre nach der Stürmung der Stasi-Zentrale in Rostock ist in Mecklenburg-Vorpommern die Diskussion um die Suche nach einem zentralen Standort für die Stasi-Archive aus den drei ehemaligen DDR-Nordbezirken in vollem Gang. Dabei plädiert Mecklenburg-Vorpommerns Landesbeauftragte Anne Drescher für die Landeshauptstadt Schwerin.

Die Aufarbeitung der SED-Diktatur dürfe nicht auf das Kapitel Staatssicherheit reduziert werden. Man müsse „die DDR im Ganzen“ betrachten und auch die Akten der Parteien, Massenorganisationen, Bezirke und Kreise heranziehen, sagte Drescher. Das Landeshauptarchiv, das derzeit für 80 Millionen Euro in Schwerin gebaut wird, böte eine „gute Infrastruktur für den Erhalt von zehn Kilometer Aktenbestand“.

Beschluss: Nur noch ein Archiv pro Bundesland

Nach einem Beschluss des Bundestags soll es künftig in jedem Ost-Bundesland nur noch einen Archivstandort für die im Wendeherbst 1989 sichergestellten Stasi-Unterlagen geben. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, sieht dagegen weiterhin Rostock als geeigneten Standort an. Dort plant die Universität eine Forschungs- und Lehrstätte für den Widerstandskämpfer Arno Esch. „Die Stasi-Unterlagen im Rahmen eines Arno-Esch-Zentrums in Rostock einzubinden, ist eine große Chance für die weitere Entwicklung der Gedenkstätte der Stasi-Untersuchungshaftanstalt und der Forschung an der Universität“, sagte Jahn.

Seit März 2019 liege nun das Konzept des Bundesbeauftragten für die dauerhafte Sicherung der Stasi-Unterlagen vor, erklärte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter. Eine abschließende Meinung der Landesregierung gebe es noch immer nicht. „Es gibt weder eine Standortentscheidung zum Archiv noch ein beschlossenes Gedenkstättenkonzept. Das ist nicht akzeptabel.“

Bürgermeister Madsen wirbt für Rostock

Das Bildungsministerium ist nach Worten einer Sprecherin „seit längerem im Austausch mit dem Bundesbeauftragten“. So habe es kürzlich ein Treffen sich Ministerin Bettina Martin (SPD) und Roland Jahn gegeben. Zu den Gesprächsergebnissen wollte sich das Ministerium nicht äußern. In den Prozess seien auch die Regierungsfraktionen eingebunden, mit denen nun das weitere Vorgehen abgestimmt wird.

Auch Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hat sich kürzlich in der Bürgerschaft für seine Stadt ausgesprochen. Es sei sinnvoll, die Außenstelle in der Hansestadt anzusiedeln. „Hier ist die Nähe zum authentischen Ort gegeben, der zugleich an die Repressionen in der DDR-Zeit als auch an die friedliche Revolution 1989 erinnert.“

Chancen für Greifswald?

Als einen dritten Standortvorschlag brachte der Beiratsvorsitzende beim Bundesbeauftragten, Jörn Mothes, Greifswald ein. Die Stadt sei neben Schwerin einer der beiden Archivstandorte des Landes und es werde ein großes Archivzentrum geplant. Bereits jetzt lägen dort die SED-Akten vom Bezirk Rostock in Greifswald.

Mothes betonte, dass das Stasiunterlagen-Archiv in erster Linie ein Depot ist. Irgendwann werden diese Bestände in die Länder übergehen. Und an den Archivstandorten gebe es bereits Restaurationswerkstätten oder die Möglichkeiten zur Digitalisierung.

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Von dpa/RND

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