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Rostock Rostock plant erste Sport-Jugendherberge im Land
Mecklenburg Rostock Rostock plant erste Sport-Jugendherberge im Land
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05:30 06.04.2019
Stefan Karow (v. l.) vom Nachwuchsleistungszentrum des FC Hansa Rostock, DJH-Vorstandsvorsitzender Kai-Michael Stybel und Architekturstudent Michael Penseler (TU Dresden) zeigen ein Modell einer möglichen Sportjugendherberge auf der Südseite des Rostocker Hauptbahnhofs. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Die Rostocker Südstadt – sie wird mehr und mehr zum Sportzentrum des gesamten Landes: Direkt neben der Stadthalle, in der regelmäßig die Basketballer der Seawolves und die Handballer des HC Empor für volle Ränge sorgen, arbeiten Stadt und OstseeSparkasse an konkreten Entwürfen für eine weitere Sportarena. Nun will auch das Jugendherbergswerk MV einen Beitrag zum neuen Sport-Komplex leisten: Der Herbergsverband plant in Nachbarschaft zur Stadthalle den Bau einer neuen Sport-Jugendherberge.

Quartier für junge Sportler

Wie viele Betten die geplante Jugendherberge haben wird, was der Bau kostet – das alles sei noch offen, sagt Kai-Michael Stybel, Vorstandschef der Jugendherbergen in MV. Er spricht aber von einem einmaligen Projekt im Land: „Wir wollen damit Rostock als Sportstadt, als Turnier- und Wettkampfstandort stärken.“ Die Idee: Junge Sportler und Mannschaften, die zu Spielen, Turnieren oder Trainingslagern in die Hansestadt kommen, sollen eine günstige Übernachtungsmöglichkeit in Innenstadt-Nähe bekommen.

Gespräche mit der Ospa würden bereits geführt. Denn die größte Bank der Region hat den Bereich rund um den so genannten Kesselbornpark zu großen Teilen von der Hansestadt erworben und plant dort neben der Arena das neue Cityhochhaus sowie Parkdecks. In dem Hochhaus mit bis zu 17 Etagen sollen nach OZ-Informationen unter anderem die Zentrale der Ospa sowie ein Hotel einziehen. Nach ersten Schätzung plant die Bank eine Gesamtinvestition von mehr als 100 Millionen Euro in der Südstadt. Die geplante Arena soll 3000 Sitzplätze habe und ausschließlich für Sportveranstaltungen genutzt werden.

Die Pläne für die Herberge, die direkt zwischen Stadthalle und neuer Arena gebaut werden soll, haben Studenten der Technischen Universität Dresden entwickelt. „Wenn die neue Arena kommt, schafft das noch mehr Potenzial für eine Sport-Jugendherberge“, so Kai-Michael Stybe. Sechs, vielleicht sogar sieben neue Hotels sollen in den kommenden Jahren in Rostock entstehen: „Aber keines richtet sich an Jugendgruppen und junge Leute.“

Vereine: Der Bedarf ist da

Dass die neue Jugendherberge eine Bereicherung wäre und auch genutzt werden würde – daran haben weder die Stadt noch die Vereine in Rostock einen Zweifel: Zwei Sportler-Unterkünfte gäbe es bereits in Rostock, sagt Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke) – das Hotel „Sportforum“ in Nachbarschaft zum Ostseestadion und das Wirotel der Wohnungsgesellschaft Wiro auf der Mittelmole in Warnemünde. „Aber da ist noch Luft nach oben“, so Bockhahn. Unterstützung für das Projekt des Jugendherbergswerkes kommt auch vom FC Hansa Rostock: „Wir nutzen selbst die Jugendherbergen, wenn wir unseren Nachwuchsteams auf Auswärtsreisen gehen“, sagt Stefan Karow vom Nachwuchsleistungszentrum des FC Hansa.

Auch Horst Greinert, Vorstandschef des FC Förderkader René Schneider, sagt: „Allein wir haben 600 aktive Jugendfußball – und jede Woche Gastmannschaften aus dem gesamten Land in Rostock.“ Er wisse, dass viele Gästeteams mit langer Anreise gerne übernachten würden an der Warnow, aber nichts finden. Die Sport-Jugendherberge könne die Antwort darauf sein. „Wir brauchen nicht nur Sportstätten.“ Und außerdem: Rostock sei attraktiv für Mannschaften aus ganz Deutschland – um als Ort für Trainingslager. Christian Schönrock, Vorsitzender des Rostocker Segelvereins Citybootshafen stellt sich hinter das Projekt: „Gerade im Leistungssport, vor oder nach Regatten zum Beispiel, ist es schön, sein Haupt abends auf ein richtiges Bett zu legen –und nicht in einem Zelt schlafen zu müssen.“

Die Sportjugendherberge ist eines von zwei Neubau-Projekten, die das Jugendherbergswerk derzeit im Land verfolgt. Auch in Kühlungsborn soll ein Neubau entstehen. Allerdings wurde in den vergangenen Monaten auch das Aus für drei Standorte beschlossen: Nach den Hergeben in Zielow an der Müritz und Beckerwitz bei Wismar schließt zum Jahresende auch die Unterkunft in Barth. Sie seien nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, so das Jugendherbergswerk.

Andreas Meyer

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