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Rostock Rostock wächst doch nicht so stark
Mecklenburg Rostock Rostock wächst doch nicht so stark
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22:24 28.01.2019
Informierten in der Kunsthalle über den Zwischenstand der Zukunftsplan-Entwicklung: Ralph Müller (v. l.), Ute Fischer-Gäde, Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Dagmar Koziolek und Roland Methling. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Die Rechnung der Stadtverwaltung klang bisher so plausibel: Weil Rostock in den nächsten 20 Jahren um mindestens 25 000 Menschen wachsen werde, müssten neue Bauflächen für Wohnen und Gewerbe geschaffen werden. Allein rund 26 000 Wohneinheiten müssten entstehen, hieß es immer. Doch ist dieses Ausmaß wirklich notwendig? Mehrere der rund 100 Besucher des Stadtdialog-Forums in der Kunsthalle zogen das am Montag jedoch in Zweifel.

„Wie kann eine Studie, die nur drei Jahre in die Vergangenheit zurückreicht, verlässlich 20 Jahre in die Zukunft blicken?“, fragt eine junge Frau. Gleichzeitig kritisiert sie den angesetzten Wohnraum-Bedarf pro Person. Dieser stimme nicht mit dem bundesdeutschen Durchschnitt überein. Auch Günter Zschau aus Lichtenhagen glaubt der Rechnung nicht. „Ich zweifel die Bevölkerungsprognose genauso an, wie damals die Prognose zum Warnowtunnel. Die war auch viel zu hoch angesetzt, um Fördermittel abzugreifen“, sagt der 70-Jährige.

Prognose auf Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung getroffen

Finanzsenator und Vize-OB Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) räumt dann tatsächlich ein: „Wir werden die Bevölkerungsprognose in diesem Jahr nach unten korrigieren.“ Grund: Die Vorhersage sei auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung erfolgt und sei daher von einer größeren Migration ausgegangen. Dennoch hält das Rathaus an dem Bedarf an Bauflächen fest. „Wir gewinnen jedes Jahr 1000 Einwohner hinzu“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. Gleichzeitig gebe es einen viel zu geringen Leerstand auf dem Wohnungsmarkt.

Auch gehe der Trend dahin, dass Menschen verstärkt alleine Wohnen und mehr Wohnraum in Anspruch nehmen, so der Finanzsenator. Ein Besucher hakt hier ein: „In Zukunft könnte es jedoch auch alternative Wohnformen geben, bei denen Menschen ihre Stube mit anderen teilen wollen.“ Stadtplanungschef Ralph Müller bricht die Diskussion an dieser Stelle ab. „Das bringt nichts. Wir sind darauf heute nicht vorbereitet, nehmen die Kritik aber mit und setzen uns damit auseinander.“

Verdichtete Wohnbebauung statt Einfamilienhäusern

Das Ziel der Veranstaltung in der Kunsthalle ist ein anderes: Das Rathaus stellt hier seine neun Kernthesen zum Zukunftsplan, dem neuen Flächennutzungsplan der Stadt, vor. Zuvor waren in 14 Einzelveranstaltungen – von Expertenrunden und Jugend-Workshop bis zu Themen- und Szenarien-Workshops – mit insgesamt mehr als 600 Teilnehmenden zahlreiche Aspekte intensiv diskutiert worden. „Dabei ist der Wunsch zu einer verdichteten Wohnbebauung statt zu Einfamilienhäusern sehr deutlich geworden“, sagt Müller. Allerdings mit guter Infrastruktur wie Schulen, Kitas und Arbeitsplätzen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Die Verwaltung soll einen neuen Stadtteil entwickeln, so Müller. Er sieht hier jedoch Konfliktpotenzial zur Forderung, möglichst viel Grünanlagen und Kleingärten zu erhalten. „Das wird an der einen oder anderen Stelle noch wehtun.“ Zumal auch Flächen für Gewerbe und Wissenschaft bedacht werden müssen.

Besonders die Fläche „An der Jägerbäk“ erscheint für verschiedenste Gewerbenutzungen geeignet, heißt es. „Doch wie steht es um die dortigen Kleingärten?“, fragt ein Besucher. Konkrete Aussagen dazu gibt es erst Ende 2019. Dann fließen die Konzepte von Umwelt- und Grünamt in das sogenannte Ziel-Szenario ein.

Die neun Thesen zur Entwicklung Rostocks

Die Rostocker haben für die Entwicklung des Zukunftsplanes weit mehr als 1000 Argumente und Anregungen zu den Themen Wohnen, Arbeiten, Umwelt, Soziales und Mobilität eingebracht. Die Stadtverwaltung hat die Ideen in neun Kernthesen zusammengefasst:

1. Urbane verdichtete Wohnquartiere schaffen

2. Mindestens einen neuen größeren Stadtteil vorrangig entwickeln

3. Bestehende Gewerbegebiete modernisieren und erweitern

4. Arbeiten und Wohnen in der Stadt zusammenbringen

5. Kleingartenanlagen soweit wie möglich erhalten

6. Landschaftsräume schützen und wohnortnahes Grün erhalten

7. Die soziale Mischung in der gesamten Stadt fördern

8. Innovative Mobilität mit Fokus auf ÖPNV, Rad- und Fußverkehr fördern

9. Stadtteile vernetzen und Verbindungen über die Warnow schaffen

André Wornowski

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