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Rostock Rostock will 20 Geflüchtete aufnehmen und Kosten tragen – OB Methling erneuert Zusage
Mecklenburg Rostock Rostock will 20 Geflüchtete aufnehmen und Kosten tragen – OB Methling erneuert Zusage
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21:34 11.07.2019
Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat 44 Migranten an ein maltesisches Marineschiff übergeben. Die Hilfsorganisation aus Regensburg hatte die Menschen am Montag südlich der italienischen Insel Lampedusa gerettet und an Bord ihres Schiffs „Alan Kurdi“ genommen. Quelle: dpa
Rostock

Nach den jüngsten Rettungen von Schiffbrüchigen im Mittelmeer bekräftigte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) die Bereitschaft der Stadt, Geflüchtete aufzunehmen.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hatte vergangene Woche 65 Menschen an Bord ihres Schiffes „Alan Kurdi“ genommen. Die Migranten durften erst nach einer Irrfahrt auf dem Mittelmeer am Sonntag in Malta an Land gehen. Schon am Dienstag rettete das Schiff erneut 44 Menschen aus Seenot. Der Einsatz war in diesem Fall in Kooperation mit den maltesischen Behörden erfolgt. An Bord waren drei Kinder im Alter von 15 Monaten, drei und fünf Jahren.

Rostock wird Kosten übernehmen

„Angesichts der erschütternden Bilder, die uns vor wenigen Tagen vom deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ erreichten, kann ich unsere nur Haltung bekräftigen“, sagt Methling am Donnerstag. „Rostock ist bereit, Menschen zusätzlich aufzunehmen“. Der Oberbürgermeister unterstreicht, dass Rostock auch die erforderlichen Kosten, soweit sie nicht von Bund oder Land getragen werden, übernehmen wird. „Die Humanität darf nicht untergehen. Dafür tragen wir alle gemeinsam die Verantwortung“, so Methling. „Ich bin stolz darauf, dass eine überwältigende Mehrheit in der Rostocker Bürgerschaft diese Haltung ohne Wenn und Aber unterstützt! Denn es geht auch um unsere menschliche Würde!“

Und das Oberhaupt der Hansestadt weiter: „Gleichzeitig halte ich es für unumgänglich, dass die Regierungen in Deutschland und Europa sehr schnell politische, finanzielle und begleitend auch militärische Anstrengungen unternehmen, um die Ursachen für die Flüchtlingsströme vor Ort einzudämmen und schrittweise zu beseitigen."

Rostock hat Potsdamer Erklärung unterzeichnet

Asylbewerber werden in Deutschland nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt. Mecklenburg-Vorpommern muss knapp zwei Prozent der Asylsuchenden aufnehmen. Rostock will bis zu 20 Geflüchtete zusätzlich unterbringen.

Die Hanse- und Universitätsstadt, die deutschlandweit als eine der ersten die „Potsdamer Erklärung der ‚Städte Sicherer Häfen‘“ unterzeichnet hatte, bietet im Mittelmeer Geretteten Aufnahme und Fürsorge an. Dies hat die neu gewählte Rostocker Bürgerschaft auch in ihrer konstituierenden Sitzung am 3. Juli bekräftigt.

„Wir stehen zu unserem Wort und wollen den gestrandeten Hilfesuchenden in unserer Stadt Unterkunft und Betreuung sichern“, betont Oberbürgermeister Roland Methling.

Die Potsdamer Erklärung

In der „Potsdamer Erklärung“ heißt es unter anderem: „Als ‚Städte Sicherer Häfen‘ fordern wir von der Bundesregierung und dem Bundesinnenminister die schnellstmögliche Zusage, dass wir aufnahmebereiten Kommunen und Gemeinden die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Geflüchteten auch aufnehmen können.

Wir fordern die Bundesregierung und den Bundesinnenminister auf, uns ‚Städte Sicherer Häfen‘ bei der praktischen Aufnahme, der Unterbringung und der Finanzierung zu unterstützen.“ Erstunterzeichner dieser Erklärung am 14. Juni 2019 waren neben Rostock die Städte Flensburg, Greifswald, Hildesheim, Krefeld, Marburg, Potsdam und Rottenburg am Neckar.

Stadt gehört zu „Sicheren Häfen“

Nach Beschlüssen der Rostocker Bürgerschaft gehört die Hanse- und Universitätsstadt zu den inzwischen 60 deutschen Städten, die einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten fordern und sich seit Sommer 2018 offiziell zu „Sicheren Häfen“ erklärt haben.

Sie haben sich mit der Initiative „Seebrücke“ solidarisiert und öffentlich mit Nachdruck ihre Bereitschaft bekundet, aus Seenot gerettete Menschen in ihren Städten und Gemeinden zusätzlich aufzunehmen.

Die Bundesregierung will kommende Woche versuchen, eine europäische Regelung für die Verteilung der im Mittelmeer geretteten Migranten zu beschließen. Aach Informationen der Deutschen Presse Agentur verlautet am Dienstag aus Regierungskreisen, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die finnische Ratspräsidentschaft bat, die Seenotrettung beim nächsten informellen Treffen der Innen- und Justizminister am 18. Juli in Helsinki auf die Tagesordnung zu setzen.

Weiterlesen:

Rostocker gehen für Seenotretterin auf die Straße

js

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