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Rostock Rostock: Automesse zeigt Oldtimer und Premieren
Mecklenburg Rostock Rostock: Automesse zeigt Oldtimer und Premieren
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20:05 26.03.2019
An einem „Frosch“, der nicht hüpfen, aber sehr schnell fahren kann, hat Tuning-Experte Sebastian Riebe mitgearbeitet. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Rostock

Er ist zwar komplett grün, aber hüpfen kann der „Frosch“ trotzdem nicht. Dafür allerdings schnell fahren, denn das Mercedes-Coupé mit dem tierischen Kosenamen hat 333 Pferdestärken unter der Haube. Das Auto von einem Privatbesitzer ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem zahlreiche Rostocker Tuning-Freunde Hand angelegt haben. „Die großen Felgen habe ich montiert und ihn auch tiefergelegt“, sagt Sebastian Riebe voller Stolz. Der 35-Jährige hat vor mehr als zehn Jahren seinen Ausbildungsbetrieb in Sanitz übernommen und das Karosserie- und Lackier-Unternehmen von der klassischen Unfallreparatur-Firma zur Anlaufstelle für Autofans weiterentwickelt.

Tuningfreunde feiern Saisonauftakt mit Auto-Limbo

Riebe ist in der Tuningszene tief verwurzelt, auch wenn er privat mittlerweile umgesattelt und als bald zweifacher Vater einen Kombi angeschafft hat. „Das ist ein Kompromiss, denn es ist ein Mitsubishi Lancer Evolution – ein Rennauto mit Straßenzulassung“, erklärt er schmunzelnd. Ob er das Fahrzeug vom 5. bis 7. April auf das Gelände der Hanse Messe Schmarl stellt, ist noch offen. Dort findet an dem Wochenende die 26. Autotrend-Messe statt. Der Sonntag ist traditionell den Tuningfreunden vorbehalten. „Das ist für uns Saisonauftakt“, sagt Riebe, der mit seiner Firma auch einen Stand haben wird. Mindestens 60 getunte Fahrzeuge werden rund um die Rotunde präsentiert. „Das Treffen ist aber offen für alle. Wer will, kann ohne Anmeldung vorbeischauen.“

Die Besucher küren dann per Stimmzettel ihren Liebling. Auf das sogenannte „Best of Show“-Fahrzeug warten neben der Bewunderung der Besucher auch ein Pokal sowie Preisgeld. Nicht um das schönste, sondern um das flachste Exemplar geht es beim Auto-Limbo. Wie bei dem beliebten Partyspiel geht es darum, unter einer Stange durchzukommen, die immer tiefer gehalten wird. Nur, dass sich diesmal statt Menschen Autos dem Wettbewerb stellen. „Der Rekord liegt bei 1,18 Meter. In dem Mazda MX5 waren am Ende sieben Leute drin fürs Gewicht und er hat mit dem Unterboden die Gehwegplatten vor der Messehalle zerkratzt“, erinnert sich Riebe, der diesmal mit mehr als 1000 Fahrzeugen rechnet, die sich beim Tuning-Treff versammeln.

E-Roller hängt an der Ampel alle ab

Dass nicht nur Autos aufgemotzt werden können, will Riebe bei der Messe zusammen mit Jörg Schumacher beweisen. Zusammen haben der Sanitzer und der Mitarbeiter von CD-Motorradtechnik Papendorf ein Quad getunt. „Farbe, Felgen, Dach – alles ist neu und nicht mehr so, wie es vom Hersteller kam“, macht Schumacher neugierig.

Jörg Schumacher auf einem Niu Elektroroller. Quelle: Claudia Labude-Gericke

Neben dem umgebauten Geländefahrzeug bringt der Papendorfer aber auch verschiedenste Zweiräder mit zur Messe. „Von der Marke Royal Enfield, der ältesten Motorradmarke der Welt, gibt es als Premiere die neuen Zweizylinder“, kündigt Schumacher an. Aber auch umweltfreundlichere Modelle hat er im Angebot, zum Beispiel den Elektroroller Niu. „Damit lasse ich beim Anfahren jeden an der Ampel stehen“, sagt Schumacher. Der Roller bringe es pro Batteriefüllung auf eine Laufleistung von 65 Kilometern und sei deshalb nicht nur für den Stadtverkehr geeignet. In der Einsitzer-Variante koste er 2199 Euro und dürfe mit Moped- oder Autoführerschein gefahren werden. „Wir haben im vergangenen Jahr sieben Stück verkauft, dieses Jahr soll sich das steigern“, sagt er. Die Nachfrage nach Elektromobilität würde stetig steigen, aber die Verkaufszahlen dem noch nicht Rechnung tragen. „In einem Flächenland wie MV gibt es noch zu viele Unsicherheiten bezüglich Laufleistung und Lade-Infrastruktur“, weiß Schumacher.

Renée Werner vom Verband des Kfz-Gewerbes kann das mit Zahlen belegen. „Im vergangenen Jahr wurden landesweit erstmals mehr als 50 000 Neufahrzeuge zugelassen, davon 39 500 Pkw“, weiß die Geschäftsführerin des Verbandes. Auf alternative Antriebe entfallen davon aber nur rund 2000 Fahrzeuge, was ein Plus von 772 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. „Mit 239 neu zugelassenen Elektrofahrzeugen hat die E-Mobilität aber den Status einer Nische nicht verloren“, sagt Werner.

600 Fahrzeuge, 31 Marken und zahlreiche Premieren

Weil umweltfreundliche Mobilität dennoch ein großes Thema ist, haben die Messe-Macher in diesem Jahr ein Ecoforum organisiert. Dort gibt es nicht nur Vorträge zum Thema, sondern auch Anbieter, die an allen drei Tagen verschiedene Antriebskonzepte von Hybrid über Elektro und Wasserstoff bis hin zu Erdgas vorstellen. Auf einem Testparcours können die Besucher auch Probefahrten absolvieren. Zu den Höhepunkten der Messe, bei der mehr als 600 Fahrzeuge von 31 verschiedenen Marken zu sehen sein werden, gehören aber auch wieder mindestens sechs Premieren – darunter der Mazda 3, die Neuauflage des Renault Alpine, der Seat Cupra sowie erstmals Autos der Marke Jaguar.

René Gottschalk vom Zoo und Michael Brüning von Ferdinand Schultz Nachfolger (FSN) mit einem Streetscooter, den das Autohaus dem Zoo zur Verfügung gestellt hat. Solche Elektrotransporter sind wartungsarm und besonders geeignet für Vielfahrer auf kurzen Strecken. Quelle: Claudia Labude-Gericke

Probefahrten sind zudem mit Sport-Boliden wie Lamborghini oder Ferrari möglich. Denn, bei aller Beachtung der Umweltfreundlichkeit: „Beim Auto geht es auch um den Lifestyle – und Spaß muss es machen“, sagt Messe-Chef Andreas Markgraf, der auch in diesem Jahr wieder mehr als 20 000 Besucher auf dem Gelände in Schmarl erwartet.

Autotrend: Zeiten, Preise, Highlights

Die 26. Autotrend-Messe findet vom 5. bis 7. April auf der Hanse Messe in Rostock-Schmarl statt. Auf 20 000 Quadratmetern werden 100 Aussteller mit 31 Marken und mehr als 600 Fahrzeugen vertreten sein. Auch Lkw, Camper und Caravans sind zu sehen. Zum Rahmenprogramm gehören am Sonnabend ein Oldtimertreff sowie die Blaulichtmeile und am Sonntag der Saisonauftakt der Tuningszene. Die Dekra lädt zum Führerscheincheck, der TÜV Nord bringt den Überschlagsimulator mit. Geöffnet ist an allen drei Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 9 und ermäßigt 7 Euro, für zwei Tage 12 Euro. Mit OZ-Abo-Card oder Ehrenamtscard gilt ebenfalls der ermäßigte Tarif. Erstmals gibt es ein spezielles Ticket nur für den Freitag, das kostet 5 Euro.

Claudia Labude-Gericke

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